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Arbeitsrecht, Krankes Kind

Arbeitsrecht

Kind krank, was nun?

Eltern plagt oft das schlechte Gewissen, wenn sie wegen ihrer kranken Kinder von der Arbeit fernbleiben. Die rechtliche Lage sieht besser aus, als viele meinen.

Mami oder Papi dürfen der Arbeit drei Tage pro Krankheitsfall fern bleiben, ohne finanzielle Abstriche befürchten zu müssen. Die von einigen Firmen kommunizierten drei Tage pro Jahr hingegen sind nicht rechtens. Eltern erhalten Lohnfortzahlung für die Abwesenheit, wie wenn sie selbst krank wären. Der Arbeitgeber kann dafür ein Arztzeugnis verlangen. Unzulässig hingegen ist, dass sich die Eltern abwechseln und jeder drei Tage zu Hause bleibt. Wer pro Jahr zwei Monate oder mehr fehlt, dem darf der Arbeitgeber gemäss Obligationenrecht die Ferien kürzen. Und zwar um einen Zwölftel für jeden vollen Monat, in dem man von der Arbeit verhindert war.

Bleibt die Frage: Wer betreut das Kind ab Krankheitstag vier?

Krippe und Tagesmutter weigern sich meist. Zu gross wäre die Ansteckungsgefahr für die anderen Schützlinge. Neben privaten Anbietern und gemeindeinternen Angeboten kümmern sich folgende Institutionen um Familien:

  • Schweizerisches Rotes Kreuz: Ausgebildete Betreuerinnen kommen für Kinder bis 12 Jahre zu den normalen Arbeitszeiten. In Ausnahme- und Notfällen auch abends und am Wochenende. Sie spielen mit ihnen, bereiten Mahlzeiten zu, übernehmen die Körperpflege und verabreichen nach Absprache Medikamente. Der Preis richtet sich nach der finanziellen Situation der Familie. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten, sofern eine entsprechende Zusatzversicherung vorliegt. Nach dieser richtet sich auch die Dauer der Betreuung. ➺ redcross.ch
  • Kinder-Spitex: Pflegt vor allem Kinder mit schweren Erkrankungen, nach Unfällen und mit motorischen oder kognitiven Beeinträchtigungen. Bei leichteren Erkrankungen kann die Kinder-Spitex kontaktiert werden. Sie klärt dann ab, welche Hilfe und Unterstützung sie im Einzelfall anbieten kann. ➺ kinder-spitex.ch

Angesichts des bürokratischen und organisatorischen Aufwands empfiehlt sich ein gutes Verhältnis zur Chefin zu pflegen oder Grosseltern in der Nähe zu haben.


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