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Indoor-Abenteuer

Indoor-Action für Familien

Technologie- und Abenteuerwelten verschmelzen im Eilzugtempo – auch jene für Kinder und Familien. Die aufregendsten Ausflugsziele für kleine Held*innen und clevere Spürnasen.

Wald und Wiese in Ehren – jetzt verlegen wir die Familienfreizeit für einmal in bunte, schrille und digitale Kosmen. Es muss nicht immer Natur, es darf auch Kultur sein, in der Kinder (und Erwachsene!) ihren Spieltrieb ausleben können.

Denn auch in der virtuellen Realität, beim 4D-Minigolfen oder im Escape Room lernt der Mensch. Nicht bei allen, aber bei einigen Abenteuern sind auch Kindergartenkinder willkommen.

Die «wir eltern»-Redaktion hat sich durch die neusten Gamewelten gespielt, getestet und getastet. Beim Planen des Ausflugs bitte Website des Zielorts aufrufen und aktuelle Corona-Bestimmungen beachten.

  1. 4D-Minigolf
  2. Adventure Arena, Dübendorf
  3. WOW Museum, Zürich
  4. Fusion Arena Bern
  5. Snary Mary Adventures
  6. Boda Borg

4D-Minigolf

4D-Minigolf

Einlochen im Weltall

3D-Brille auf und durch die schweren Vorhänge in die Minigolf-Halle eingetreten: Hui, wir finden uns im Weltall wieder; vor dem Fenster schweben Raumschiffe vorbei und Aliens winken uns zu. Es gibt viel zu bestaunen, aber wir sind ja fürs Minigolf da.

«Der Ball schwebt», ruft ein Kind – und tatsächlich, die Illusionen im Schwarzlicht sind verblüffend. Bis auch 4D-mässig etwas passiert, dauerts ein Weilchen, aber bei Bahn 4 strömen uns plötzlich Nebelschwaden entgegen. Auch Soundeffekte und Musik tragen dazu bei, dass die Sinne stark gefordert sind.

Blitz und Donner im virtuellen Inselparadies

Vier Szenerien durchwandeln wir beim Spielen auf den 18 Bahnen. Auf das Weltall folgt eine Unterwasserwelt mit versunkenen Schätzen und gemalten Meerestieren, die dank 3D-Effekt in den Raum hineinragen, walartigen Gesängen und der ersten Bahn, die keiner von uns schafft.

Auf den meisten Bahnen gelingt aber auch Kindern innert ein paar Schlägen das Einlochen. Und wenn nicht, setzen sich die anderen hin und lassen beim Warten die Raumoptik auf sich wirken. Im Inselparadies erschreckt sich ein Kind, als auf den plötzlich aufgekommenen Wind Blitz und Donner folgen, staunend erforscht es später im Dschungel, wie wohl die so echt wirkenden Flammen gemacht sind.

Der Aufenthalt auf der ersten und noch einzigen 4D-Minigolf-Anlage der Schweiz macht Spass – und wer noch nicht genug hat, hängt noch eine Aktivität aus dem stetig wachsenden Angebot des Aarauer Freizeitcenters an.
Karen Schärer

Highlight: Die dreidimensionalen Effekte bestaunen und auf die nächste 4D-Über raschung warten
Alter: ab 5 Dauer: +/– 1 Std., je nach Gruppengrösse
Preis: Pro Runde Fr. 16.– für Erwachsene (ab 16 Jahre), Fr. 13.– für Kinder Ort: Aarau
4d-minigolfaarau.ch


Adventure Arena, Dübendorf

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Ohne einen Laserstrahl zu berühren den Raum durchqueren: «Lazer Maze» ist nur mit messerscharf kontrollierten Bewegungen zu schaffen.

Game over

Unsere Jacken hängen in der Garderobe, Taschen und Wertsachen sind im Schliessfach versorgt. In bequemer Kleidung und Turnschuhen betreten wir die dunklen Gänge der Adventure Arena, los gehts! 20 Räume stehen zur Auswahl, 20 Missionen sind zu erfüllen. Wo wir starten, entscheiden wir selbst.

