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Wehweh und Bobo

Mädchen mit geschwollenes Knie

Von der Aphte im Mund bis zum Zeckenbiss am Bein, stellen sich Eltern stets dieselbe Frage: Selber behandeln oder sofort zum Arzt? Praktische Tipps zum Umgang mit harmlosen und weniger harmlosen Bobos.

Aphthe

Schmerzhafte, entzündete Läsion der Mundschleimhaut.

Behandeln:

  • Mit einer Tinktur (z.B. Kamille, Ringelblume) betupfen
  • Mundspülungen mit Tee (z.B. Kamille, Ringelblume, Thymian, Salbei)
  • Unnötige Schmerzen vermeiden: Scharfes und Saures vermeiden, bis die Aphthe abgeheilt ist

Blähungen

Krämpfe im Magen-Darm-Trakt besonders häufig bei Säuglingen in den ersten paar Monaten (Dreimonatskolik).

Behandeln:

  • Tee aus Fenchel oder Kümmel, evtl. mit Apfelsaft süssen
  • Bauch sanft im Uhrzeigersinn massieren
  • Warmer Kirschkernsack oder Wärmekissen auflegen (nicht zu heiss)

Durchfall

Behandeln:

  • Flüssigkeitsverlust ausgleichen:
    Tee mit einem Teelöffel Zucker und einer Prise Salz pro Deziliter oder gebrauchsfertig erhältliche Glucose-Elektrolyt-Mischung
  • Heidelbeertee gegen Durchfall: 2 EL getrocknete (nicht frische!) Beeren mit ½ l Wasser 30 Min. kochen lassen und mehrmals täglich 1 TL geben
  • Säuglingen speziell erhältliches Durchfall-Schoppenpulver geben
  • Nach Durchfall Darm regenerieren: Sauermilchprodukte zu sich nehmen (z.B. Nature-Jogurt, Buttermilch, Sauermilch)

Zum Arzt: Bei Flüssigkeitsmangel, gilt besonders dringlich bei Babys und kleinen Kindern, die kaum trinken mögen.

Erbrechen

Behandeln: Viel trinken. Erst wieder essen, wenn Erbrechen nachlässt, mit Schonkost beginnen (z.B. Reis, Banane, gekochte Rüebli).

Zum Arzt: siehe Durchfall, Arztbesuch bei Flüssigkeitsmangel besonders bei Babys und Kleinkindern dringend.

Fieber

Ab einer Körpertemperatur von 38°C spricht man von Fieber.

Behandeln: Ab 39°C Fieber senkendes Medikament geben, bei Kindern mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen, bei Babys und Kleinkindern am besten via Zäpfchen. Dosierung nach Alter und Gewicht (Beipackzettel beachten).

Zum Arzt: Ab 3 Tagen Fieber oder ab 40°C. In den ersten beiden Lebensmonaten grundsätzlich jedes Fieber ärztlich untersuchen lassen.

Insektenstich

Behandeln:

  • Gerötete und geschwollene Stelle unter fliessend kaltes Wasser halten
  • Kältepackung auflegen: Eiswürfel in Mulltücher legen, in Frottetuch packen. Alternative: Eisbeutel für Notfälle aus dem Eisfach
  • Homöopathie: Apis mellifica
  • Stichstelle mit Teebaumöl desinfizieren

Zum Arzt: Sofort bei Atemnot, starker Schwellung oder wenn sich die Einstichstelle entzündet.

Nasenbluten

Behandeln:

  • Zuerst Kind beruhigen
  • Kältepackung/Eisbeutel auf den Nacken legen
  • Nicht Kopf in den Nacken beugen!

Zum Arzt: Wenn sich die Blutung nicht stillen lässt oder bei regelmässigem Nasenbluten.

Ohrenweh

Ohrenweh immer ernst nehmen, weil es sich um eine Mittelohrenentzündung handeln kann, die sofort therapiert werden muss.

Behandeln:
bei Gehörganginfekten/Erkältung:

  • Ohrentropfen (auch pflanzliche erhältlich)
  • Zwiebelwickel (Zwiebel klein schneiden, in Stoffwindel binden, über Wasserdampf erwärmen, mehrmals täglich aufs Ohr legen)
  • Wattebausch mit Teebaum- oder Nelkenöl tränken und sorgfältig im äusseren Gehörgang platzieren

Zum Arzt: Bei starken und anhaltenden Schmerzen. Verdacht auf Mittelohrenentzündung.

Kopfweh

Kurzfristiges Kopfweh als Begleitsymptom eines grippalen Infektes oder Anzeichen von Stress, Bewegungs- oder Flüssigkeitsmangel.

