Zweisprachigkeit
Keine Angst vor Kauderwelsch
Gabriela Gründler
Mit Mama Deutsch, mit Papa Französich, in der Schule Englisch. Mehrsprachigkeit ist ein grosser Vorteil. Falscher elterlicher Ehrgeiz nicht.
Zweisprachigkeit
Gabriela Gründler
Ein Sprichwort sagt, dass kleine Kinder eine zweite Sprache so leicht lernen, wie ein trockener Schwamm das Wasser aufnimmt. Und vor allem für jüngere Kinder stimmt das. Erstens sind die intellektuellen Ansprüche gering. Um sich mitzuteilen, brauchen sie weder einen grossen Wortschatz noch komplizierte Grammatikkonstruktionen. Zweitens vernetzt sich das Gehirn in den ersten Lebensjahren in horrendem Tempo, so dass sich eine neue Sprache leicht einprägt.
Wichtig zu wissen
Zu viel elterlicher Ehrgeiz in Sachen Zweitspracherwerb ist fehl am Platz: «Eltern sollten eine zweite Sprache nur dann mit ihren Kindern sprechen, wenn sie diese selbst auf muttersprachlichem Niveau beherrschen, weil möglichst authentischer sprachlicher Input für den Lernerfolg entscheidend ist», sagt Professor Thorsten Piske vom Lehrstuhl für Fremdsprachendidaktik an der Universität Nürnberg-Erlangen. Besucht das Kind beispielsweise einen bilingualen Kindergarten oder eine bilinguale Schule, brauche es zusätzlichen Input durch seine Eltern gar nicht.
