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Artikel Strafen Geschwisterstreit

Erziehung

Eifersucht aufs Geschwister

Lissy (4) ist den ganzen Tag sehr laut, macht das Gegenteil von dem, was man ihr sagt und zerstört Dinge. Gestern hat sie das Sofa angemalt und das Bad unter Wasser gesetzt. Sie nimmt ihrem zehn Monate alten Bruder alles weg. Die Eltern wissen nicht weiter, reagieren mit Wenn-dann-Drohungen und Strafen. Lissy scheint permanent einen Erwachsenen zu brauchen, der sich um sie kümmert. Doch ihr Verhalten bewirkt eher, dass die Eltern sich von ihr abwenden.

Katharina Saalfrank: Lissy gibt mit ihrem Verhalten Hinweise auf ihren emotionalen Zustand, sie ist innerlich in grosser Not. Es scheint, dass die Geburt des Geschwisters sie stark verunsichert. In dieser Situation sind Kinder oft auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie wertvoll sie für die Eltern sind. Lissy hat ein starkes Bedürfnis nach emotionaler Sicherheit und Anerkennung. Es wäre gut, wenn die Eltern ihren Impuls, sich abzuwenden, überwinden und sich ihrer Tochter im Alltag immer wieder liebevoll zuwenden könnten. Eine bestimmte Zeit lang braucht es vielleicht sogar täglich eine gemeinsame Lissy-Mama-Zeit oder eine Lissy-Papa-Zeit. In diesen 15 bis 30 Minuten liest, bastelt, redet, malt, oder kuschelt ein Elternteil mit ihr ganz allein. So erfährt Lissy: Ich bin nach wie vor geliebt und gemocht.


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