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Seid nicht so naiv, ihr Mütter!

Bub schreit, Mama schaut zu

Geht es um ihre Buben, legen Mamis eine seltene Blauäugigkeit an den Tag. Das behauptet unser Blogger - der es wissen muss.

Okay, wie schreibe ich das bloss, ohne mich in die Nesseln zu setzen? Ich denke, wir sind uns einig, dass ein Kind, das sich gesund entwickeln soll, eine männliche und eine weibliche Beziehungsperson braucht. Mist, schon verhauen. Ich konkretisiere: Wobei den männlichen Part auch eine Frau und den weiblichen Part auch ein Mann einnehmen können. So. Ach nein, die Alleinerziehenden machen das sicherlich auch sehr gut – und dennoch: Ein Junge, der ohne männliche Bezugsperson aufwächst, wird sich früher oder später irgendwo eine solche suchen, weil er nämlich eine braucht. So viel mal als Prämisse.

Väter sind oftmals der strengere, lautere, distanziertere Elternteil. Auch wenn es in gewissen Konstellationen genau umgekehrt ist. Halten wir dennoch fest, dass Mütter eher die Fürsorglicheren, die Einfühlsameren, die Bemutternden (aha!) sind. Das macht sie unter anderem zu guten Müttern, aber eben auch zu leichten Opfern. Gerade Buben nutzen das immer-liebe und verständnisvolle Verhalten ihrer Mütter aus - und veräppeln sie nach Strich und Faden. «Hast du die Hausaufgaben gemacht?» - «Jaja.» Diskussion Ende. Ich behaupte jetzt einfach mal vage: Jeder Vater (und sowieso jeder, der «Werner – beinhart» gesehen hat) riecht schon ein paar Kilometer gegen den Wind, dass an der Sache etwas stinkt. Und hakt wahrscheinlich nach dem Prinzip «Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser» nochmals nach – um dann festzustellen, dass an Hausaufgaben noch überhaupt rein gar nichts gemacht ist. Weitere Beispiele:

«Gehst du noch Zähne putzen.» - «M-hm.» Na klar doch!

«Mami, darf ich das Handy haben? Weisch, ich muss nur kurz was auf der Taschenrechner-App ausrechnen.» «In Ordnung.»

«Ich möchte nur noch dieses Video zu Ende schauen. Danach schalte ich ab, ich schwörs.»

Meiner Erfahrung nach – und die ist natürlich subjektiv und punktuell, alles andere als allumfassend – glauben die meisten Mütter, ihre Söhne könnten kein Wässerchen trüben. Sind ja noch Kinder. Aber nein, es sind Buben. Und Buben können ziemliche Teufelsbraten sein. Sie sind faul und tricksen, wo es geht. Sie denken, sie sind schlauer als die Mutter und wollen sie dominieren (vielleicht ein Relikt aus dem Patriarchat?). Ich weiss, wovon ich rede, ich war selbst mal ein Junge.

Bei Alleinerziehenden Müttern und in Patchwork-Konstellationen spitzt sich die Sache noch zu. Das schlechte Gewissen, das Harmoniebedürfnis sowie die latente Überforderung verhärten die Fronten. Da muss unbedingt zwischendurch ein Mann eingreifen und sagen: «Sag mal, für wie blöd hältst du mich eigentlich?»

Sagt mir jetzt nicht, es hätte bei euch noch nie eine solche Situation gegeben, in der der Vater (oder Stiefvater oder männliche Part) noch schnell kontrolliert und damit den Betrug aufgedeckt hat. Eben.

Wenn ihr mich fragt, hat ein wenig Skepsis gegenüber Buben noch nie geschadet. Solange sie nicht chronisch ist. Irgendwie muss sich der Knabe ja auch sein Vertrauen erarbeiten können. Aber sich für dumm verkaufen lassen, bringt niemandem etwas.

Darum, ihr Mütter von Buben, bevor ihr euch alle Glaubwürdigkeit verspielt:

  • Glaubt nicht alles, was ihr hört.
  • Hakt auch mal nach.
  • Kontrollieren geht über Studieren.
  • Seid konsequent.
  • Rechnet nicht mit dem Schlimmsten, aber geht auch nicht immer vom Best Case aus.

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