Sarah Born
Film
Gemeinsam für die geliebte Badi
Im neuen Schweizer Kinderfilm «Plitsch Platsch Forever!» spielen Neah Hefti, 12, und Alva Maurer, 11, die Hauptrollen. Wir haben die Mädchen getroffen und sie gefragt, was sie bei den Filmarbeiten erlebt und was sie fürs Leben gelernt haben.
Neah und Alva : Ihr spielt im Film « Plitsch Platsch Forever ! » zwei Mädchen, die gemeinsam um die geliebte lokale Badi kämpfen, die geschlossen wird. War von Anfang an klar, wer welche Rolle übernimmt ?
Alva : Nein, das war offen. Mich interessierte aber von Beginn weg die Rolle der gescheiten Rosalie – und ich habe sie bekommen!
Neah, hattest du eine Wunschrolle ?
Neah : Ich wollte Pola spielen – und bekam die Rolle ! Ich glaube, diese Figur passt vom Charakter her zu mir.
Wie hat das Casting für « Plitsch Platsch Forever ! » ausgesehen ?
Neah : In einer ersten Runde mussten wir Videos von uns schicken, in denen wir uns vorstellten und einen Text aus einer Szene sprechen mussten. Danach hatten wir Einzel-Castings und später Konstellations-Castings. Dort lernten wir uns alle kennen.
Neah, du spielst die entschlossene und mutige Pola, und du, Alva, die hochbegabte Rosalie. Seid ihr den Figuren, die ihr darstellt, ähnlich ?
Neah : Mir half eine Kinder-Coach, mich in die Rolle von Pola einzufühlen, ich sass vor und während der Dreharbeiten mit ihr zusammen und wir schauten Polas Charakter und die Szenen an. Ich lernte schnell, der Figur Pola nachzuempfinden.
Alva : Ich musste lernen, mich in die Gedankenwelt von Rosalie einzufühlen. Vereinzelt stimmen ihre Charaktereigenschaften vielleicht schon mit meinen überein, aber von der Lebensrealität her gibt es Unterschiede : Im Film habe ich als Rosalie zunächst keine Freund:innen, im wirklichen Leben aber zum Glück schon !
Alva, du spielst sehr überzeugend ein hochbegabtes Mädchen: Bist du auch im echten Leben überdurchschnittlich begabt ?
Alva (zögert) : Also, nein, eigentlich nicht. Aber im Film habe ich einfach in gewissen Fächern ein grosses Wissen – zum Beispiel in Biologie. Die Schule im richtigen Leben mag ich grundsätzlich schon. Wobei, es kommt auf die Fächer an: Deutsch, Sport und Französisch finde ich super, Mathe dagegen etwas weniger.
Als Journalistin durfte ich den fertigen Film vor unserem Treffen anschauen – ich habe gelacht und geweint ... Wie war das bei euch, als ihr den fertigen Film gesehen habt ?
Alva / Neah : Wir durften den Film noch gar nicht anschauen ! Aber es gibt demnächst einen Event, an dem es endlich so weit ist und wir alle zusammen den Film angucken !
Im Film geht es emotional hoch zu und her. Was war für euch schwieriger : eine traurige Szene zu spielen oder eine richtig fröhliche ?
Alva : Ich fand die Szenen, in denen ich bedrückt wirken sollte, schwieriger, denn eigentlich bin ich ein fröhlicher Mensch !
Neah : Bei mir war es genau umgekehrt. Ich fand es schwieriger, lustige Szenen zu spielen. Wenn ich im Schauspiel betrübt sein musste, kam es, glaube ich, weniger als Fake herüber, als wenn ich vorgeben musste, fröhlich zu sein. Es fiel mir manchmal schwer, « künstlich » zu lachen.
Wie lange dauerten die Dreharbeiten ?
Neah : Insgesamt sieben Wochen, wobei die meisten Filmtage in die Schulferien fielen. Wir fehlten je etwa zwei Wochen in der Schule.
Alva : Der Schulleiter und die Lehrerinnen und Lehrer haben uns mega unterstützt !
Waren eure Kolleg:innen ein bisschen neidisch auf euch ?
Alva : Meine Kolleginnen und Kollegen freuten sich für mich, sie wollten erfahren, wie es beim Drehen war. Aber ich durfte nicht alles erzählen. Die Geschichte konnten wir schildern, aber Details von den Dreharbeiten nicht.
Macht ihr das erste Mal bei einem Film mit ?
Alva : Für mich ist es das erste Mal.
Neah : Ich machte schon bei Werbefilmen mit.
Wie hat euch die ganze Filmarbeit gefallen ?
Alva : Mir hat es mega Spass gemacht und ich fand richtig coole neue Kolleginnen.
Neah : Die Crew war sehr cool und nett, aber ehrlich: zwischendurch war es auch anstrengend.
