Schwangerschaft
Traurig trotz Schwangerschaft
Etwa 7 bis 13 Prozent der werdenden Mütter leiden an einem Stimmungstief.
Viele Frauen leiden in der Schwangerschaft unter Angst und Depressionen. Doch kaum jemand getraut sich, darüber zu sprechen.
Schwangerschaft
Etwa 7 bis 13 Prozent der werdenden Mütter leiden an einem Stimmungstief.
Stimmungsschwankungen, Müdigkeit und Antriebslosigkeit gehören zum Alltag der meisten werdenden Mütter und sind Teil der hormonellen Umstellung. Kommt die Frau am Morgen jedoch nicht mehr aus dem Bett, schwinden Interesse, Freude, Vertrauen und Selbstwertgefühl, nehmen Selbstzweifel, Schuldgefühle, Antriebslosigkeit und Unentschlossenheit zu, leidet sie womöglich an einer ernsthaften depressiven Erkrankung. Weitere Hinweise können Konzentrations-, Schlaf- und Appetitstörungen sein, innere Unruhe oder Herzklopfen.
Etwa 7 bis 13 Prozent der werdenden Mütter sind von einem lang anhaltenden Stimmungstief betroffen. Neben den üblichen Ursachen einer psychischen Störung gibt es für pränatale Depressionen und Ängste zusätzliche Gründe: Manche Frauen haben Mühe mit der Rollenfindung als Mutter, andere mit der Anforderung der Gesellschaft, Muttersein und Beruf unter einen Hut zu bringen. Auch der Kontrollverlust ist ein Thema.
Wer länger als 14 Tage leidet, sollte die Ursache der Depression abklären lassen. Möglicherweise ist eine Schilddrüsenfunktionsstörung der Auslöser. Eine frühzeitige Behandlung ist umso wichtiger, da Depressionen einen negativen Einfluss auf die Schwangerschaft haben können. Risiken sind eine Frühgeburt, niedriges Geburtsgewicht und Komplikationen bei der Geburt. Auch das Risiko einer postnatalen Depression ist erhöht. Zudem leiden Kinder von Müttern mit pränatalen Angststörungen oft zappelig auf Stress oder Anspannung und weisen ein grösseres Risiko auf für psychische Erkrankungen, Verhaltensauffälligkeiten wie ADHS und Stressempfindlichkeit.
Haben Sie Fragen oder Unsicherheiten, die Ängste oder Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft betreffen? Sind Sie interessiert an Informationen über laufende Projekte, die den Einfluss von Stress in der Schwangerschaft untersuchen? Melden Sie sich bei: PD Dr. phil. Judith Alder, Leitende Psychologin, Frauenklinik Universitätsspital Basel, Tel. 061 265 94 06, E-Mail: jalder@uhbs.ch
