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Mobilität

Kindertransport: Velositz oder Anhänger?

Zweiradfans machen ihren Nachwuchs sobald wie möglich zum Sozius. Ab wann geht das? Und womit fährt es sich am besten? Ein Überblick.

Es gibt Eltern, die packen ihr Kind ins Tragetuch und schwingen sich aufs Fahrrad. Einfacher geht es kaum, empfehlen mag das aber niemand. Bekommen allerdings Velobegeisterte ein Kind, wollen sie früher oder später auch mit ihm den Fahrtwind im Gesicht spüren. Die Transportfrage lautet: Fahrradanhänger, Kindersitz, Lastenrad oder Anhängervelo?

Wer möglichst bald mit Kind wieder unterwegs sein will, wählt einen Veloanhänger. Darin können Babys ab einem Alter von 6 bis 12 Monaten transportiert werden. Da das Kinderhirn im ersten Lebensjahr auf Erschütterungen besonders empfindlich reagiert, empfiehlt sich ein gut gefederter Anhänger mit einer Babyschale. Nicht vergessen: Holperpisten meiden und Fahrweise anpassen! Letzteres ist sowieso eine Grundsatzregel im Strassenverkehr, wenn man nicht allein auf weiter Flur ist. Etwa ab einem Jahr, wenn das Kind wirklich stabil sitzen kann, darf es auch im Fahrradsitz mitfahren.

Entscheidend für die Wahl des Transportgeräts sind die eigenen Ansprüche und das Einsatzgebiet: Wer in einer hügeligen Gegend wohnt, pedalt mit einem Velositz leichter; längere Fahrten sind für kleine Kinder in einem Anhänger jedoch bequemer. Auch das eigene Fahrrad muss auf seine Tauglichkeit überprüft werden. Entscheidend sind ein stabiler Rahmen und einwandfrei funktionierende Bremsen. Eine Übersetzung mit kleinen Gängen hilft, mit der schweren Ladung mühelos anzufahren– noch besser ist ein E-Bike. Und: Kinder tragen Helm! Ausführliche Infos: ➺ verkehrsclub.ch/velotransport

  • Anhänger

    Anhänger

    Für Sicherheitsfans

    Anhänger gelten als sicherstes Velotransportmittel. Wegen ihrer Breite benötigen sie auf der Strasse deutlich mehr Platz. Dafür können zwei Kinder und Gepäck praktisch transportiert werden. Mit passendem Zubehör sind manche Modelle auch zu Fuss einsetzbar. Preis: zwischen Fr. 400.– und 1000.–. Gebrauchtmodelle sind deutlich günstiger. Alter: Frühestens ab 6 Monate bis ca. 7 Jahre. Vorteil: Das Kind kann sich ausruhen und ist vor Wind und Wetter geschützt. Bei einem Sturz kippt der Anhänger nur selten. Nachteil: Das Handling ist zeitaufwendiger, die Last schwerer, das Fahren weniger flott und der Preis hoch.

    Preis: ●●
    Sicherheit: ●●●●
    Komfort: ●●●●

  • Velositz, Heckmodell

    Für Unbeschwerte

    Wichtig sind eine gute Rücken- und Kopfabstützung sowie höhenverstellbare Fussrasten, damit der Kinderfuss nicht in die Speichen gelangen kann. Prüfnorm DIN EN 14344 sollte unbedingt erfüllt sein. Kind niemals unbeaufsichtigt im Sitz lassen. Preis: ab Fr. 60.– bis Fr. 200.–. Alter: Erst wenn das Kind wirklich stabil sitzen und die Schwankungen und Stösse beim Fahren ausbalancieren kann, also in der Regel ab 1 Jahr. Bis max. 22 kg Körpergewicht. Vorteil: Braucht wenig Platz, ist unkompliziert, günstig und hat wenig zusätzliches Gewicht. Nachteil: Stürzt der Fahrer, stürzt auch das Kind. Kein Witterungsschutz.

    Preis: ●●●●
    Sicherheit: ●●●
    Komfort: ●●●

    Velositz, Heckmodell
  • Velositz, im Lenkbereich

    Velositz, im Lenkbereich

    Für Wagemutige

    Aus Sicherheitsgründen raten VCS und TCS vom Lenkermodell ab. Wers trotzdem wagt, fährt dem Kind zuliebe besser nur kurze Strecken. Preis: ab Fr. 60.– bis 120.–. Alter: Ab ca. 1 Jahr, wenn das Kind stabil sitzen kann. Bis max. 15 kg Körpergewicht. Vorteil: Fahrer hat freien Blick- und Sprechkontakt mit dem Kind. Nachteil: Vorne angebrachte Sitze können die Lenkung beeinträchtigen. Ist die Rückenlehne kürzer, sind Kopf und Schultern meist nicht gut abgestützt. Manche Modelle haben nur ein 5-Punkt-Gurtsystem. Stürzt man mit dem Velo, stürzt auch das Kind. Kein Witterungsschutz.

    Preis: ●●●●
    Sicherheit: ●
    Komfort: ●●

  • Lastenrad

    Für hippe Stadtkinder

    Mit Sitzen, Gurten und Regendächern lassen sich Lastenräder für den Kindertransport nutzen – wie das holländische Bakfiets, die Mutter aller Lastenräder. Zweirädrige Velos sind wendiger, geraten beim Halten aber schnell aus der Balance, Dreirädrige sind stabiler, aber schwieriger zu lenken. Preis: Ab ca. Fr. 1700.– bis 10000.–. Alter: frühestens ab 6 Monate bis ca. 7 Jahre. Vorteil: Mehrere Kinder, Einkäufe und die komplette Sandkastenausrüstung finden Platz. Die Kinder sitzen im Blickfeld. Nachteil: Das hohe Gewicht erfordert viel Muskelkraft – oder einen Elektromotor. Und der Preis genug Kaufkraft.

    Preis: ●
    Sicherheit: ●●●●
    Komfort: ●●●●

    Lastenrad
  • Schattenvelo

    Schattenvelo

    Für angehende Radsportler

    Anhängervelos und Trailerbikes eignen sich für Kinder, die schon Velo fahren, aber im Strassenverkehr noch nicht geübt sind, oder für längere Strecken. Entweder wird das Velo des Kindes mit einer Kupplung ans Erwachsenenvelo angehängt oder das Kind fährt auf einem Halbrad, das an der Sattelstütze oder am Gepäckträger des Zugfahrrads befestigt wird. Preis: ab Fr. 290.– bis 900.–. Alter: Ab ca. 4 Jahren. Vorteil: Das Kind kann mitpedalen, so viel (oder wenig) es mag. Nachteil: Das Kind darf nicht übermüdet sein, sonst droht ein Sturz.

    Preis: ●●
    Sicherheit: ●●●
    Komfort: ●●●

unbefriedigend: ● befriedigend: ●● gut: ●●● sehr gut: ●●●●

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