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zufriedenes Kind in einem Autositz

Kinderautositz

Der richtige Kindersitz für das Auto

Wer Kind und Auto hat, kommt um einen Kindersitz nicht rum. Auf was man achten muss beim Kauf und beim Fahren.

Wer mit Baby oder Kind im Auto fährt, braucht einen Kindersitz. Beim Kauf und bei der Anwendung des Kinderautositzes ist einiges zu beachten. Dieser Artikel beantwortet folgende Fragen und geht auf diese Aspekte ein:

  1. Kinderwagenaufsatz statt Babyschale für das Auto?
  2. Wann soll man von der Babyschale zum Autositz wechseln?
  3. Gibt es Autositze für alle Altersgruppen zwischen 0 und 12 Jahren?
  4. Welche Grössen beim Autositz gibt es?
  5. Was ist bei der neuen Sicherheitsnorm anders?
  6. Vorwärts- oder rückwärtsfahren im Autositz?
  7. Bis wann braucht ein Kind einen Autositz?
  8. Warum sollen Kinder in einem Autositz gesichert werden?
  9. Wie befestigt man den Autositz?
  10. Wie reinigt man den Autositz am besten?
  11. TCS-Tipps für den Kauf eines Kindersitzes
  12. Sind die teuersten Kindersitze fürs Auto die besten?
  13. Soll man den Kinderautositz gebraucht kaufen?
  14. Drei Kinder im Autositz auf der Rückbank?
Ein Baby schläft in der Babyschale im Auto.

Das Kind muss sicher selbst sitzen können: Erst dann ist es reif für den Wechsel von der Babyschale in den ersten Autositz.

Kinderwagenaufsatz statt Babyschale für das Auto?

Babyschalen können separat gekauft werden oder als Bestandteil eines Kombi-Kinderwagens, bei dem sich auf das Fahrgestell Babyschale, Babywanne und später der Sitzeinhang befestigen lassen. Ist das Kind während der Autofahrt eingeschlafen, kann es praktisch sein, es mitsamt der Babyschale direkt auf das Fahrgestell des Kinderwagens platzieren zu können. Generell gilt aber, dass Säuglinge nicht zu lange in der Babyschale liegen sollten, da die halbsitzende Position die noch nicht stabile Wirbelsäule des Kindes belastet.

Wann soll man von der Babyschale zum Autositz wechseln?

Sicherheitsexperten raten, erst auf die nächstgrössere Sitzgrösse zu wechseln, wenn der Kopf des Kindes über den Sitz hinausragt. Der Wechsel von der Babyschale in den ersten Autositz (Sitzschale) sollte keinesfalls zu früh erfolgen. Das Kind muss schon sicher selbstständig sitzen können. Hersteller weisen häufig ein Alter bis 18 Monate für die Babyschale aus.

Gibt es Autositze für alle Altersgruppen zwischen 0 und 12 Jahren?

Das ist sehr selten. Mitwachsende Kindersitze schneiden in Tests schlechter ab. Laut Toni Keller vom TCS ist dies der Fall, weil sowohl bei der Crashsicherheit als auch bei der Bedienung Kompromisse eingegangen werden müssen. Zudem sind mitwachsende Autositze meist schwer und sperrig. Mit drei Sitzen, dem Alter, Grösse und Gewicht entsprechend (Babyschale, Sitzschale, Autositz), ist dies nicht nötig. Die Kosten liegen auch in diesem Fall noch unter 30 Rappen pro Tag.

Ein Kleinkind sitzt zufrieden im Autositz.

Der neue Sicherheitsstandard (R129, i-Size, seit 2014) orientiert sich nicht mehr am Körpergewicht, sondern an der Körpergrösse der Kinder.

Welche Grössen beim Autositz gibt es?

Die bisherige (und nach wie vor ebenfalls gültige) Kindersitz-Norm (R44) teilt die Kindersitze nach Körpergewicht in Gruppen ein. Die Altersangabe dient als zusätzlicher Hinweis. Die bisherige Einteilung der Autositze in Gruppen weist bei den Gewichtsangaben Überschneidungen auf. So haben Eltern Zeit, den nächst grösseren Kindersitz anzuschaffen.

