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Vor dem ersten Sex

Impfen gegen Krebs?

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Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt jungen Frauen vor dem ersten Sex die HPV-Impfung. Was verunsicherte Eltern dazu wissen sollten.

Müssen Eltern ihre Tochter, kaum kommt sie in die Pubertät, bei der Ärztin gegen HPV impfen lassen? Vieles spricht dafür: An Gebärmutterhalskrebs erkranken vorab Frauen, die mit humanen Papillomaviren (kurz HPV, HP-Viren) in Kontakt gekommen sind. HP-Viren werden vor allem durch Geschlechtsverkehr übertragen. Je mehr Sexualpartner, desto höher das Risiko einer Infektion. Am häufigsten treten Infektionen mit humanen Papillomaviren bei jungen Frauen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren auf. Bei den 12- bis 14-jährigen Mädchen sind 2 Prozent infiziert, bei den 16- bis 25-jährigen Frauen bereits 14 bis 16 Prozent.

Vor dem ersten Sex

Zwar verlaufen rund 90 Prozent der Infektionen ohne Symptome und heilen innerhalb weniger Monate ab. In manchen Fällen aber bleiben die Viren im Körper, und es kommt unbemerkt zu einer chronischen Infektion, die sich im Laufe der Jahre zu Krebs entwickeln kann. Unter den rund 100 bekannten humanen Papillomaviren gibt es harmlose und weniger harmlose. Zu den gefährlichsten gehören die Typen 16 und 18, welche für mehr als 70 Prozent der Zervixkarzinome verantwortlich sind und sehr häufig zu Gewebsveränderungen und Krebsvorstufen führen. Seit wenigen Jahren gibt es eine Impfung gegen diese beiden HP-Virentypen. Da eine Impfung nur dann wirksam ist, wenn noch keine Infektion durchgemacht wurde, richtet sie sich vor allem an junge Frauen vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Notwendig sind drei Injektionen innerhalb von sechs bis zwölf Monaten.

Kontroverse Diskussion

Die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfehlen die HPV-Impfung für alle Mädchen im Alter von 11 bis 14 Jahren. Erfolgt diese im Rahmen der kantonalen Impfprogramme, übernimmt die Krankenkasse die Kosten von insgesamt etwa 700 Franken. Bis ins Jahr 2012 gilt zudem, dass sich junge Frauen bis zum Alter von 26 Jahren nachimpfen lassen können. Wie viele Impfungen wird auch die HPV-Impfung kontrovers diskutiert. Impfkritiker geben zu Bedenken, dass Wirkung und Nebenwirkungen noch zu wenig bekannt seien. Claudia Canonica, HPV-Spezialistin und Oberärztin an der gynäkologischen Klinik des Zürcher Universitätsspitals, sagt dazu: «Laufende Studien liefern immer aussagekräftigere Daten. So kann man heute beispielsweise sagen, dass der HPV-Impfschutz mindestens sechs Jahre lang anhält, und es gibt Hinweise darauf, dass er sogar lebenslang wirken könnte.» Zudem seien keine schweren Nebenwirkungen bekannt, die Impfung werde in der Regel gut vertragen. Von verschiedenen Seiten beklagt wurde auch, dass im Rahmen der laufenden Impfprogramme zu wenig informiert würde. Claudia Canonica rät jungen Frauen und ihren Eltern, sich aktiv über HPV-Impfung und Gebärmutterhalskrebs zu informieren und sich nicht zu scheuen, Fragen zu stellen – beim Arzt oder im Spital.

Dass HPV-geimpfte Jugendliche aus falschem Sicherheitsgefühl heraus nicht mehr regelmässig einen gynäkologischen Krebsabstrich machen liessen, gehört ebenfalls zu den weitverbreiteten Befürchtungen. Die Krebsliga beruhigt: Das jugendliche Sexleben habe sich nach Einführung der Hepatitis-B-Impfung auch nicht verändert. Ausserdem könne gerade die Diskussion um die HPV-Impfung junge Frauen auf die Wichtigkeit von Vorsorgeuntersuchungen aufmerksam machen.


Gebärmutterhalskrebs

Pro Jahr wird in der Schweiz bei etwa 5000 Frauen Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert. Rund 250 Frauen erkranken jährlich an einem Zervixkarzinom, und für rund 90 Frauen endet die Krankheit tödlich. Mit einem Abstrich (PAP-Test) können Krebsvorstufen entdeckt und einer krankhaften Entwicklung zu Krebs kann zuvorgekommen werden.

Impf-Hotline des Bundesamtes für Gesundheit

Tel. 0844 448 448 (Beratung gratis, Telefongebühren Fernbereich Schweiz)
» Antworten des BAG auf Fragen betreffend der HVP-Impfung

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