Geschickt, wendig, schnell

Welche Fähigkeiten jeweils spielentscheidend sind, steht an den Eingangstüren der einzelnen Räume: Skill (Geschicklichkeit), physical, mental und teamwork werden je nach Anforderung mit einem bis fünf Sternchen bewertet. Bei «Joint Venture» beispielsweise müssen wir gemeinsam eine Kugel durch ein tischgrosses Labyrinth ruckeln und lotsen.

Bei einigen Räumen wird nicht so schnell klar, was zu tun ist und wie die Aufgabe richtig gelöst wird – wir sind froh, dass vier Köpfe mitdenken. Die jüngeren Kinder haben hin und wieder wegen fehlender Kraft oder Körpergrösse Nachteile – in «Lazer Maze» aber hilft ihnen genau letzteres, den Raum flink zu durchqueren, ohne einen Laserstrahl zu berühren.

Die verschiedenen Räume sind abwechslungsreich und fordern mal mehr Körpereinsatz, Kraft und Teamwork, dann wieder viel Köpfchen, mentale Stärke oder Geschick. Immer gefragt ist jedoch Schnelligkeit. Sobald im Raum das blaue Licht leuchtet, läuft das Spiel und wir haben zwei Minuten Zeit, die Herausforderung zu meistern.

Oft sind wir noch mitten im Spielrausch, wenn «game over», gefolgt von schadenfreudigem Gelächter aus den Lautsprechern, schallt. Die kurze Zeitspanne zum Lösen der Aufgabe ist eindeutig ein Minuspunkt. Zwar kann man den gleichen Raum so oft betreten, wie man will, etwas weniger Hektik hätten wir uns trotzdem gewünscht.
Veronica Bonilla Gurzeler

Highlight: Die vielen unterschiedlichen Parcours, die unseren vollen Körpereinsatz erfordern.
Alter: ab 7 Dauer: 1–3 Stunden
Preis: Pro Person Fr. 25.– für 1 Stunde, Fr. 35.– für 2 Stunden, mit FamilyCard 20 Prozent Rabatt bis Ende April 2021
Ort: Dübendorf ZH und Emmen LU
adventure-arena.ch


WOW Museum, Zürich

WOW-Museum Maze SMAKids

Spieglein, Spieglein an der Wand: Visuelle Überraschungen auf drei Etagen

Optische Täuschungen

Nikola (5) erklärt den magischen Ort umgehend zu seinem neuen Zuhause, «so cool!» findet er die Entdeckungstour. Sein Bett würde er im Raum «Vertigo» platzieren, einer Kammer mit abgeschrägtem Boden, in der sich das eigene Spiegelbild dank Spiegeln auf zwei gegenüberliegenden Seiten in der Unendlichkeit verliert, wie im Lied von Mani Matter «Bim Coiffeur bin i gsässe».

Tatsächlich ist im 2020 eröffneten WOW-Museum in der Nähe des Zürcher HBs nichts, wie es scheint. Auf drei Etagen und 400 Quadratmetern stossen die Besucher*innen auf Illusionen und Perspek tiven der Welt, die faszinieren, belustigen– oder auch ein wenig erschrecken. «Ich bin doch nicht so klein und dick!», ruft Nikola entsetzt und belustigt zugleich, als er sich im gewellten Spiegel betrachtet.

Vom Unter- bis ins Obergeschoss erwarten uns viele weitere verblüffende visuelle Effekte. Und das alles mit moderner Besucherführung: Für Anleitungen und Infos werden mit dem Smartphone QR-Codes gescannt und in einigen Räumen sind Kameras installiert, dank derer die Fotos direkt auf dem Handy verfügbar und versendbar sind.

Dass Vanessa Kammermann, Gründerin und Geschäftsführerin des WOW Museum, selber vier Kinder hat, ist in jedem Winkel spürbar. Angepriesen wird das Museum für Menschen von vier bis 99 Jahren. Während Kids im Vorschulalter sich eher für die Räume mit Spiegeleffekten begeistern, sind Schulkinder in der Lage, die zahlreichen Versuchsanordnungen mit optischen Täuschungen nachzuvollziehen. Kinderwagengängig ist das Museum leider nicht.
Manuela von Ah

Highlight: Im Eingangsbereich hilft das Personal, ein Foto zu erstellen, auf dem sich die Grössenverhältnisse zwischen Kind und Erwachsenem umkehren. Sehr witzig!
Altersangabe: Ab 4 Jahren Dauer: 60–90 Minuten
Preis: Erw. Fr. 23.–, 6–16 Jahre Fr. 16.–, bis 5 Jahre: gratis. Familienticket (2 Erw. und 2–4 Kinder) Fr. 73.–.
Ort: Wow Museum, Werdmühlestr. 10, Zürich
wow-museum.ch


Fusion Arena Bern

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So erlebt das Team den Blick durch die 3D-Brille.