Der neue Sicherheitsstandard (R129, i-Size, seit 2014) orientiert sich nicht mehr am Körpergewicht, sondern an der Körpergrösse der Kinder. Die Hersteller legen den Grössenbereich für den jeweiligen Sitz eigenständig fest. So gibt es heute keine Einteilung der Kindersitze in fixe Gruppen mehr.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Babyschale, dem nächstgrösseren Schalensitz mit eigenen «Hosenträgergurten» sowie dem Autositz für über vierjährige Kinder, bei dem der Sicherheitsgurt des Autos das Kind im Sitz sichert.

Was ist bei der neuen Sicherheitsnorm anders?

Produkte, die nach der neuen Sicherheitsnorm (R129, i-Size, seit 2014) zugelassen werden, haben zusätzlich zum Frontal-Crash-Test einen Seiten-Crash-Test bestanden. In den Sitzen der neuen Sicherheitsnorm müssen Kinder bis zum Alter von 15 Monaten rückwärtsgerichtet transportiert werden (bisherige Norm: bis 9 kg).

Der neue Sicherheitsstandard orientiert sich an der Körpergrösse der Kinder, nicht mehr am Körpergewicht, wie dies beim bisherigen Sicherheitsstandard R44 der Fall ist. Die Hersteller entscheiden selbst, nach welcher Zulassungsmethode sie ihr Produkt auf den Markt bringen. Und auch die Konsumenten entscheiden frei, ob sie ein Produkt mit dem Sicherheitsstandard ECE R44 oder ECE R129 kaufen wollen.

Auch Sitze mit der älteren Norm R44 sind sicher. Kindersitze nach ECE R44.03 oder .04 sind nach wie vor zugelassen und bieten adäquaten Schutz. Eltern müssen nicht befürchten, dass sie ein Produkt mit der alten Sicherheitsnorm bald nicht mehr benutzen dürfen.

Ein Vater befestigt sein Baby im rückwärts gerichteten Autositz.

Rückwärtsfahren ist aber nicht nur für Säuglinge am sichersten. Viele Hersteller bieten Modelle an (sogenannte Reboarder), in denen Kinder bis etwa vier Jahre rückwärts mitfahren.

Vorwärts- oder rückwärtsfahren im Autositz?

Gegen die Fahrtrichtung zu fahren, ist am Sichersten. Im Auto fahren Säuglinge immer rückwärtsgerichtet. Wer die Babyschale auf dem Beifahrersitz installieren will, muss sicherstellen, dass der Airbag deaktiviert ist. Es kommen immer mehr Modelle auf den Markt, die sowohl in Fahrt- als auch in Gegenfahrtrichtung montiert werden können.

Der TCS weist darauf hin, dass der Kindersitz nicht aus Bequemlichkeit (einfacheres Anschnallen) zu früh in Fahrtrichtung gedreht werden sollte. Der TCS schreibt: «Kindersitze sollten idealerweise bis zum Altern von etwa zwei Jahren immer entgegen der Fahrtrichtung montiert werden, um das Verletzungsrisiko bei einem Frontalunfall zu reduzieren.»

Rückwärtsfahren ist aber nicht nur für Säuglinge am sichersten. Viele Hersteller bieten deshalb inzwischen Modelle an (sogenannte Reboarder), in denen Kinder bis etwa vier Jahre (100 cm) rückwärts mitfahren. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Halsmuskulatur noch schwach. Fahren sie rückwärtsgerichtet, werden Kopf und Oberkörper synchron abgebremst. So wird der Nacken vor ruckartigen Bewegungen geschützt.

Bis wann braucht ein Kind einen Autositz?

Seit April 2010 gilt eine neue Verordnung, wie lange Kinder einen Autositz haben müssen: Kinder müssen in der Schweiz bis 12 Jahre und unter 1,50 Meter Grösse mit einem Kindersitz gesichert sein – vorher galt ab 7 Jahren bloss die allgemeine Gurttragpflicht.

