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Geburtsfotografie

12 Bilder: So schön kann eine Sectio sein

Geburtsfotografie ist in der Schweiz noch wenig bekannt – im Gegensatz zu vielen anderen Ländern. Diese Bilder von Stefanie Tüscher von einer Kaiserschnitt-Geburt zeigen: Auch diese kann ästhetisch und voller Emotionen sein.

Geburtsfotografin Stefanie Tüscher spricht im Interview über veraltete Bilder in unseren Köpfen, die Schönheit der Frau beim Gebären und die Bedeutung von Geburtsfotos für die Familien.

«wir eltern»: Stefanie Tüscher, warum fotografieren Sie Geburten?

Stefanie Tüscher: Ich möchte bleibende Erinnerungen dieser wichtigen Momente für die Familien schaffen. Durch meine eigenen Geburtserfahrungen ist mein Interesse am Thema Geburt sehr gross, und es ist mir ein Anliegen, den Blick auf Geburt zu ändern.

Wie meinen Sie das?

Allzu oft wird uns ein Bild von Geburt vermittelt, bei dem medizinisches Personal der auf dem Rücken liegenden Frau beim Gebären hilft. So muss aber Geburt in den meisten Fällen nicht aussehen.

Sondern?

Meine Bilder sollen die Stärke und Schönheit der gebärenden Frau spiegeln. Auch die Bauchgeburt kann wunderschön und kraftvoll sein, denn auch beim Kaiserschnitt ist die aktive Mitbestimmung der Frau wichtig!

Was bedeuten die Geburtsbilder für die Familien?

Die Bilder haben einen grossen Wert für die Familien. Der werdende Papa muss sich nicht darauf konzentrieren zu fotografieren, sondern er kann voll und ganz dabei sein - und vor allem ist er auch auf den Bildern zu sehen. Bei einer Sectio erfassen meine Bilder Momente, die die Schwangere nicht selbst erleben kann, die für sie sehr wichtig sein können. Auch können die Bilder von Bedeutung sein für eine Selbstheilung, da eine Geburt nicht immer so verläuft wie sich dies das Paar gewünscht hat.

Für wen eignet sich die Geburtsfotografie?

Für alle, die bereit sind, noch eine Person mehr bei diesem sensiblen und intimen Erlebnis dabei zu haben und professionelle Bilder von diesem einmaligen Ereignis wünschen.

Wie verbreitet ist Geburtsfotografie in der Schweiz?

Geburtsfotografie ist in der Schweiz noch ziemlich unbekannt und wenig verbreitet. Die Nachfrage ist aktuell recht überschaubar und manchmal ist die Skepsis gross, vor allem bei den Männern. Auf Facebook haben wir Geburtsfotografinnen uns in einer Gruppe vernetzt. Es ist mir ein grosses Anliegen, die Geburtsfotografie bekannter zu machen und sie somit allen Eltern, die sich Geburtsbilder wünschen, zugänglich zu machen.

Wie reagiert das Fachpersonal, wenn Sie mit Ihrer Kamera im Raum stehen?

Bis jetzt habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Anfangs war die Skepsis spürbar, aber es entspannte sich jeweils schnell. Ich versuche immer, auf keinen Fall im Weg zu sein und auch wenn nötig mitzuhelfen. Und natürlich immer freundlich bleiben.

Was ist für Sie bei Ihrer Tätigkeit besonders herausfordernd?

Technisch ganz klar das Licht. Meist ist das Licht gedämpft, sind die Storen unten und die Vorhänge zugezogen. Ich kläre im Voraus ab, ob es für die Familie ok ist, wenn ich blitze, versuche aber trotzdem ohne Blitz auszukommen und lieber ein stärkeres Rauschen des Bildes in Kauf zu nehmen. Eine grosse Herausforderung ist es auch, den sensiblen Prozess einer Geburt möglichst nicht zu stören. Wichtig ist es, dass die Familie mich schon vor der Geburt kennenlernt und somit auch Vertrauen aufbauen kann. Auch die Rufbereitschaft ist eine Herausforderung – besonders, wenn man selbst kleine Kinder im Haus hat. Ein gutes Netzwerk ist wichtig!

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