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Artikel Strafen Nicht Hoeren

Erziehung

Nicht hinhören

Eben hat Theo (4) noch ruhig mit seinen Autos gespielt. Als die Mutter jetzt ins Wohnzimmer kommt, hüpft er wild auf den Sesseln herum, obwohl er weiss, dass er das nicht darf. Die Mutter bittet ihn zunächst freundlich aufzuhören. Doch der Bub ignoriert sie und springt weiter, sodass die Mutter laut wird, ihn packt und in sein Zimmer zerrt. «Du kannst wiederkommen, wenn du dich beruhigt hast!», ruft sie empört.

Katharina Saalfrank: Meine Erfahrung ist, dass Eltern sich in solchen Situationen vor allem hilflos fühlen. Während die Mutter hier das Bedürfnis nach Ruhe und Ordnung hat, möchte ihr Sohn Bewegung. Zwei Bedürfnisse prallen aufeinander. Reagiert die Mutter jetzt aus Unsicherheit gar nicht oder mit Strafen, ist der Konflikt vordergründig gelöst – langfristig aber leidet die Mutter-Kind-Beziehung. Hilflosigkeit oder Unsicherheit ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Es hilft uns Eltern, uns auf die Kinder einzustellen. Statt in der Hilflosigkeit zu verharren und schliesslich wütend zu werden, kann die Mutter spiegeln: «Du bist heute aber ein Wilder! Das ist mir gerade ein bisschen zu viel. Was machen wir jetzt?» Während Theo weiterspringt, kann sie verschiedene Optionen anbieten, etwa vorschlagen, eine Geschichte zu erzählen oder die Arme ausstrecken und Theo auffordern zu springen. Damit kommt sie wieder in die Führungsrolle.


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