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Illustration: Mädchen in der Badewanne

Kurzportrait

Das Synchron-schwimm-Talent

Sabrina ist zwölf Jahre alt. Sie ist national eine der besten Synchronschwimmerinnen. Obwohl sie sich «wie der Fisch im Wasser» fühlt, lassen sich Leistungssport und Schule nur schwer vereinbaren.

«wir eltern» hat Sabrina bei der Recherche zum Artikel Begabte Kinder sind besonders gut und haben es oft besonders schwer zusammen mit ihren Eltern getroffen.

Person Sabrina Flück (12), Schweizer Meisterin im Synchronschwimmen.

Bemerken des Talents Schon als Baby weinte Sabrina bitterlich, wenn sie nach dem Baden aus der Wanne sollte. Später tummelte sie sich am liebsten im heimischen Whirlpool oder im Schwimmbad. Mit 6 Jahren besuchte sie einen Ferienkurs im Synchronschwimmen, seitdem ist es ihre Leidenschaft.

Wasser ist meine grosse Liebe. Und mein Sternzeichen ist ...? Richtig: Fisch. Was sonst.

Sabrina Flück

Eltern Daniela Flück ist Friseurin, Thomas Flück in der Computerbranche. Sportlich? Nur ein bisschen. Leistungssport betrieb keiner von ihnen.

Schwierigkeit Sabrina trainiert 16 Stunden wöchentlich. In der Saison stehen am Wochenende Wettkämpfe an. Mit der normalen Schule und den Hausaufgaben bedeutet das extremen Stress, selbst für eine gute Schülerin wie Sabrina: Ufzgi über den Mittag, manche Mahlzeit und Vokabellernen auf der Rückbank in Mamas Auto. Seit einem halben Jahr besucht sie die Feusi Sportschule in Bern. Gebühr: 14500 Franken im Jahr. Zuschüsse? Bislang keine. Sabrina ist für die dazu berechtigende «national talent card» noch zu jung.

Reaktion der Umwelt gespalten. «Cool», «überehrgeizig», «wir freuen uns mit», «Überforderung des armen Kindes» – alles dabei.

Statement der Mutter Daniela Flück «Klar, unser Leben dreht sich vor allem um Sabrina. Zum Glück arbeite ich selbstständig und kann meine Zeit frei einteilen. Ich chauffiere sie zum Training, sorge dafür, dass sie sich für ihren Sport richtig ernährt und zu Wettkämpfen reisen wir häufig mit. Das Schulgeld aufzubringen fällt uns nicht leicht. Da muss ein Urlaub im Jahr gestrichen werden. Aber das Schwimmen macht unsere Tochter glücklich. Selbst wenn sie mal schlecht gelaunt ist – nach dem Training strahlt sie immer. Sogar wenn sie krank ist, kann ich sie kaum vom Trainieren abhalten.»

Statement von Sabrina «Ich liebe Synchronschwimmen einfach. Das Wasser, die Musik… Ich möchte richtig, richtig gut werden und am liebsten bei einer Weltmeisterschaft mitmachen. Meine besten Freundinnen schwimmen mit mir zusammen und gehen auch in meine Schule. Das ist prima. Was ich nicht mag? Rumhängen. Das finde ich langweilig. Verlieren mag ich auch nicht. Aber inzwischen gelingt mir das besser.»

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