4D-Mission als Avatare

Wir stehen da, in Vollmontur. Ausgestattet mit modernster Virtual-Reality-Technologie und Ganzkörpertracking. Ein siebenköpfiges Team in einem grossen, neutralen Raum, an Händen und Füssen Sensoren, schwere Rucksäcke mit PCs am Rücken. Damit wir uns verständigen können, sind wir mit Kopfhörern und Mikros ausgestattet.

Schwindelerregend! Doch die Gefahr ist nur virtuell.

Als wir die 3D-Brillen aufsetzen, mutieren wir alle zu Science Fiction ähnlichen Avataren, wir sehen uns, können uns berühren. So tauchen wir ab in eine virtuelle, aber real wirkende Welt der Mayas, in die antike Stadt Tikal. Ein warmer Wind weht, den wir dank des 4D-Effektes auf der Haut, in unseren Haaren spüren. In diesem Moment steigt blutrot und mächtig der Mond über dem Stufentempel auf.

Unsere Crew wird entsendet, um das Erwachen des Feuerdämons zu verhindern. Wir müssen Rätsel lösen und die magische Maske finden, um das Böse aufzuhalten – bevor es zu spät ist. Ein Lift setzt sich in Bewegung, wir versinken in den Tiefen des Tempels...

Natürlich ist uns bewusst, dass wir uns real auf ebenem Boden befinden. Doch das Gehirn übernimmt die virtuellen Bilder, der Körper zögert, die Bewegungen werden je nach Situation unsicher, vorsichtig, zittrig. Denn das Spiel «Tikal und die Nacht des Blutmondes» ist voller Gefahren, abgrundtiefer Hindernisse, Hitze ausströmender, brodelnder Lava.

Wir bewegen uns in schwindelerregender Höhe, versuchen zu verhindern, in virtuelle Tiefen zu stürzen. Und immer wieder werden wir überraschend getrennt, was nicht nur, aber vor allem, bei den jüngeren Teilnehmenden zu Schreckensmomenten führt. Am Schluss ist unsere Mission erfolgreich. Das Rätsel ist gelöst, wir haben das Biest gemeinsam besiegt! Yeah!
Anita Zulauf

Highlight: Alles! Wer einmal spielt, will wieder. Absolut cooles Erlebnis.
Alter: ab 12 Jahren Dauer: 30 Minuten Spielzeit, zusätzlich Einführung ca. 30 Minuten.
Preis: Fr. 199.– ab 3 bis 5 Spieler; Fr. 399.– ab 6 bis 10 Spieler.
Ort: Bern
bern.fusionarena.ch


Snary Mary Adventures

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Im Escape Room von Snary Mary Adventures sind Kommunikation und Grips gefragt.

Escape Room: Kunstraub

Keiner würde es uns zutrauen: Wir, zwei Frauen und zwei Mädchen (10 und 11 Jahre), werden gleich in ein Kunstmuseum einbrechen und Bilder und Skulpturen im Wert von Millionen rauben. Was uns dazu befähigt und beflügelt? Kaltblütigkeit, Teamgeist und die Lust, Rätsel zu lösen!

Wir befinden uns im Escape Room «Kunstraub» in Zürich Altstetten und – na ja, wahnsinnig kaltblütig sind wir dann doch nicht. Angesichts der Alarmanlagen und eines über uns schlafenden Museumswärters, der jederzeit aufwachen kann, sind wir ziemlich angespannt und meist flüsternd unterwegs.

Dass uns auch noch die Polizei im Nacken sitzt und uns womöglich überwältigt, trägt nicht zur Beruhigung bei. Unsere Nerven flattern 60 Minuten lang gehörig. So lange nämlich haben wir Zeit, die Mission «Kunstraub» zu erfüllen.

Beim Einbruch ins Kunstmuseum kann jederzeit der Alarm losgehen!

