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Prämien sparen schadet der Gesundheit nicht

Illustration einer Familie mit 2 Kindern

Sparen bei der Gesundheit ...? Eine zweifelhafte Sache. Dennoch: Die Wahl des richtigen Versicherers und des richtigen Versicherungsmodells machts möglich.

Ob Baby oder Greis – jede Bewohnerin, jeder Bewohner dieses Landes muss obligatorisch gegen Krankheit versichert sein. Das Ärgerliche dabei: Jahr für Jahr muss für diesen Versicherungsschutz mehr vom Haushaltsbudget abgezwackt werden. Dagegen lässt sich etwas tun: Vergleichen Sie die Prämienkosten der verschiedenen Anbieter und Versicherungsmodelle minutiös. Da bei der Grundversicherung die Leistungen im Krankheitsfall gesetzlich vorgeschrieben sind, sparen Sie nicht bei der Gesundheit, wenn Sie aufs neue Jahr hin zu einer günstigeren Krankenkasse wechseln.
Allein schon die Tatsache, dass die Krankenkassenprämien für eine vierköpfige Familie rund 1000 Franken pro Monat kosten, sollte Grund genug sein, einen Abend pro Jahr für einen Prämienvergleich zu reservieren. Im Internet geht das am bequemsten. Untersuchungen haben wiederholt gezeigt, dass die Versicherten massiv Prämien sparen könnten, wenn sie den Mut zu einem Kassenwechsel aufbringen würden. Aber selbst wer nicht so mutig ist oder andere gute Gründe hat, dem bisherigen Anbieter treu zu bleiben, kann Prämienkosten sparen.
Wechsel der Franchise: Wer sich einer robusten Gesundheit erfreut, sollte eine Erhöhung der Franchise erwägen. Mit der Maximalfranchise von 2500 Franken lassen sich bis zu 50 Prozent gegenüber der Normalprämie einsparen. Für Kinder beträgt die höchstmögliche Wahlfranchise 600 Franken. Hier empfiehlt sich aber die Grundfranchise, da die Rabatte gering sind. Ebenso ist für kränkelnde Versicherte eine höhere Franchise nicht zu empfehlen, weil die Krankheitskosten bis zur Höhe der vereinbarten Franchise aus dem eigenen Sack bezahlt werden müssen.

Wechsel zu einem Alternativmodell: Immer mehr Leute haben in den letzten Jahren zu einem alternativen Versicherungsmodellgewechselt. Damit lassen sich bis zu 25 Prozent Prämienrabatt erzielen. In aller Munde sind derzeit Managed-Care-Modelle. Leistungserbringer schliessen sich darin zu eigentlichen Netzwerken zusammen, was infolge besserer Koordination der Leistungserbringer eine Ersparnis bei den Gesundheitskosten zur Folge hat. Managed Care soll künftig zur Norm werden. Heute gibt es Managed Care bereits in Form von HMO-Modellen. Auch der Wechsel zu einem Telmed- oder zum Hausarzt-Modell bringt Einsparungen. Allerdings müssen für diese Einsparungen gewisse Einschränkungen in Kauf genommen werden: Beim Hausarztmodell muss immer zuerst der eigene Hausarzt konsultiert werden. Ein direkter Gang zum Spezialisten ist nicht möglich. Beim Telmed-Modell ist vorgeschrieben, dass im Krankheitsfall zuerst ein medizinischer telefonischer Beratungsdienst kontaktiert werden muss. Notfälle sind von diesen Einschränkungen jeweils ausgeschlossen.
Familienrabatt: Die meisten Kassen gewähren Rabatte, falls sich mehrere Familienmitglieder bei ihnen versichern. Verlangen Sie eine Offerte, lassen Sie sich aber nicht vom Rabatt blenden: Günstigste Krankenkassen ohne Rabatt sind vielfach preiswerter als teure Krankenkassen mit Familienrabatt.
Unfallrisiko ausschliessen: Wer länger als 8 Stunden pro Woche bei einem Arbeitgeber angestellt ist, kann die obligatorische Unfalldeckung bei der Krankenkasse ausschliessen. Prämienersparnis: bis zu 7 %.

Kassenwechsel? Ganz einfach!

Wer auf das neue Jahr hin die Krankenkasse wechseln will, muss bei der bisherigen Versicherung kündigen. Die Kündigung – am besten mittels Einschreiben – muss bis spätestens am Dienstag, 30. November 2010, beim bisherigen Anbieter eintreffen. Wer bloss die Franchise erhöhen will, muss dies der Kasse bis am 31. Dezember mitteilen. Wer diese Termine verpasst, hat Pech. Der bisherige Vertrag verlängert sich automatisch um ein weiteres Jahr. In der Grundversicherung besteht für die Krankenkassen eine Aufnahmepflicht. Krankheit, Alter oder Schwangerschaft spielen daher für die Aufnahme keine Rolle.

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