Die neue Verordnung entspricht derjenigen in anderen europäischen Ländern. Der TCS ist über die strengere Vorschrift erfreut: Er testet seit rund 50 Jahren Kindersitze – und empfahl schon seit Jahrzehnten die Verwendung von Kindersitzen bis 12 Jahre und 150 Zentimeter. Ein Autositz mit Rücklehne bietet vier- bis zwölfjährigen Kindern auch Seitenaufprallschutz.

Zugelassen sind auch einfache Sitzerhöher; diese bieten aber keinen Seitenaufprallschutz. Sitzerhöher können aber für grössere Kinder unter 12 Jahren oder 150 cm eine gute Lösung sein, mit der sich diese Kinder wohler fühlen als im als kindlich empfundenen Autositz.

Ein Mädchen auf einem Sitzerhöher im Auto.

Ältere Kinder reisen auf einem Sitzerhöher. Erst ab 12 Jahren oder 150 cm brauchen sie gemäss Gesetz gar keinen zusätzlichen Sitz mehr.

Warum sollen Kinder in einem Autositz gesichert werden?

Der normale Sitzgurt kann Kinder bis zu einer Körpergrösse von 150 cm bei einem Unfall schweren Schaden zufügen: Denn aus anatomischen Gründen kann der übliche 3-Punkt-Gurt noch gar nicht über das Becken eines Kindes unter 150 cm verlaufen. Während eines Unfalls rutscht der untere Gurtteil in den Bauchbereich hoch und kann schwere innere Verletzungen verursachen.

Ab 12 Jahren oder 150 cm Grösse darf das Kind ohne Kindersitz oder Sitzerhöher im Auto mitfahren. Der 3-Punkt-Gurt soll dann wie bei Erwachsenen auch straff über das Becken und mittig über die Schulter geführt werden.

Wie befestigt man den Autositz?

Ob man Kindersitze besser mit einer Isofix-Halterung oder mit dem Autogurt befestigt, fragen sich viele Eltern. Die einfachere Variante ist oft die Isofix-Halterung: Der Sitz lässt sich mit wenigen Handgriffen auf der Rückbank installieren und ist damit fix mit der Karosserie verankert – ein Sicherheits-Vorteil, kommt es um Frontaufprall.

In praktisch jedes Auto passen hingegen die Universal-Kindersitze, die mit dem 3-Punkt-Gurt befestigt werden. Auf jeden Fall überprüft werden muss jedoch, ob der Gurt dafür lang genug ist. Vor dem Kauf eines Autositzes sollte das gewünschte Modell im eigenen Fahrzeug eingebaut werden.

Falls die Kopfstütze im Weg ist, ist es notwendig, die Kopfstütze herauszulösen und nach Möglichkeit umgekehrt wieder einzustecken. Das Kind soll Probesitzen. Achten Sie auf Probleme wie zu kurze Gurte, Schwierigkeiten beim Befestigen des Sitzes oder fehlenden Platz.

Wie reinigt man den Autositz am besten?

Über kurz oder lang wird es notwendig sein, den Autositz des Kindes zu reinigen: Krümel, Flecken von Bananen, Schoppen oder sonst was Undefinierbarem sammeln sich auf dem Bezug. Im Idealfall hat die Babyschale oder der Autositz einen abnehmbaren Bezug. Diesen löst man gemäss Gebrauchsanleitung und wäscht ihn gemäss Vorgaben. Nach dem Trocknen wieder überziehen und straff befestigen.

Im Handel gibt es auch passende Schutzbezüge für Kindersitze, die man über den Sitz spannen kann. Meist handelt es sich um Baumwoll-Froteebezüge. Ein Schutzbezug kann auch selbst aus einem alten Fixleintuch oder Frotteetuch genäht werden.

Als regelrechte Geheimwaffe wird in Elternforen Rasierschaum gehandelt: Man gibt Rasierschaum auf den eingetrockneten Fleck, reibt ihn mit einer Bürste lokal etwas ein, lässt ihn einwirken und reibt nach etwa zehn Minuten mit einem Tuch nach. Auf Leder allerdings sollte Rasierschaum nicht angewendet werden.

Frau kauft Autositz für ein Kind in einem Fachgeschäft.

Wer einen neuen Kindersitz fürs Auto kauft, sollte sich beraten lassen, auf Prüfsiegel achten und den Sitz im eigenen Auto testweise einbauen.

