Menü

Gesundheit Schnupfen

Nase frei!

16_Schnupfen_iStock_000011344236Small.jpg

Was tun gegen verstopfte Kindernasen? Fachärzte empfehlen Kochsalztropfen und Inhalieren statt Medikamente.

Zur Behandlung der gereizten oder verstopften Nase empfiehlt der Churer Facharzt Dominik Harder vor allem die konsequente Anwendung von physiologischen Kochsalztropfen. Harder hat sich auf Hals-, Nasen-, Ohrenerkrankungen (HNO) und Allergien spezialisiert. «Die Nasenpflege sollte zum Alltag gehören wie das Zähneputzen», sagt er.

Babys sollten laut Harder frühzeitig an Salzwasser-Nasentropfen gewöhnt werden, damit sie die Applikation im «Ernstfall» nicht als Stress empfinden. Er empfiehlt, die Tropfen im Liegen einzugeben und das Baby danach auf die Schulter zu nehmen, damit das Sekret aus der Nase laufen kann. Nasensauger findet er dagegen wenig sinnvoll, weil sie die Nase bei ungeschickter Anwendung noch mehr reizen.

Inhalieren

Bei älteren Kindern wirken auch Inhalationen. Dazu wird Wasser gekocht, der Kopf in sicherem Abstand über den Topf gehalten und ein Tuch darüber gelegt, um den Dampf Richtung Nase zu kanalisieren. Luftbefeuchter tragen ebenfalls zur Besserung der verstopften Nase bei, müssen aber regelmässig gereinigt werden, damit sie nicht zu Schimmel- und Bakterienschleudern werden.

Zimmer lüften

Das Schlafzimmer sollte einmal täglich fünf Minuten durchgelüftet werden. Besonders mühsam ist eine verstopfte Nase in der Nacht. Schon ein hoch gebetteter Kopf wirkt oft Wunder.

Medikamente überlegt einsetzen

Wenn es nicht anders geht, können schnell wirkende Medikamente wie Nasivin, Triofan oder Otrivin eingesetzt werden. Diese als Vasokonstriktoren bezeichneten Mittel ziehen die Blutgefässe in der Schleimhaut zusammen. Sie dürfen allerdings nur kurzfristig angewendet werden, weil sich die Nasenschleimhaut nach wenigen Tagen an sie gewöhnt. Nach dem Absetzen kommt es dann zu einem erneuten Anschwellen und unter Umständen zu einer dauerverstopften Nase. «Es gibt bessere Medikamente», sagt Harder.

Kortisonsprays

«Sogar die rezeptpflichtigen Kortisonsprays sind bei richtiger Anwendung weniger problematisch.» Diese Nasensprays dürfen allerdings erst ab 6 Jahren verabreicht werden.

Allergie oder Schnupfen?

Eine dauerverstopfte Nase kann auch ein Hinweis auf eine tiefer liegende Atemwegs- oder Lungenerkrankung sein, zum Beispiel auf eine Allergie. «Wenn die Nase nicht innert einiger Tage frei wird, ist ein Arztbesuch angezeigt», rät Harder. Atmet das Kind dauernd durch den Mund, sollten die Eltern aufmerksam werden. Auch über längere Zeit vergrösserte Mandeln sind laut Harder vom Arzt abzuklären.

Weshalb ist die Nase so empfindlich?

Trockene Atemluft, Erkältungserreger und allergieauslösende Substanzen sind die drei wichtigsten Ursachen für verstopfte Kindernasen. Die Nasenschleimhaut reagiert stark darauf und entzündet sich rasch. Aber warum ist gerade die Nase so empfindlich? Harder erklärt: «Die Nase hält die Atemluft gleichmässig feuchtwarm und reinigt sie von Staub und Dreck. Dazu muss sie sich rasch an veränderte Umgebungsbedingungen anpassen können.»

Eine Schwangerschaft kann Schnupfen verstärken

Frauen, deren Nase oft verstopft ist, sollten vor einer Schwangerschaft ihre Nasenpflege intensivieren. Denn der veränderte Hormonhaushalt führt meist zu einer Zuspitzung des Problems, und mit Medikamenten sollte man sich während einer Schwangerschaft bekanntlich zurückhalten. Harder empfiehlt Meersalz-Nasenspülungen und eine pflegende Nasencreme.

Auch lesenswert