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Von Mompreneurs und Entrepreumothers

Arbeitende Mutter mit ihrer Tochter

Oder wie definiert ihr eure Work-Family-Balance?

Die Themenwahl für den neuen Blog von «wir eltern» war für mich sofort klar: Nachdem ich seit nun sieben Jahren über Kinder und Alltag gejammert, gelacht und gegrübelt habe, merke ich, dass die klassischen Kinderthemen bei mir etwas passé sind. Ich möchte hier wöchentlich über das Leben als berufstätige Frau und Mutter berichten.

Denn ich bin eine sogenannte Mompreneur. Eine Mutter, die ihr eigenes Geschäft führt und täglich versucht, den Spagat zwischen Beruf und Familie zu meistern, ohne sich dabei etwas zu zerren. Ich möchte Themen angehen, die Mompreneurs und berufstätige Mütter in der Schweiz beschäftigen: Die ominöse Work-Life-Balance, das Berufsleben rund um die Kinder. Denn wir sitzen alle in diesem schwankenden Boot.

Arbeit rund um’s Kind

Doch passt diese Beschreibung überhaupt? Eine Mompreneur ist eine Mutter, die trotz Kindern den Schritt in die Selbständigkeit gewagt hat. Oder gerade weil Kinder da sind und sie ihren Beruf nicht mehr ausüben konnte oder wollte. Bei manchen haben die Kinder ihnen erst vor Augen geführt haben, wo ihre Talente liegen. Es sind also Mütter mit eigenem Unternehmen.

Als ich mich vor 10 Jahren selbständig machte, war auch ich eine Mutter, die den Balanceakt nicht auf sich nehmen wollte, täglich den «Anziehen -Krippe bringen – ins Büro fahren» – Stress mitzumachen, um diesen am Abend zu wiederholen. Und gleichzeitig im Büro das Gefühl zu haben auf den Goodwill der männlichen oder kinderlosen Kollegen angewiesen zu sein. Die Selbständigkeit als Journalistin und Bloggerin war der Anfang, da war ich endlich meine eigene Chefin. Ich konnte mich rund um die Kinder organisieren und dann arbeiten, wenn versorgt waren oder schliefen. Und war die restliche Zeit für sie da.

Die Work-Family-Balance in Schieflage

Seit ich aber vor 18 Monaten meine eigene Firma gegründet habe, läuft es etwas anders. Ich organisiere nicht mehr die Arbeit rund um die Kinder. Sondern die Kinder rund um die Arbeit. Ich bin keine Mompreneur mehr. Ich bin eine Entrepeumother. Hoppla! Denn ich gebe es zu: Meine Firma nimmt im Moment sehr viel mehr Platz in meinem Leben ein als meine Familie. Neben dem Kerngeschäft gilt es ja auch die gesamte Admin, Buchhaltung, Mitarbeiterführung undundund zu organisieren und das braucht halt oft mehr Zeit, als die Woche hergibt.

Hinzu kommt: Ich liebe meinen Job, meine Firma! Ich stecke sehr viel Arbeit und Leidenschaft da rein, weil ich nicht nur für die Familie, sondern auch für die Gemeinschaft etwas tun möchte (ich arbeite mit Charity-Projekten zusammen und irgendwann habe ich mein eigenes Hilfsprojekt). Ausserdem: Wieso reden wir immer von der Work-Life-Balance, ist Work denn nicht auch Life? Wieso heisst es nicht Work-Family-Balance?

Die armen Kinder

Und die Kinder? Die leiden! Denn Mama muss immer arbeiten! Und wenn sie nicht in der Schule sind, bin ich einfach froh, wenn sie draussen spielen oder sonst Ruhe geben. Das schlechte Gewissen bekämpfe ich mit dem Wissen, dass ich Ihnen mit meinem Einkommen gemeinsame Ferien und dann auch viel Zeit widmen kann. Dass wir uns überhaupt wieder mehr gemeinsame Ferien leisten. Was sie davon halten? Sie sind nicht immer happy. «Die anderen haben Mittwoch Nachmittag etwas vor, nur wir nicht!». Das stimmt. Aber wenn meine 6-jährige Tochter mir dann sagt «Wenn ich gross bin, will ich auch meine eigene Chefin sein»,ist die Welt wieder in Ordnung.

Und ihr? Seid ihr Mompreneurs oder Entrepremothers? Es sind auch die Nicht-Selbständige gefragt. Oder sind wir alle einfach nur Rabenmütter?

mompreneurs-schweiz.blogspot.ch

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