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Cybermobbing

Schikane im Netz

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Der Schmutz, der anonym durch den Äther geschickt wird und junge Menschen plagt, ist schwer zu bereinigen.

Der Selbstmord der 12-jährigen Rebecca Ann Sedwick aus Florida hat jetzt ins Blickfeld gerückt, was sonst nur versteckt in Teenie-Natels abläuft: Cybermobbing. Als gezielte Schikane mittels SMS, Mail oder Einträgen in den diversen Chatrooms und auf Social-Network-Plattformen. Was da im Schmutz der Anonymität an Smartphones und Computern abläuft, ist schwer zu fassen. Auch gesetzlich herrscht Nebel.

Deshalb ein paar der gesicherten Fakten:

  • Jeder dritte Schüler, so Wissenschaftler der Uni Münster, hat Erfahrungen mit Cybermobbing.
  • Von den gesendeten Gemeinheiten sind 14,5 Prozent beleidigend, 5 Prozent Nachrichten unter falschem Namen, 1,9 Prozent gefakte Bilder oder Videos.
  • Am häufigsten betroffen: Mädchen und Jungen der Klassen 8 bis 10.
  • 40 Prozent der Mobber empfanden ihre Bosheiten lediglich als Streich. Das gilt auch für die Mädchen, die Rebecca Ann Sedwick mit Botschaften wie «Du bist hässlich» und «Stirb» überzogen hatten. 20 Prozent der geplagten Kinder zeigen dauerhafte psychische Beeinträchtigungen. Handy und Computer abschalten? Keine Lösung, denn Teenie-Kontakte laufen heute so. Anbieter wechseln? Funktioniert meist nicht, da Messenger-Dienste es leicht machen, das Opfer wieder aufzuspüren. Gründe? Wie beim Bulliying (engl.) meist: wahllos. Jedes Anderssein reicht. Der Mitläufereffekt setzt die Lawine in Gang. Möglichkeiten des Opfers? Gering. Wie sich gegen eine anonyme Masse wehren?
  • Nur 17 Prozent der Eltern wissen, was ihr Kind am Computer tut. Die Technikkompetenz der Kinder überschreitet die der Erwachsenen bei Weitem.
  • 14 Prozent der Teenies treffen sich irgendwann real mit Menschen, die ursprünglich Online-Bekanntschaften waren.
  • Ebenfalls 14 Prozent pflegen ihre wichtigsten Freundschaften per Internet.
  • Eltern werden als «veraltet» wahrgenommen und entfallen aus Sicht der Jugendlichen als ernst zu nehmende Gesprächspartner.
  • Möglichkeiten für Eltern: sich das Internet erklären lassen, in Kontakt bleiben. Verhaltensänderung registrieren. Gehässigkeiten nicht als Streich abtun, sondern die Polizei einschalten.
  • Aber im Netz findet sich auch Hilfe. Beispielsweise von (ausgebildeten) Teenies für Teenies: www.juuuport.de

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