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Schwangerschaft, Gesundheit

Hilfe bei Kinderwunsch

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Erfüllt sich der Kinderwunsch nicht, bieten die Komplementär- und Erfahrungsmedizin Möglichkeiten. Eine Übersicht.

Homöpathie

Das homöopathische Mittel gegen Unfruchtbarkeit gibt es nicht. Mit individuell abgestimmten Medikamenten sollen die Selbstheilungskräfte aktiviert werden, damit der Körper der Frau wieder ins Gleichgewicht gebracht wird. Tritt die Menstruation wieder regelmässig ein, erhöhen sich die Chancen auf eine Schwangerschaft.

Traditionelle chinesische Medizin, Akupunktur

Sie wird oft als begleitende Massnahme bei künstlicher Befruchtung eingesetzt, wirkt aber auch bei Frauen, die auf Reproduktionsmedizin verzichten wollen. Auch die Spermienqualität soll sich gemäss Silvia Beusch vom Chinesischen Therapiezentrum in Adliswil teilweise erheblich verbessern. Paare mit unerfülltem Kinderwunsch werden mit einer Mischung aus Akupunktur, chinesischen Kräutern und Ernährungsberatung behandelt.

Hypnofertility (Hypnose bei Kinderwunsch)

Bei der Behandlung geht es in erster Linie darum, unbewusste körperliche Vorgänge durch gezielte Suggestion positiv zu beeinflussen. Nach einem Vorgespräch folgen fünf bis sechs Sitzungen, während denen die Frauen in eine Art Trance versetzt werden. «Stellen sie sich in diesem entspannten Zustand bildlich und emotional vor, wie sich der Embryo einnistet, steigt die Schwangerschaftsrate nachweislich», sagt Katja Arturi, die in Wohlen eine Praxis für Hypnosetherapie und Kinderwunsch-Hypnose betreibt.

Fussreflexzonen-Thearpie

Hier geht man davon aus, dass sich in den Füssen der ganze Körper widerspiegelt. Die Behandlung besteht aus der gezielten Massage einzelner Problemzonen und wirkt entspannend. Damit kann sie besonders Frauen helfen, bei denen Anspannung oder Stress als Grund für die Kinderlosigkeit vermutet wird.

Hormonelle Behandlung

Stimmt das Hormongleichgewicht bei der Frau nicht, kann keine Eizelle reifen und kein Eisprung stattfinden. Medikamente und Hormone in Tabletten- oder Spritzenform können Reifung und Eisprung anregen. Meist sind mehrere Behandlungsgänge nötig. Die Erfolgsrate liegt bei bis zu 95 Prozent, wobei gesundheitliche Voraussetzungen und Alter der Frau einen grossen Einfluss haben.

Chirurgische Eingriffe

Bei einer Bauchhöhlenspiegelung wird ein Laparoskop (röhrenförmiges Instrument) durch einen kleinen Einschnitt beim Bauchnabel eingeführt. Ein einfacher Eileiter-Verschluss lässt sich oft gleich korrigieren. Schwerere Veränderungen wie Endometriose brauchen grössere Eingriffe. Chirurgische Eingriffe sind zugelassen in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Spanien, Frankreich, Ukraine. Die Erfolgsquote liegt bei 5 bis 80 Prozent.

Künstliche Einführung des Samens (Intrauterine Insemination/IUI)

Produziert der Mann zwar zeugungsfähige Spermien, gelangen diese jedoch nicht in den Samenerguss, können Samenzellen in einer kleinen Operation direkt aus Nebenhoden oder Hoden entnommen werden. Diese werden am Tag des Eisprungs mit einem dünnen Katheter in die Gebärmutter gespült. Die Erfolgsquote liegt bei 15 Prozent. Zugelassen in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Spanien, Frankreich, Ukraine.

Befruchtung im Reagenzglas (In-vitro-Fertilisation/IVF, Intrazytoplasmatische Spermieninjektion/ICSI) IVF: Unter Narkose werden dem Eierstock entnommen und später im Reagenzglas mit Samenzellen zusammengebracht. Die Embryonen (in der Schweiz höchstens drei) werden durch den Muttermund in die Gebärmutter eingepflanzt. ICSI: Ein Spermium wird im Reagenzglas direkt in eine Eizelle eingespritzt. Eine ICSI führt öfter zur Schwangerschaft als eine IVF. Umstritten ist, ob ein erhöhtes Risiko für Fehlentwicklungen oder genetische Krankheiten besteht. Die Erfolgsquote liegt bei 6 bis 25 Prozent. Zugelassen in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Spanien, Frankreich, Ukraine.

Samenspende

Enthalten die Hoden des Mannes zu wenige zeugungsfähige Spermien, kann die Frau von einem anonymen Samenspender schwanger werden. Der gespendete Samen wird direkt in die Gebärmutterhöhle eingebracht, die Erfolgsquote liegt bei 15 Prozent. Die Kosten betragen rund 2300 Franken für den ersten Zyklus und 800 Franken für jeden weiteren. Zugelassen in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Spanien, Frankreich, Ukraine.

Ei- und Embryonenspende

Wenn eine Frau keine eigenen befruchtungsfähigen Eizellen hat, können ihr Fremdeizellen eingepflanzt werden. Die gespendeten Eizellen werden im Reagenzglas mit dem Samen des Partners befruchtet. Die Erfolgsquote liegt bei etwa 30 Prozent. Zugelassen in Spanien, Frankreich, Ukraine.

Leihmutterschaft

Eine fremde Frau lässt sich mit dem Samen des Partners befruchten, trägt und gebärt das Kind und übergibt es nach der Geburt an das Paar. Wie bei normaler Schwangerschaft. Zugelassen in der Ukraine, wo eine Leihmutterschaft 8000 Franken aufwärts kostet, Reise- und Aufenthaltskosten exklusive.

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