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Kinderkrankheiten im Überblick

So krank das Kind

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In den ersten Lebensjahren sind Kinder häufig krank. Oft auch, weil sie die typischen Kinderkrankheiten durchmachen. Ein Überblick.

Was viele Eltern, die ihre Kinder nicht mehr impfen wollen, oft vergessen: Früher waren die Kinder noch öfters krank. Und nicht immer erholte sich das Kind vollständig. Keuchhusten, Röteln oder Mumps können schwerwiegende Folgen haben. In seltenen Fällen können Komplikationen gar zum Tod führen.

Unter einer Kinderkrankheit versteht man eine Infektionskrankheit, die im Leben nur ein Mal auftritt. Danach ist man für den Rest des Lebens immun. Die meisten Leute machen diese Krankheiten im Kindesalter durch. Doch auch Erwachsene kann es treffen, sofern sie die Krankheit noch nicht in der Kindheit hatten.

Die meisten Kinderkrankheiten werden durch Viren verursacht, einige wenige (wie Keuchhusten, Scharlach) durch Bakterien. Die Krankheitserreger sorgen dafür, dass das Immunsystem Antikörper produziert. Die Zusammensetzung der Antikörper wird dann gespeichert. Und immer, wenn dasselbe Virus wieder kommt, hat der Körper bereits eine Antwort bereit und erkrankt nicht mehr. Durch eine Impfung erhält der Körper eine Immunantwort auf einen bestimmten Krankheitserreger, ohne dass er zuerst die Krankheit durchmachen muss.

Zu den typischen Kinderkrankheiten gehören

  • Dreitagefieber

So plötzlich wie das Fieber kommt, verschwindet es nach drei bis vier Tagen wieder. Fieber bis 40 Grad ist keine Seltenheit. Typisch ist ein kleinfleckiger, rötlicher Ausschlag am Körper. Hat ein Kind mehr als 41 Grad Fieber, gar Fieberkrämpfe, oder kann es nicht genügend Flüssigkeit aufnehmen, sollten Eltern mit ihm zum Arzt. Gegen Dreitagefieber gibt es keine Impfung.

  • Windpocken

Die Krankheit beginnt mit Fieber und Kopfschmerzen. Danach treten zuerst am Rumpf, dann am ganzen Körper und im Gesicht kleine, mit heller Flüssigkeit gefüllte Bläschen auf. Die Bläschen verursachen oft starken Juckreiz. Wenn Kinder die juckenden Bläschen aufkratzen, können Infektionen und Narben entstehen. Gegen den starken Juckreiz gibt es Pasten, die aufgetragen werden können. Mit Kindern, die zu apathisch werden, einen steifen Hals bekommen und das Kinn nicht mehr zur Brust senken können (Anzeichen für eine Gehirnentzündung) oder Krämpfe haben, sollte man zum Arzt. Gegen Windpocken gibt es seit ein paar Jahren eine Impfung, die vor allem älteren Kindern (ab 12 Jahren) empfohlen wird, die die Krankheit noch nicht durchgemacht haben.

  • Scharlach

Auch hier hat das Kind zuerst Fieber. Dazu stark Halsweh. Die Zunge ist dick belegt und nach zwei Tagen wird sie rot wie eine Erdbeere. Auf den Scharlacherreger reagiert der Körper mit einem rauhen, dichten Ausschlag. Wird die Krankheit nicht behandelt, fängt sich an Händen und Füssen an, die Haut loszulösen. Bei Verdacht auf Scharlach soll in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, da Scharlach auch die Nieren und das Herz angreifen kann. Gegen Scharlach gibt es keine Impfung. Und weil es vier verschiedene Scharlach-Typen gibt, kann die Krankheit im schlimmsten Fall auch vier Mal auftreten.

  • Mumps

Fast die Hälfte der Kinder, die sich mit Mumps anstecken, merken nur wenig davon. Bei den anderen treten Schwellungen der Speicheldrüsen auf, was zu einem dicken Hals führt. Meistens haben die Patienten Ohrenschmerzen. Wenn diese zu stark werden, sollten Eltern mit dem Kind zum Arzt. Auch wenn der Nacken steif wird, ein Kind erbricht und starke Bauchschmerzen als Begleiterscheinung hat, wird ein Arztbesuch empfohlen. Bei Knaben in der Pubertät besteht zudem die Gefahr, dass sich die Hoden entzünden. Das kann zu Sterilität führen. Eine Impfung gegen Mumps wird empfohlen.

  • Masern

Die Krankheit heisst so, weil sie einen fleckigen Ausschlag auf der Haut hervorruft. Etwa drei Tage vor dem Ausschlag sind Schnupfen, Schluckschmerzen, Husten, Fieber und Bindehautentzündung Anzeichen der Virusinfektion. Weil eine Masernerkrankung Lungenentzündung oder in seltenen Fällen Hirnblutung verursachen kann, wird die Impfung empfohlen (3-er-Kombination gegen Mumps/Masern/Röteln)

  • Röteln

Typisch für Röteln ist ein hellroter, zusammenfliessender Ausschlag. Dieser beginnt in der Regel hinter den Ohren und breitet sich von oben nach unten über den ganzen Körper aus. Oft haben Kinder keine Beschwerden. Allerdings können Komplikationen schwerwiegend sein. Eine Impfung (3-er-Kombinatio mit Mumps und Masern) wird empfohlen. Wenn schwangere Frauen Röteln bekommen, besteht grosse Gefahr, dass das Ungeborene davon Schaden nimmt.

  • Keuchhusten

Es beginnt mit Niesen und Schnupfen, manchmal auch mit Heiserkeit. Dann kommt der Husten dazu, der immer heftiger wird. Vor allem nachts können sich die Attacken häufen. Der Schleim, der ausgehustet wird, ist zäh und glasig. Die Hustenanfälle können sich über mehrere Wochen hinziehen. Vor allem bei Säuglingen unter sechs Monaten verläuft die Krankheit besonders schwer. Die meisten Todesfälle wegen Keuchhusten kommen auch bei ungeimpften Säuglingen unter sechs Monaten vor. Die Impfung wird dringend empfohlen. Auch Erwachsene, Babysitter und Grosseltern sollten sich impfen lassen und die Impfung regelmässig auffrischen.

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