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Schwimmhilfen

Wonne im Wasser

Mädchen im Badeanzug, von hinten aufgenommen, sitzt auf einem Holzsteg über dem Wasser

Damit Schwimmen Spass macht, muss es gelernt sein und das ungewohnte Element richtig erobert werden.

Kinder wollen schwimmen. Kinder sollen schwimmen. Und deshalb müssen sie es erst mal richtig lernen. Und das nicht nur, weil Schwimmunfälle noch immer die zweithäufigste Unfall-Todesursache bei Schweizer Kindern darstellen und hierzulande pro Jahr 5 Kinder zwischen 0 und 9 Jahren ertrinken, 25 sich durch Badeunfälle schwer verletzen. Auch nicht nur, weil Kinder, die in der Mittelstufe noch nicht sehr sicher im Wasser sind, ziemlich sicher von ihren Klassenkameraden ausgelacht werden. Vor allem sollen Kinder schwimmen – weil es Spass macht. Nur: Wie lernen? Ab wann? Was ist wichtig?

«Am wichtigsten ist, dass Kinder behutsam ans Wasser gewöhnt werden», so Elisabeth Herzig, Ausbildungsverantwortliche beim Schweizerischen Schwimm-Dachverband swimsports.ch. «Das beginnt zu Hause in der Badewanne. Wasser geniessen, plantschen, blubbern, untertauchen ... Gemütlich in der Wanne, stören die komisch ungewohnten Tropfen am wenigsten.»

Babyschwimmen ist ab drei bis vier Monaten möglich, sobald die angehende Wasserratte den Kopf allein halten kann. «Mit Schwimmen hat das noch gar nichts zu tun», so Herzig. «Babyschwimmen bedeutet das Element Wasser kennenlernen und lustige Zeit mit Mama oder Papa.» Und das «richtige » Schwimmenlernen? Ab etwa vier Jahren kanns losgehen. Dann sind Mädchen und Jungen reif genug, komplexere Bewegungen zu koordinieren, sich etwa eine halbe Stunde zu konzentrieren, und sie sind gross genug, um überall im Nichtschwimmerbecken stehen zu können. Und was ist besser – Kurs oder Eltern? Egal. Solange die Eltern sich selber im Wasser wohlfühlen. Nachteil des Schwimmkurses: Er kostet. Vorteile: Das Kind hört beim Schwimmlehrer oder bei der -lehrerin meist besser zu. Zudem lernt es das Schwimmen von der Pike auf, also vom Tauchen übers Rückenschwimmen (leichtere Atmung!), die strampelähnlichen Crawl-Bewegungen bis zum Brustschwimmen. Im Kurs werden Stürze ins Wasser simuliert, einarmiges Schwimmen steht auf dem Programm, was bei einer Verletzung lebensrettend sein kann und – Schwimmen mit Gleichaltrigen macht mehr Spass als allein mit Mama. Flott, mal eben zackzack vor den Sommerferien, lernt das allerdings niemand. Rund zwei Jahre müssen schon eingeplant werden. Bis dahin helfen Schwimmhilfen (siehe rechts) weiter. Für die aber gilt dennoch, so Elisabeth Herzig mit Verweis auf die neuste bfu-Kampagne zur Verhütung tödlicher Wasserunfälle: «Kleine Schwimmer gehören stets in Sichtweite, Nichtschwimmer immer in Griffweite.»

Infos unter: www.water-safety.ch; www.swimsports.ch

  • Scheiben

    Scheiben

    Die Trendigen

    Vorteil: Schwimmscheiben funktionieren ähnlich wie Flügeli, können aber bei verbesserter Schwimmfähigkeit reduziert werden. Sehen schick aus. Nachteil: Schränken Armbeweglichkeit ein. Sitzen nicht ganz so sicher wie Flügel. Beachten: Auch hier sind knallige Farben wichtig. Geeignet: Ab 8 Monaten

  • Flügeli

    Flügeli

    Die Beliebtesten

    Vorteil: Hohe Sicherheit. Das Atmen ist aufgrund der Position jederzeit sichergestellt. Nachteil: Das Kind schwimmt wie ein Korken im Wasser, in einer fürs Schwimmenlernen ungünstigen Lage. Eingeschränkte Armfreiheit. Beachten: Nie mit Flügeli vom Sprungbrett hüpfen, sie könnten platzen. Signalfarben wählen. NIE an die Füsse! UV-Strahlung macht Kunststoff brüchig. Geeignet: Ab 8 Monaten.

  • Schwimmsitzli

    Schwimmsitzli

    Die Gefährlichen

    Vorteil: Auch kleinste Babys, an deren Oberärmchen noch keine Flügel passen, können so mit ins Becken. Kinder mögen die Sitzli, weil sie oft in Form von Booten oder Flugzeugen daherkommen. Nachteil: Die Sitze kentern schnell, das Kind hängt dann mit den Beinen nach oben im Wasser. Daher waren sie zeitweilig verboten. Im Schwimmsitz sind die Beine unten im Wasser kalt, während das Baby oben – etwa im Pool – der Sonne ausgesetzt ist. Wegen des netten Äusseren paddeln auch ältere Kinder gerne damit herum. Da sie sich mehr bewegen, kippen sie noch schneller. Beachten: Nur mit Mamas oder Papas Hand am Sitzrand. Alter: 8 Monate bis 1½ Jahre.

  • Pool-Nudel / Schwimmbrett

    Pool-Nudel / Schwimmbrett

    Die Spielerischen

    Vorteil: Hervorragend, um Schwimmtechniken – etwa den Beinschlag – zu verbessern. Nachteil: Keinerlei Sicherheit. Werden Brett oder Nudel losgelassen, geht ein Nichtschwimmer unter. Beachten: Lediglich als Trainings- oder Spielgerät einsetzen. Geeignet: Ab 3 Jahren

  • Schwimmgurt «Schlori»

    Schwimmgurt «Schlori»

    Die Wandelbaren

    Vorteil: Sie werden an Bauch und Rücken befestigt, gute Wasserlage, Armbewegung unbeeinträchtigt. Anzahl der Auftriebselemente lässt sich den Fähigkeiten anpassen. Nachteil: Beim «Schlori» ist es möglich, unbemerkt die Luft herauszulassen oder das Band am Rücken aufzuziehen. Schwimmgurtelemente sind beim Transport unpraktisch. Beachten: Das «sehr gut» bei Stiftung Warentest honoriert fehlende Schadstoffe, nicht die Sicherheit! Geeignet: Für Kinder ab 3 Jahren.

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