TCS-Tipps für den Kauf eines Kindersitzes

  • Testberichte anschauen. Modell wählen, das gut abgeschnitten hat.
  • Den Einbau des Kindersitzes durch das Fachpersonal zeigen lassen; auf Bedienungsfreundlichkeit achten.
  • Babyschale oder Kindersitz vor dem Kauf im Auto ausprobieren. Ist der Fahrzeuggurt genügend lang?
  • Erst dann in den nächstgrösseren Kindersitz wechseln, wenn der Kopf des Kindes über die Babyschale beziehungsweise den Kindersitz hinausragt. Die Füsschen dürfen ruhig an die Vordersitzlehne stossen.
  • Wenn möglich Kindersitze auf dem Rücksitz einbauen.
  • Kindersitz mit dem Fahrzeugsitz fest verbinden; er darf weder wackeln noch kippen.
  • Falls Kopfstütze den Sitzeinbau behindert, diese herausziehen und, wenn möglich, umgekehrt wieder montieren.
  • Ein leicht entfernbarer Überzug erleichtert das Reinigen.
  • Sind im Auto Isofix-Verankerungen vorhanden, kann auch ein Isofix-Kindersitz verwendet werden (Fahrzeugtypenliste beachten). Dann ist die Bedienung einfacher.
  • Kindersitze kosten zwischen 100 und knapp 900 Franken, wobei die Sitze für die Kleinsten in der Regel am teuersten sind.
  • Der TCS-Test hat gezeigt, dass die Gleichung «teuer = gut» und «billig = schlecht» nicht immer stimmt.

Sind die teuersten Kindersitze fürs Auto die besten?

Das kann man so nicht sagen. Die jährlich durchgeführten Kindersitz-Tests des TCS (Touring Club Schweiz) zeigen teilweise das Gegenteil. Grundsätzlich am meisten hinblättern muss man häufig für die Modelle für die Säuglinge.

Soll man den Kinderautositz gebraucht kaufen?

Eine Babyschale oder ein Autositz kann secondhand übernommen oder gekauft werden, wenn folgende Punkte in Ordnung sind: - Die Schale oder der Autositz entspricht der zugelassenen Sicherheitsnorm R129, R44.03 oder R44.04. - Die Schale oder der Autositz weist keine Mängel am Material auf (z. B. Gurten sind intakt, weder Bruchstellen noch Verbiegungen, Verstellbarkeit und Arretier-Vorrichtung funktionieren). - Zubehör ist komplett (Montageanleitung konsultieren). - Der Sitz war nie in einen Unfall verwickelt. Haarrisse im Material können den Sitz unsicher machen.

Drei Kinder auf dem Rücksitz in Kinderautositzen.

Müssen drei Kindersitze auf der Rückbank installiert werden, wird es eng.

Drei Kinder im Autositz auf der Rückbank?

Müssen drei Kindersitze auf der Rückbank installiert werden, wird es eng. Zwei Kindersitze lassen sich meist problemlos anbringen, beim dritten machen selbst grössere Autos nicht mehr mit. Eine Lösung kann es sein, das grösste Kind auf einem einfachen Sitzerhöher in der Mitte zu platzieren. Geprüft werden sollte auch, ob der mittlere Sitz ein rückwärts gerichtetes Modell mit Stützfuss sein kann – dieser braucht zur Rücklehne der Rückbank hin weniger Platz.

Der TCS hat 2019 geprüft, welche Autos besonders kindertransportfreundlich sind. Die Montage eines dritten Kindersitzes in der zweiten Reihe war gemäss Test nur bei wenigen Fahrzeugen möglich. Im Test des TCS schafften dies der Citroën Berlingo, der Opel Combo und der Peugeot Rifter. Auch beim Citroën C5 Aircross klappte die Montage, allerdings ist der mittlere Sitz gemäss Bedienungsanleitung nicht für Kindersitze mit Stützfuss zugelassen. Bei den anderen getesteten Fahrzeugen liess sich auf dem mittleren Platz nur ein Sitzerhöher ohne Lehne anbringen.

Zuletzt aktualisiert 9/2019

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