Menü

Blog

Was bringt das alles eigentlich?

Vater mit Kind vor Laptop

Unser Blogger bloggt und wird darob ganz nachdenklich.

Egal, was man tut, man sollte es hin und wieder hinterfragen. Darum frage ich mich beim Schreiben dieses Blogeintrages: Wozu mache ich das überhaupt? Cui bono?

Na zuerst mal mir: Einerseits bekomme ich ein bisschen Geld für jeden Beitrag, andererseits hilft es mir immer wieder, zwei, drei Gedanken in Worte zu fassen. Distanz, Struktur, Salär, Fingerübung – ja, für mich zahlt sich die Sache aus. Aber für euch Leser? Was habt ihr davon? Was bringt es euch, wenn ich hier von meinen Erfahrungen erzähle, euch meine Meinung präsentiere oder meine Werte kommuniziere?

Wenn man nach dem so genannten Confirmation Bias geht, bestätigt euch das vor allem. Demnach sind nämlich die Meinungen längst gemacht und ihr, liebe Leser, nehmt vor allem das war, was eure Einstellung bekräftigt und glaubt vorwiegend jenes, was in dieselbe Stossrichtung geht wie eure Überzeugung. Wir lesen also, um uns bestätigt zu fühlen. Wer überzeugt davon ist, dass die Klimaerwärmung eine Schimäre ist, der schenkt aus all den Studien jenen Glauben, die nahelegen, bei der Erderwärmung handle es sich um normale Schwankungen.

Lesen wir Texte tatsächlich derart, können sie uns per se kaum Neues vermitteln. Das wäre schade, aber nicht wahnsinnig verwunderlich. Schliesslich werden wir via Online-Medien, Apps und Social Media mit Informationen überschüttet. Wir können gar nicht alles aufnehmen, einordnen, geschweige denn evaluieren.

Aber wenn es um Familien geht und um das Zusammenleben im Allgemeinen, dann scheint mir doch eines wichtig: die Pluralität. Und die Toleranz gegenüber dieser Pluralität. Es gibt keinen goldenen Weg, wie man sein Kind zu erziehen hat. Genauso wenig wie es richtig und falsch gibt darin, wie Mutter und Vater ihre Arbeit aufteilen. Es gibt etliche Variationen, wie man sich als Mann definieren kann oder als Vater – und alle sind sie gut und tauglich, sofern sich die betroffene Person genügend Gedanken dazu gemacht und sich mit gutem Gewissen und ohne Zwang darauf geeinigt hat.

Insofern – Confirmation Bias hin oder her – lese ich immer wieder gerne von anderen Menschen, über andere Familienmodelle, Erfahrungen und Überzeugungen. Weil mir mein eigener Horizont zu schmal ist. Und ich von der Sichtweise anderer profitieren kann, selbst wenn ich damit nicht einverstanden bin. Ich hoffe, das geht euch genauso. In diesem Sinne: Danke fürs Mitlesen, danke fürs Erzählenlassen, danke für die Kenntnisnahme. Und bis bald wieder, andernorts.


Das könnte sie auch interessieren: Szenen, wie man sie aus der Werbung kennt, entsprechen selten dem Leben junger Eltern. Das dachte sich auch Studentin und Mutter Yuliya Skorobogatova und fotografierte ihren Baby-Alltag drei Monate lang mit einem Selfiestick.

Auch lesenswert