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Erziehung

Verweigerung beim Zähneputzen

Nach einem späten und stressigen Abendessen verweigert Marlene (3) das Zähneputzen. Der Vater ärgert sich, ihm ist das Zähneputzen wichtig. «Sonst kriegst du Löcher und der Zahnarzt muss bohren», droht er. Als Marlene sich weiter wehrt und laut schreit, packt der Vater seine Tochter, klemmt sie zwischen seine Beine, hält ihren Kopf fest und schiebt die Zahnbürste blitzschnell in ihren Mund. Marlene prustet, spuckt und ruft «Aua», doch der Vater macht unbeirrt weiter.

Katharina Saalfrank: Marlene wird so zwar zum Zähneputzen gebracht und sie versteht auch, dass ihr Vater das Sagen hat. Gleichzeitig werden jedoch ihre Bedürfnisse nicht ernst genommen und ihre körperlichen Grenzen übertreten. Würde der Vater Marlenes Überforderung mit der Situation und seinen eigenen Ärger wahrnehmen, könnte er seinen Plan ändern und sagen: «Ich ärgere mich, Marlene, und mir ist wichtig, dass du die Zähne putzt. Also lass uns morgen nochmals darüber reden.» Am nächsten Tag kann er mit Marlene gemeinsam vereinbaren, dass sie am Abend mehr Zeit fürs Zähneputzen einplanen oder dass der Papa mit ihr gemeinsam die Zähne putzt.


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