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Schwangere trinkt aus einer PET-Flasche Wasser

Ernährung während der Schwangerschaft

Was ist erlaubt, was verboten?

Die Unsicherheit ist gross: Ernährungswissenschaftlerin Marianne Botta sagt, was Schwangere essen und trinken dürfen.

Fakten & Risiken

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Tartar, Schinken, Wurstwaren, Salami – alles gefährlich. Listerien im Rohmilchkäse, in Sprossen und abgepackten Salaten. Die vielen Warnungen führen bei werdenden Müttern zu Verunsicherung, Angst, manchmal fast Panik. In den USA ist eben ein Buch erschienen, das diese Gefahren für Mutter und Kind unter die Lupe nimmt. Emily Oster, Professorin an der University of Chicago und mehrfach ausgezeichnete Ökonomin, wurde selbst während ihrer Schwangerschaft nur schlecht über die verschiedenen Risiken informiert. Sogar ihr Arzt enttäuschte sie, weil er ihr zahlreiche unlogische Verhaltensweisen vorschlug. «Warum», fragt sie, «vertrauen wir Frauen nicht auf uns selbst und ziehen unsere eigenen Schlüsse? Und warum gibt man uns nicht die wissenschaftlichen Daten, damit wir informiert sind?»

Emily Oster begann zu recherchieren und fand zum Beispiel heraus, dass ab dem 4. Schwangerschaftsmonat bis zu vier Tassen Kaffee und ein Glas Wein pro Tag bedenkenlos sind. Dass man zwar nicht für zwei essen soll, das Gewicht nach der Geburt jedoch meistens wieder verliere. Und dass roher Fisch in Sushi für Schwangere nicht gefährlicher ist als für andere, die darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren sogar sehr empfehlenswert sind. Fakt ist: Osters Meinungen werden kontrovers diskutiert. Auch David Fäh, Arzt und Ernährungswissenschaftler an der Uni Zürich, findet gewisse Aussagen problematisch: «Natürlich gibt es für vieles keine wissenschaftliche Evidenz. Aber das liegt auch daran, dass entsprechende Studien ethisch zu problematisch wären, als dass man sie durchführen könnte.»

Dazu kommt: Wer beispielsweise von Listeriose betroffen ist, ist es zu 100 Prozent, auch wenn das Risiko extrem gering ist. «Der kleinste Verdacht, dass ein Verhalten beim Ungeborenen Schaden anrichten könnte, sollte genügen, um dieses zu meiden oder zu ändern», so Fäh. Schliesslich sei eine Schwangerschaft nach neun Monaten vorbei und nach der Geburt müsse nicht mehr verzichtet werden.


Risikoberechnungen von Willi Botta, Mathematiker


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