Behandeln:

  • Viel trinken, evtl. Bewegung an der frischen Luft
  • Schmerzmittel (bei Kindern Wirkstoffe Paracetamol oder Ibuprofen)
  • Pfefferminzöl auf Schläfen, Stirn und Nacken (ab 4 Jahren)
  • Tee aus Mädesüss: 1–2 TL Blüten oder Kraut mit 1,5 dl Wasser übergiessen, 10–20 Min. ziehen lassen, mehrmals täglich

Platz- oder Schürfwunden

Behandeln:

  • Kleinere Wunden unter fliessendem Wasser reinigen und desinfizieren, mit Heftpflaster schützen.

Zum Arzt:

  • Sofort bei klaffenden, stark blutenden, grösseren, tiefen oder auch stark verschmutzten Wunden. Erste Hilfe bei starker Blutung: Druckverband anlegen
  • Wenn Wunde sich entzündet
  • Abklären, ob Starrkrampfimpfung (Tetanus) fällig ist. Im Kindesalter mehrmalige Wiederholung, bei Erwachsenen alle 10 Jahre

Prellung (Beule, Bluterguss)

Behandeln:

  • In den ersten Stunden Kältepackungen oder in Tücher gehüllte Eisbeutel auflegen
  • Dann essigsaure Tonerde oder Salben (z.B. Beinwell, Arnika), nicht auf offene Wunde auftragen.

Zum Arzt: Weil das Gehirn betroffen sein könnte, bei Stürzen oder Schlägen auf den Kopf vorsichtshalber immer zur Kontrolle (gilt besonders für Babys und Kleinkinder). Achtung: Beschwerden (z.B. Übelkeit, Brechreiz, Schwindel) können auch um Stunden verzögert auftreten.

Verbrennungen/Verbrühungen

Behandeln:
Bei leichteren Verbrennungen/Verbrühungen (Grad I: Haut rot, geschwollen, bildet aber keine Blasen):

  • Kühlen! Betroffene Stelle unter fliessend kaltes Wasser halten (bei Kleinkindern max. 5–10 Minuten wegen Unterkühlungsgefahr, Erwachsene bis 20 Min.)
  • Keine Salben, Crèmes, Gels etc. auf die offene Haut auftragen

Zum Arzt: Notfallmässig bei jeder Verbrennung/Verbrühung, die über eine Rötung hinausgeht, Blasen wirft, oder auch eine grössere Hautfläche einnimmt. Während Transport betroffene Körperpartie in feuchte, kalte Tücher wickeln.

Vergiftungen

Häufige Unfälle bei Kindern passieren mit Medikamenten, Putz- und Waschmitteln sowie Mittel zur Körperpflege.

  • Toxzentrum anrufen (Tel.-Nr. 145, 24 h) und Anweisungen befolgen
  • Kind nicht zum Erbrechen bringen

Verstopfung

Behandeln:

  • Zweimal täglich ca. 1 TL Milchzucker in Brei oder Schoppen
  • 1 TL Leinsamen mit 1,5 dl Wasser übergiessen und 2- bis 3-mal täglich vor den Mahlzeiten geben
  • Wenn «nichts mehr geht»: altersgerechte Glycerinzäpfchen geben

Zum Arzt: Bei sehr starker, schmerzhafter oder häufiger Verstopfung.

Zahnunfall

Behandeln:
Bei beschädigtem, abgebrochenem oder stark gelockertem Zahn (auch Milchzahn) sofort zum Zahnarzt. Wenn es stark blutet, auf Gaze oder Stofftaschentuch beissen, äusserlich Kältepack auflegen. Abgebrochenes Stück in Wasser aufbewahren, ausgeschlagener Zahn in Zahnrettungsbox (in Apotheke oder Zahnpraxis erhältlich) oder kalte Milch legen.

Zeckenbiss

Häufigste Krankheiten, die von Zecken übertragen werden können: Borreliose und in bestimmten Regionen Zecken-Hirnhautentzündung (Frühsommer- Meningoenzephalitis FSME). Borreliose: keine Impfung möglich. FSME: Kleinkinder sind selten schwer betroffen, ab 6 Jahren bei häufigem Waldbesuch Impfung empfohlen.

Behandeln:
Zecke rasch und vorsichtig mit der Pinzette rausziehen (Zecke weder drehen, quetschen noch mit Öl beträufeln).

Zum Arzt:
Bei grippeähnlichen Symptomen Möglichkeit einer FSME abklären. Borreliose: vielschichtige Symptome. Auffallend: Manchmal nach Tagen oder Wochen ringförmige Rötung.

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