Der «Fluchtraum»-Boom aus den USA wurde in den letzten Jahren auch bei uns immer beliebter. Bei Escape Rooms geht es darum, in einem Team Hinweise zu entdecken, chiffrierte Nachrichten zu entschlüsseln und Aufgaben in einem oder mehreren Räumen zu lösen. Das funktioniert nur mit ein bisschen Grips und guter Kommunikation.

Das Narrativ «unseres» Escape Rooms geht zwar davon aus, dass wir beim Eindringen ins Kunstmuseum bis zur gelungenen Flucht eingesperrt sind. Real jedoch könnten wir die Räume bei Unwohlsein jederzeit sofort verlassen. Aber wir beissen uns durch, rätseln, brüten, knobeln. Und jedes Mal, wenn wir uns mit langen Gesichtern ansehen, weil wir nicht weiterkommen, schaltet sich per Walkie-Talkie der mysteriöse Mister X ein, unser Auftraggeber, und gibt uns einen entscheidenden Tipp. Und schon öffnet sich der Durchgang in den nächsten Raum. Bis wir letztendlich mit Diebesgut beladen dem Kunstmuseum entfliehen können.

Ganz billig ist das Abenteuer «Escape Room» nicht, angesichts der Installationen und des personellen Aufwandes aber ist der Preis durchaus gerechtfertigt. Und lohnen tut sich ein Besuch alleweil. Denn der gemeinsame Nervenkitzel schweisst zusammen und bleibt nachhaltig in Erinnerung. Aber Achtung: Suchtgefahr! Die Mädchen wollen nach der gelungenen Diebestour umgehend den nächsten Escape Room buchen!
Manuela von Ah

Highlight: Gemeinsamer Adrenalin-Rausch
Alter: Ab 8 in Begleitung Erwachsener Dauer: 60 Minuten
Preis: 4 Personen Fr. 180.–
Ort: Snary Mary Adventures, Vulkanstrasse 122, Zürich-Altstetten
snarymary.ch


Boda Borg

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Beim Questing im Boda Borg gilt es, als Team unter schiedlichste Missionen zu erfüllen.

Reality Gaming

Reality Gaming heisst das Spielkonzept von Boda Borg, das nicht nur gamebegeisterte Kinder und Jugendliche anspricht, sondern auch Eltern und Grosseltern.

Filme mit Indiana Jones oder Lara Croft inspirierten zum Spielkonzept bei Boda Borg.

In Schweden seit einem Vierteljahrhundert etabliert, eröffnete Boda Borg Zürich als erster Standort im deutschsprachigen Raum Ende 2019. Nach einer Einführung stürzen wir uns in unsere erste Quest: «Follow the Stars».

Die Kinder kombinieren rasch und sind ebenso flink wie wir Eltern darin, im Halbdunkel den fluoreszierenden Lichtspuren zu folgen bis zu den drei richtigen Knöpfen, die dann zeitgleich gedrückt werden sollen. Mit dem Titel der Mission als einzigem Hinweis gelingt es uns nach mehreren Versuchen tatsächlich, unter Zeitdruck alles richtig zu machen: Die Türe zum nächsten Raum der Aufgabe– sozusagen dem nächsten Level – öffnet sich. Wir schaffen alle drei Räume und holen uns stolz unseren ersten Stempel.

Später läufts weniger gut: Bei mehreren der aktuell 19 Quests in insgesamt 59 Räumen scheitern wir trotz mehrerer Versuche schon an der ersten Aufgabe. Doch der Spass, die Adrenalinschübe, die verschiedenen Abenteuerwelten dämpfen Frustrationen.

Ob man beim Questing Juwelen stiehlt, in die Mine absteigt, im Ballmeer versinkt, durch einen Tunnel kriecht oder klettert, hangelt und balanciert: Im Boda Borg brauchts Köpfchen und Geschicklichkeit. Und: Ohne Teamarbeit (3–5 Personen) gelingt gar nichts.
Karen Schärer

Highlight: Welch ein Glücksgefühl im Team, wenn man eine (Teil-)Quest geschafft hat!
Alter: ab 7 Dauer: 2 Stunden oder mehr
Preis: Pro Person Fr. 30.– für 2 Stunden, Fr. 42.– für 4 Stunden
Ort: Rümlang ZH
bodaborg.ch

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