Menü

Alternative Süssstoffe

Zuckersüss

suessstoffe_test_thinkstock_02.jpg

Wir essen zu viel Zucker – das ist ungesund. Es gibt natürliche Ersatzprodukte, die – massvoll genossen – gute Alternativen sind.

Schokolade, Smarties, Zuckerstängel – Naschkatzen könnten von Süssem leben. Hinlänglich bekannt ist, dass Süssigkeiten Karies verursachen und dick machen. Fakt ist aber auch: Süssigkeiten schmecken und geben gute Laune, denn sie fördern die Ausschüttung körpereigener Glückshormone. Für Eltern stellt sich nun die Aufgabe, einen Mittelweg zwischen Lust und Last zu finden. Ein Verbot von Süssigkeiten führt nämlich oft dazu, dass ein Kind erst recht zum Schleckmaul wird. Studien zeigen aber auch, dass Kinder sich durchaus an weniger stark gesüsste Lebensmittel gewöhnen können, wenn Eltern:

  • ihnen einen massvollen Umgang mit Süssigkeiten vorleben.
  • eine Naschdose einführen, in die das Kind zu Beginn der Woche seinen Süssigkeitenvorrat für die ganze Woche legen darf.
  • Süssgetränke streichen.
  • es vermeiden, Süssigkeiten als Belohnung, Trost oder zur Beruhigung anzubieten.

«Besonders problematisch ist der Zucker in Getränken», sagt der Ökotrophologe und Ernährungswissenschaftler Nicolai Worm aus München, «denn Zucker verweilt kaum im Magen, sättigt nicht und liefert nur leere Kalorien.» Wer statt Eistee oder Cola, Wasser oder ungezuckerten Tee trinkt, spart locker die Hauptquelle von Zucker ein. Den Zucker durch einen anderen Süssstoff zu ersetzen, ist möglich – aber nicht ganz so einfach. Neben den klassischen Mitteln wie Saccharin, Sucralose oder Aspartam greifen heute viele zu natürlichen Zuckerersatzprodukten wie Agavendicksaft, Birnendicksaft, Birkenzucker oder Stevia. Diese weisen zwar gewisse Vorteile auf, können aber ähnlich viele Kalorien wie Zucker enthalten, und sind, im Übermass genossen, ebenfalls ungesund.


Süssstoffe unter der Lupe

  • Stevia

    Stevia

    Stevia

    Was es ist Verwendet werden die süss schmeckenden Blätter und das Kraut, sowie die aus den Blättern extrahierten Steviol-Glykoside, flüssig oder pulverisiert. Die Süsskraft ist 70- bis 450-mal grösser als diejenige von Zucker. Eignet sich besonders da als Zuckerersatz, wo kein Volumen geliefert werden muss, z.B. in Getränken. Inhaltsstoffe Steviablätter enthalten 53% Kohlenhydrate, 11% Protein, 6% Fett, Mineralstoffe und Vitamine. Steviakonzentrat liefert weder Kalorien noch Kohlenhydrate. Fazit Kalorienfrei und zahnschonend, schmeckt anders als Zucker. Lässt sich bis 200 Grad erhitzen, zum Backen geeignet.

  • Ahornsirup

    Ahornsirup

    Was es ist Eingedickter, karamellisierter Saft des Zucker-Ahorns (Acer saccharum). Für 1 Liter Ahornsirup werden 30 bis 50 Liter Saft benötigt. Die geringe Ausbeute begründet den hohen Preis. Wird klassifiziert: Grad A ist am hochwertigsten. Inhaltsstoffe Besteht zu knapp 60% aus Saccharose (Zucker), zu 10% aus Glucose und Fructose und liefert Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Magnesium, Mangan, Natrium, Zink, Eisen, Zinn und Kupfer. 262 kcal pro 100 g. Fazit 75 g Ahornsirup süssen so stark wie 100 g Zucker. Geeignet für Waffeln und Pfannkuchen, auch für Salatsaucen oder Marinaden. Hat aber einen starken Eigengeschmack. Preis ca. 2 Franken für 100 g.

    Ahornsirup
  • Birnendicksaft/Birnel

    Birnendicksaft/Birnel

    Birnendicksaft / Birnel

    Was es ist 10 kg Birnen, zu Saft gepresst und eingekocht, ergeben 1 kg Birnendicksaft. Der Kauf von Birnendicksaft unterstützt die Kultur von Feldobstbäumen, die bedrohten Vogelarten als Lebensraum dienen. Inhaltsstoffe hoher Mineralstoffgehalt (Natrium, Magnesium, Kalium, Calcium, Mangan). 279 kcal* und 40 bis 60 g Fruchtzucker pro 100 g. Fazit geringere Süsskraft als Zucker (2 TL Birnendicksaft entsprechen 1 TL Zucker), dadurch keine Kalorieneinsparnis. Konzentrierter Fruchtzucker ist nicht gesünder als Haushaltszucker und sollte ebenfalls massvoll konsumiert werden. Fuürs Kochen und Backen geeignet – liefert allerdings Flüssigkeit, die bei den Rezepten anderswo eingespart werden muss. Preis ca. 1.80 Franken pro 100 g.

  • Agavendicksaft

    Agavendicksaft

    Was es ist aus wilden Agaven (Mexiko) wird der innere Kern der Blüte entfernt. Im so entstehenden Loch kann danach über ein halbes Jahr täglich bis zu 1,5 l süsser Saft entnommen werden. Inhaltsstoffe 100 g Agavendicksaft liefern 305 kcal und 76 g Kohlenhydrate (vorwiegend Fruchtzucker), Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme. Fazit Enthält bei gleicher, sehr neutraler Süsskraft wie Zucker weniger Kalorien und wird weitgehend Insulin-unabhängig verarbeitet. Kalt und warm rasch löslich, lange haltbar. Preis ab 1.80 Franken pro 100 g.

    Agavendicksaft
  • Birkenzucker/Xylit

    Birkenzucker/Xylit

    Birkenzucker/Xylit

    Was es ist Xylit wird aus Birkenbaumrinde gewonnen. Wirkt kariesvorbeugend, 40% weniger Kalorien als Zucker. Wird Insulin-unabhängig verwertet. Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit bestätigt, dass Birkenzucker positiv auf die Gesundheit wirkt. Kann bei übermässigem Konsum (mehr als 20 bis 30 g/Tag) abführend wirken. Inhaltsstoffe 100 g enthalten 240 kcal, 99,8 g niederwertige Alkohole, 0,2 g Zucker Fazit Xylit sieht aus wie Kristallzucker und süsst ebenso. Für die warme und kalte Küche geeignet. Schmeckt leicht kühlend, passt gut zu fruchtigen Desserts. Preis ca. 20 Franken pro kg.

  • Erythrit

    Erythrit

    Was es ist Erythrit ist ein Zuckeralkohol, der vom Körper fast unverändert wieder ausgeschieden wird. Meistens aus Mais gewonnen. Beeinflusst den Blutzuckerspiegel nicht, sieht aus wie Zucker, schmeckt ähnlich wie Zucker. Kann in grösseren Mengen (mehr als 60 g/Tag) abführend wirken. Inhaltsstoffe 100 g enthalten ca. 20 kcal/100 g. Fazit Hat 70% der Süsskraft von Zucker. Für die kalte Küche, zum Backen nur beschränkt geeignet (kristallisiert). Preis ab ca. 2 Franken pro 100 g.

    Erythrit

*Zum Vergleich: Zucker liefert ca. 400 kcal pro 100 g.

Sponsored Content

Auch lesenswert