Haben eure Eltern euch auf das Set begleitet und auf euch aufgepasst ?
Alva : Die Eltern brachten uns zu den Drehorten in Bremgarten und ins Freibad Birmensdorf und holten uns wieder ab. Aber sie durften nicht vor Ort bleiben.
Wurde die Badi während der Dreharbeiten für euch geschlossen ? Es waren schliesslich Sommerferien und es wollten bestimmt viele Leute ins Bad !
Neah : Das Wetter war im letzten Sommer sowieso nicht so toll. Aber die Bereiche, wo die Szenen gedreht wurden, haben sie für uns abgesperrt.
Im Film geht es auch darum, Fehler eingestehen zu können. Fällt euch das im richtigen Leben einfach ?
Alva : Manchmal schon. Aber man muss sich halt etwas überwinden.
Neah : Ich habe eh nicht oft Streit mit meinen Freundinnen. Wenn ich etwas falsch gemacht habe, kann ich mich entschuldigen.
In « Plitsch Platsch Forever ! » sammelt ihr fleissig Unterschriften für eine Petition. Diskutiert ihr zu Hause mit euren Eltern auch manchmal über Politik ?
Alva : Wir schauen jeden Abend die Tagesschau. Wenn ich etwas nicht verstehe, stoppen wir und ich kann meine Eltern fragen.
Neah : Bei uns ist es dasselbe. Wenn ich Fragen habe, kann ich immer mit meinen Eltern sprechen. Aber wir reden nicht übermässig oft über Politik.
Ihr habt euch vor dem Dreh nicht gekannt. Entstand eine Freundschaft zwischen euch ?
Neah : Wir haben uns mega gut verstanden. Aber Alva wohnt in einem anderen Kanton und es wird schwierig sein, in Verbindung zu bleiben ...
Alva : ... Ich habe ja auch noch kein Handy.
Habt ihr durch eure Rollen etwas über Freundschaften gelernt, was ihr vorher noch nicht wusstet ?
Neah : Im Film zieht meine beste Freundin weit weg und ich muss mich bemühen, neue Freundschaften aufzubauen. Ich glaube, durch meine Rolle habe ich gelernt, dass man die Vergangenheit manchmal einfach vergessen muss. Und dass man lernen muss, zu verzeihen.
Was denkt ihr: Habt ihr etwas für euer Leben gelernt ?
Alva : Ich lernte, für meine Meinung einzustehen, das kann ich, glaube ich, besser als vor den Filmarbeiten.
Neah : Für mich ist jetzt klar : Egal wie alt man ist, man sollte nichts in sich hineinfressen. Und, falls nötig, für eine gute Sache kämpfen !
Wenn gleichaltrige Kinder den Film sehen : Was hofft ihr, dass sie danach fühlen oder anders sehen als vorher ?
Alva : Sie sollen etwas über Freundschaften lernen. Und lernen, sich zu wehren, wenn sie mit etwas nicht einverstanden sind – wie wir im Film, wenn wir uns gegen die Schliessung unserer Lieblingsbadi einsetzen. Aber der Film soll auch einfach Spass machen!
Neah : Der Film zeigt, dass Klein und Gross etwas bewirken können . Und dass man an sich und seine Freunde glauben soll !
Die Frage nach dem Berufswunsch muss ich euch natürlich auch noch stellen: Möchtet ihr Schauspielerin werden ?
Neah : Ich könnte es mir vorstellen. Aber es gibt so viele andere Mädchen und Frauen, die dieses Ziel haben, dass es bestimmt auch schwierig würde, erfolgreich zu sein. Mit Schauspielerei genug Geld zu verdienen, ist sicher nicht einfach. Schauen wir mal. Plan B ist für mich Innenarchitektin.
Alva : Im Moment will ich Schauspielerin werden. Aber ich bin erst in der fünften Klasse, vielleicht habe ich dann noch andere Ideen. Neben Schauspielerin würde ich sicher noch einen anderen Beruf lernen. Ich könnte mir vorstellen, Autorin zu werden, es gefällt mir, zu lesen und Geschichten zu schreiben.
Plitsch Platsch Forever!
Im Schweizer Kinderfilm « Plitsch Platsch Forever ! » von der Drehbuchautorin Sabina Gröner und der Regisseurin Natascha Beller geht es um die elfjährige Pola, die verzweifelt versucht, das geliebte Freibad « Plitsch Platsch » zu retten, nachdem es aus Spargründen geschlossen wird und ihre beste Freundin Polly mit ihrer Familie wegzieht. Während Pola zusammen mit der neuen Klassenkameradin Rosalie eine Petition startet und die anderen Kinder mobilisiert, lernt sie, dass Loslassen und neue Freundschaften zum Erwachsenwerden dazugehören.
Kinostart: 16. April 2026
