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Ernährung

Ist Superfood wirklich super?

Lebensmittel mit gutem Ruf und schlechtem Nebeneffekt. Gesund zu essen ist schon schwierig, ökologisch gut zu essen noch schwieriger. Ein paar der angesagten «guten» Lebensmittel und Superfoods bewirken allerdings Kollateralschäden.

Chiasamen: Reich an Omega-3-Fettsäuren, voller Ballaststoffe. Dumm nur, dass in vielen Anbauländern Mittel- und Südamerikas in Europa verbotene Herbizide zum Einsatz kommen. Hiesiger Leinsamen tuts auch.

Goji-Beeren: Vitamine? Ja. Rückstände von Pflanzenschutz- und Insektenvernichtungsmitteln? Auch ja. Selbst bei Bio-Varianten. Besonders problematisch aber sind diese Stoffe für die Landarbeiter, die das Zeug ohne Schutzanzüge versprühen müssen. Johannisbeeren haben auch viel Vitamin C.

Quinoa: Glutenfrei, eiweissreich, im Trend. Deshalb sind zu den Ursprungsanbauländern Bolivien und Peru jetzt etwa auch China und Amerika in den Quinoa-Anbau eingestiegen. Der Preis ist daher im Sturzflug. Jeder zehnte bolivianische Bauer hat den Anbau aufgegeben. Oft laugt Überdüngung die Böden aus. Hirse enthält gleich viel Eiweiss.

Kokosöl: Das Öl wird von den einen geliebt, von anderen verteufelt. Fest steht: Kokosnüsse kommen aus den Tropen. Die Ökobilanz liegt auf jeden Fall schon mal schwer im Magen. Auch ist in den anbauenden Ländern Kinderarbeit oftmals gang und gäbe.

Avocado: Superstar der Beeren. Allerdings fallen in Mexiko, woher 40 Prozent unserer Avocados stammen, laut Greenpeace jährlich viele Hektar Wald illegalen Rodungen zum Opfer, um statt der Ursprungspflanzen Avocados anzubauen. Ein Kilo Avocados benötigt zur Bewässerung 1000 Liter Wasser. Der Durst der Pflanze ist vor allem in Ländern mit Wasserknappheit wie Israel oder Afrika ein Problem. Zusätzlich ziehen der lange Transport und künstliche Nachreifung die Ökobilanz der Früchte in den Keller.

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