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Kindheit

Unsere schönsten Ferien-Erinnerungen

Wer sehnt sich nicht nach den langen und unbeschwerten Sommertagen der Kindheit? Wir haben in unseren alten Fotoalben geblättert und schwelgen in Erinnerungen.

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Überall Wasserraten

In die Sommerferien gefahren sind wir in meiner Kindheit nie. Wir hatten einen Garten und mein Vater pflückte im Sommer Berge von Johannisbeeren, aus denen meine Mutter die weltbeste Konfitüre kochte. Dass im Garten auch Blumenkohl wuchs, war meiner Meinung nach genauso unnötig, wie wegzufahren. Für mich (rechts im Bild) brauchte es für das ultimative Sommerglück nämlich bloss zwei Zutaten: genügend Wasser und ein paar Kinder. Und von beidem gab es in unserem neu entstehenden Quartier reichlich, ja, sogar immer mehr. Just als unser Planschbecken langsam zu klein wurde, zog drei Häuser weiter ein Mädchen ein, das gleich alt war wie ich; bald schon waren wir beste Freundinnen. Ihr Haus hatte ein 3x6-Meter-Hallenbad und so verbrachten wir und eine Horde Kinder die Sommertage weiterhin in nichts anderem als der Badehose, umweht von Chlorgeruch, dem Duft einer glücklichen Kindheit. Veronica Bonilla Gurzeler

Caren

Anfahrt: eher säuerlich

Sommerferienstart, das ist der glücklichste Tag im Jahr. Ausser: die grosse Schwester kotzt einem auf den Kopf. Ich kann da mitreden, ich war die kleine Schwester. Na ja, ich will nicht nachtragend sein. Denn der Citroen DS, den meine Eltern damals hatten, war mit seinem besonderen Schaukeln nicht gerade magenschonend und ausserdem hatte ich es mir im Fusskasten direkt im Einfallwinkel meiner Schwester bequem gemacht. Sicherheit und Anschnallpflicht waren in den 70ern noch nicht erfunden. Jedenfalls roch dann das Auto 700 Kilometer lang säuerlich. Mein Vater zeterte 699,9 davon über die Schweinerei. Meine Mutter befand, das sei die Strafe für die Schnapsidee, im Hochsommer aus dem Ruhrgebiet nach Engelberg zum Skifahren zu juckeln, meine Schwester blieb still und grün. Und ich musste sehr weinen, weil ich als Ersatzkleidung den moosdoofen Badeanzug (Foto) statt meines todschicken Bikinis mit Rüschen angezogen kriegte. Urlaubserinnerungen sind doch etwas Schönes. Caren Battaglia

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Wir Wanderfamilie

Regelmässig reisten wir in die Berge, immer im Herbst, meist ins Wallis. Alle sechs Familienmitglieder hatten einen Wanderstock mit der Prägung «Fiesch». Da war ich total stolz drauf. Das Gefühl, über Hügel und durch Kuhweiden zu wandern, auf Bergwiesen Picknick zu essen, über die Gipfel und auf den Weg zurückzuschauen, den wir gerade gegangen waren oder kleine Kristallsteine aus den Felsen zu hämmern, war kraftvoll und ist unvergesslich. Ich erinnere mich, dass wir sogar mal den Aletschgletscher durchwanderten. Ohne Führung, Seile, Sicherung. Ganz nah tasteten wir uns an die Gletscherspalten heran, guckten runter, und bei der Vorstellung, dass da unten Eisleichen liegen, in die Spalten gefallene Menschen, die nicht so gut aufgepasst hatten wie wir gerade, durchrann mich ein zittriges Grauen. Auf dem Foto sind mein Bruder Manfred und ich. Wie man sieht, hat er mich gut im Griff. Das Grössenverhältnis ist übrigens immer noch genau gleich. Anita Zulauf

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Bis zum R(h)einfall

In meiner Erinnerung war dieses Gummiboot sehr viel grösser. In Wirklichkeit hatten wir darin zu fünft kaum Platz – einer oder eine musste entweder schwimmen, auf der Luftmatratze hinterher treiben oder so wie ich auf dem Bug Platz nehmen. Herrlich abenteuerlich war die Flussfahrt von Stein am Rhein (wo meine Grosseltern einen Wohnwagen hatten) bis fast zum Rheinfall aber immer. Da gab es Kursschiffe die Wellen warfen und immer Vortritt hatten, es gab tückische Strömungen rund um die vielen Pfeiler und mehr als einmal kippte Familie und Hausrat ins Wasser. Schwimmen konnten wir Seekinder da längst – an Schwimmwesten kann ich mich nicht erinnern. Aber das Gefühl, auf dem dunkelgrünen Rhein unter schweren Baumkronen zu treiben, werde ich nie vergessen. Selbst als wir es später ans Meer schafften, blieben die Gummibootfahrten meine Lieblingssommerferien-Erinnerungen. Katja Fischer De Santi

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Buebemaitli

Am liebsten blieb ich in den Sommerferien irgendwo in der Nähe. Denn da standen die geliebten Bäume. Ich erkletterte sie reihenweise. Ob efeubewachsene Birnbäume vor der Haustüre oder Tannenbäume in der Umgebung, ich liebte es, mich im Geäst wie Mogli hochzuhangeln. Zur Not reichten auch die in der Badi installierten Stämme (Bild, da bin ich 7 Jahre alt). In den 70er-Jahren gab es noch keine EU-Normen punkto Spielplatzsicherheit, und meine Eltern hatten offenbar solides Vertrauen in meine Trittsicherheit. Einen väterlichen Rat verinnerlichte ich bis heute: Beim Klettern – egal ob Baum, Berg oder Haushaltsleiter – wichtig ist, immer drei Kontaktpunkte mit Händen und Füssen zu halten. Den Ruf, ein «braves Mädchen» zu sein, versaute ich mir zwar damals mit der Kletterei. «Buebemaitli» war noch eine der netteren Bezeichnungen. Aber diese Schubladisierung nahm ich gerne hin. Denn sie lohnte sich angesichts des Freiheitsgefühls und des Weitblicks, der sich mir in der Höhe bot. Manuela von Ah

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