Menü
Familienbett bild

Schlafen

5 Mythen rund ums Familienbett

Der Weg in den Schlaf mit Baby ist oft schwer genug. Wie und wo auch immer Sie ihr Baby betten wollen, ob Co-Sleeping im Familienbett oder im Kinderbettchen im eigenen Zimmer, es muss für die Eltern stimmen.

Lassen Sie Ihr Baby nicht alleine, wenn es weint.

  • Kinder im Familienbett werden verwöhnt und unselbstständig.

    Falsch. Nähe und Zuwendung haben nichts zu tun mit Verwöhnung. Doch die Verunsicherung bei Eltern ist gross: Wird unser Kind nicht lernen, dass es seinen Willen bekommt, wenn es nur laut genug schreit und wir sofort kommen, um es zu trösten? Wird es das bald ausnutzen, um uns zu manipulieren? Die Entwicklungspsychologie weiss heute: Gibt man einem Baby die Wärme und den Trost, den es braucht, lernt es, dass da mindestens ein Mensch ist, der sich kümmert, wenn es Bedürfnisse hat. Das gibt ihm Sicherheit und Vertrauen, macht es stark und fit fürs Leben.

  • Im Familienbett besteht die Gefahr, das Kind zu erdrücken.

    Falsch. Filmaufnahmen mit Infrarotkameras zeigten, dass Kind und Eltern sich im Schlaf so bewegen, dass es nie zu einer bedrohlichen Situation für das Kind kommt. Vorausgesetzt, die Eltern konsumieren keinen Alkohol oder Drogen. Die Aufnahmen zeigten zudem, dass Eltern und Kinder fast ausnahmslos sich zugewendet schlafen und die Eltern mehrmals pro Nacht im Schlaf oder Halbschlaf ihr Kind zudecken, richtig hinlegen und es schützend an sich ziehen. Ohne dass die Eltern am nächsten Morgen davon gewusst hätten. Die Interaktion von Mutter oder Vater und Kind führt auch dazu, dass das Kind immer deren Nähe spürt. Wird es kurz wach, ist es nicht allein und schläft oft fast sofort wieder ein.

  • Schläft ein Baby im Familienbett, gibts keine Probleme mehr.

    Falsch. Natürlich ist nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen, wenn das Kind im Familienbett schläft. Auch hier muss ein Baby erst in den Schlaf finden, was Zeit und eine gehörige Portion Geduld braucht. Zumal die Kleinen bis zu 20 Minuten oder mehr brauchen, um einzuschlafen. Und dann nochmal 20 Minuten, um endlich in Tiefschlaf zu sinken. Auch im Familienbett schlafen Eltern manchmal nicht gut, weil sich das Kind unruhig hin und her wälzt. Auch diese Eltern möchten manchmal lieber laut schreien, als leise zu summen

  • Babys schlafen eher durch, wenn man sie allein in ihren Bettchen weinen lässt.

    Falsch. Es kann durchaus sein, dass Babys nach vier, fünf durchweinten Nächten still sind und durchschlafen. Dann jedoch aus Resignation, weil sie gelernt haben, dass niemand kommt, wenn sie alleine sind, Angst oder Hunger haben. Darum: Lassen Sie Ihr Baby nicht allein, wenn es weint. Vergessen Sie Ratgeber mit entsprechenden Schlaftrainings. Wenn Sie Ihr Baby mehrere Minuten weinen lassen, bevor Sie es trösten gehen, nur um es zwei Minuten später wieder mehrere Minuten weinend allein zu lassen, löst das beim Kind Ängste, Not und Verzweiflung aus. Das ist quälend und sinnlos.

  • Man bekommt die Kinder nicht mehr aus dem Familienbett.

    Richtig. Doch meistens gehen sie im Alter von zwei bis vier Jahren von alleine. Ein eigenes Bett zu haben oder bei den Geschwistern im Zimmer zu schlafen, ist irgendwann viel spannender.

Auch lesenswert