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Artikel Strafen Spielplatz

Erziehung

Hauen auf dem Spielplatz

Jonas (5) steht auf der Rutsche und wird vom Kind hinter ihm geschubst. Bevor der zuschauende Vater etwas tun kann, haut Jonas das fremde Kind. Der Vater läuft zu Jonas und ruft erbost: «Du sollst nicht hauen, das habe ich dir schon tausendmal gesagt!» Er nimmt ihn unsanft am Arm, setzt ihn auf die Bank und sagt: «Jetzt bleibst du hier und überlegst mal, was du gemacht hast!»

Katharina Saalfrank: Jonas will sich abgrenzen, kann aber sein emotionales Bedürfnis noch nicht formulieren und wird deshalb handgreiflich. Sind Kinder wütend, hauen, beissen oder treten sie oft. Eltern reagieren darauf erschrocken und wollen die Aggression unterbinden. Wenn der Vater nun schimpft und selbst aggressiv ist, ermöglicht er keine Alternative für seinen Sohn. Stattdessen fragt der Vater die beiden Streithähne, was sie gerade so geärgert hat. Der fremde Junge sagt vielleicht, dass er rutschen wollte und Jonas zu langsam war. Jonas hingegen mag es nicht, geschubst zu werden. Der Vater hört zu, verbalisiert und spiegelt ihre Gefühle. Er fasst zusammen, dass beide Buben es nicht mögen, geschubst oder gehauen zu werden. Zum Schluss öffnet er den Raum für Handlungsalternativen und fragt: «Was machen wir jetzt?» Damit hilft er den Kindern, eine Lösung für ihren Konflikt zu finden.


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