Menü
WEM9

Montessori

Sieh unser Zuhause durch meine Augen

Und wenn wir im Land der Riesen aufwachten. Die Menschen und die Möbel um uns herum riesig wären. Um auf einem Stuhl sitzen zu können, müsste man uns hochhalten. Um ein Stück Obst zu erreichen, müsste jemand helfen ... Etwa so geht es den Kindern. Entsprechend froh sind sie, wenn ein Tisch und Stuhl dastehen, die ihnen passen. Die «vorbereitete Umgebung» spielt eine besondere Rolle in der Montessori-Pädagogik. Ziel ist es, Kindern möglichst viel Bewegungsfreiheit und Selbstständigkeit zu ermöglichen. Um die Perspektive meiner Kinder einzunehmen, setze ich mich auf den Boden und betrachte unsere Wohnung. Oftmals machen kleine Veränderungen sehr viel aus:

Die innere Entwicklung steht in enger Beziehung zur Umgebung.

Maria Montessori

♦ Bilder haben wir auf der Höhe der Kinder aufgehängt.

♦ Anstelle eines Gitterbetts liegt bei uns eine Matratze auf dem Boden, damit sie selber rein- und rauskrabbeln können.

♦ Auf tief angebrachter Garderobenleiste können sie ihre Jacke selber aufhängen.

♦ Zum Wickeltisch führt ein Lernturm, auf den die Kleine hochklettert, um gewickelt zu werden.

♦ Kinderbücher befinden sich auf Kinderhöhe und die Buchdeckel zeigen nach vorne (zum Beispiel auf einer Bildleiste an der Wand oder in einem Korb auf dem Boden), das lädt eher zum Lesen ein als ein schmaler Buchrücken irgendwo hoch im Regal.

Ich habe nicht das Gefühl, dass wir ein «Montessori-Zuhause» haben. Ich denke vielmehr, dass unser Familienleben auf Liebe, Wärme, Respekt und gesundem Menschenverstand basiert. Und doch sind Montessoris Gedanken für mich unheimlich hilfreich, um zu dem zu finden, was sich für mich als Mutter gut anfühlt.

Wenn Kinder merken, dass wir ihnen vertrauen, dass wir sie und ihre Ideen wertschätzen, ihren Bedürfnissen und Interessen Raum geben und ihnen Selbstständigkeit zutrauen, wächst ihr Selbstbewusstsein. Und auch ihr Verantwortungsbewusstsein. Denn durch ihre Unabhängigkeit lernen sie automatisch Verantwortung zu übernehmen: für sich selbst, für die anderen und hoffentlich für unsere Welt.


Zurück zum Hauptartikel: Wie Montessori zu Hause gelingt

Auch lesenswert