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Unerfüllter Kinderwunsch

Wenn nur noch der Arzt helfen kann

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Jedes sechste Paar in der Schweiz kriegt auf natürlichem Weg keine Kinder und erhofft sich Hilfe von der Medizin.

Wird eine Frau innerhalb von einem Jahr ungeschützten Geschlechtsverkehrs mit dem gleichen Partner nicht schwanger, sollte das Paar den Gynäkologen für eine Sterilitätsabklärung aufsuchen. Bei Frauen, die älter sind als 35 Jahre, empfiehlt es sich gar, die Abklärungen bereits nach sechs Monaten durchzuführen.

Damit eine Frau überhaupt schwanger werden kann, müssen grundsätzlich drei Voraussetzungen erfüllt sein: Sie muss einen Eisprung haben und ihre Eileiter müssen durchgängig sein. Und das Ejakulat des Mannes muss genügend befruchtungsfähige Spermien aufweisen.

Es gibt viele Fälle, in denen die Sterilitätsursachen nicht geklärt werden können. Je klarer die Diagnose, desto besser können die geeigneten medizinischen Vorgehensweisen gewählt werden. Hier ein Überblick:

  • Hormonbehandlung: Liegt die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch in einem verspäteten oder ausbleibenden Eisprung, kann eine Hormonbehandlung helfen. Durch die Einnahme von Hormonen kann erreicht werden, dass der Zyklus sich reguliert und es zu einem Eisprung kommt. In einem ersten Schritt werden Hormone meist in Tablettenform verabreicht (z.B. Clomifen). Nach der regelmässigen Einnahme wird per Ultraschall mitverfolgt, wie viele Eibläschen (Follikel) in den Eierstöcken heranwachsen und wie gross diese Folikel sind. . Zeigen die Tabletten eine ungenügende Wirkung, werden in einem zweiten Schritt auch niedrig dosierte Hormonspritzen eingesetzt. Zusätzlich kann der Arzt oder die Ärztin auch mit einer Hormoninjektion einen Eisprung auslösen. Dafür müssen aber mindestens ein bis drei Follikel sprungreif sein. Da der Eisprung medikamentös herbeigeführt wird, kann der Geschlechtsverkehr zum idealen Zeitpunkt für eine Befruchtung stattfinden – nämlich kurz vor dem erwarteten Eisprung.
  • Insemination: Bei dieser Behandlung werden Spermien mit einem feinen Katheter direkt in die Gebärmutterhöhle geleitet. Hierzu wird der frische Samen zuerst in einer Nährlösung aufbereitet. Sobald ein bis drei sprungreife Follikel im Ultraschall zu sehen sind, wird per Hormonspritze der Eisprung ausgelöst und ein bis zwei Tage später die Insemination durchgeführt. Diese Vorgehensweise eignet sich insbesondere dann, wenn der Mann unter einer leichten bis mittleren Fruchtbarkeitsstörung leidet, also zu wenig gut geformte und gut bewegliche Spermien im Ejakulat hat.
  • In-Vitro-Fertilisation (IVF) und Intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI): Im Unterschied zur Insemination erfolgt bei der IVF und bei der ICSI die Vereinigung von Ei- und Samenzellen ausserhalb des Körpers – im Reagenzglas. Um Eizellen aus dem Eierstock zu gewinnen, muss die Frau in eine kurze Vollnarkose versetzt werden. Eine bis maximal drei befruchtete Eizellen werden zwei bis drei Tage nach der Reagenzglas-Befruchtung zurück in die Gebärmutter transferiert. Die überzähligen Eizellen werden ebenfalls befruchtet und sofort eingefroren, um sie später für einpflanzen zu können, falls ein erster Versuch nicht klappt. Die Methoden IVF und ICSI unterscheiden sich darin, wie die Samenzelle in die Eizelle gelangt: Beim IVF dringt eine Samenzelle selbstständig in die Eizelle ein. Beim ICSI wird unter dem Mikroskop eine einzelne Samenzelle ausgewählt und mit einer Mikropipette in die Eizelle gebracht.

In der Schweiz nicht erlaubte Methoden

Während die Samenspende hierzulande erlaubt ist, ist die Eizellenspende verboten. Wenn alle Behandlungen versagen, führt in anderen Ländern gerade diese Methode letztlich oft zum gewünschten Nachwuchs. Auch ist die Leihmutterschaft in der Schweiz verboten. In Ländern, in denen sie zugelassen ist, kommt sie insbesondere dann zur Anwendung, wenn es für die Frau gesundheitlich zu riskant wäre, ein Kind selbst auszutragen.

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