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Ratgeber

Ratgeber zum Thema Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft tauchen viele Fragen auf: Ärztin oder Hebamme? Wer bezahlt die Hebammenbegleitung? Sind die pränatalen Tests obligatorisch? Die Fachfrauen der unabhängigen Telefon- und Online-Beratung appella beantworten die wichtigsten Fragen zur Schwangerschaftsvorsorge.

Muss ich für die Schwangerschaftsvorsorge zum Gynäkologen?

Nein. Sie können sich auch von einer Hebamme betreuen lassen, bei Ihnen zu Hause oder in einer Hebammenpraxis. Die zwei Ultraschalluntersuchungen werden beim Gynäkologen gemacht. Möglich ist auch eine Mischform mit parallel geführten Arztkonsultationen. In England, Kanada, den Niederlanden und in skandinavischen Ländern ist die hebammenbegleitete Schwangerschaft und Geburt der Normalfall.

Wer bezahlt die Hebammenbegleitung?

Die Krankenkasse. Bei einer normalen Schwangerschaft übernimmt sie – wie beim Gynäkologen oder bei der Gynäkologin – die Kosten für sieben Vorsorgeuntersuchungen und zwei Ultraschalls.

Muss ich alle pränatalen Tests machen lassen?

Das entscheiden Sie. Machen Sie sich gemeinsam als werdende Eltern klar, was Sie wollen. Kommt für Sie eine Spätabtreibung nicht infrage, machen der Ersttrimester-Test oder der genetische Bluttest (Nipt) keinen Sinn. Ausser, Sie möchten sich auf das Kind mit einer Behinderung vorbereiten oder Sie sind sich noch nicht sicher, wie Sie entscheiden würden.

Sind die nicht invasiven, genetischen Nipt-Bluttests zuverlässig?

Die Hersteller versprechen eine zu 99 Prozent zuverlässige Diagnose. Doch laut dem Fachblatt «Genetics in Medicine» hat eine Studie von 2015 ergeben, dass die Tests fehleranfällig sind. Nach den invasiven Fruchtwasserpunktionen oder Chorionzottenbiopsien, die nach einem positiven Nipt-Test immer noch nötig sind, wurden 6 Prozent der Trisomie 21-, 40 Prozent der Trisomie 18- und 56 Prozent der Trisomie 13-Diagnosen nicht bestätigt.

Welche Untersuchungen sind Standard?

♦ Feststellen der Schwangerschaft
♦ Grössenbestimmung der Gebärmutter
♦ Blutdruckmessungen
♦ Urinkontrolle
♦ Blutentnahme
♦ Vaginaluntersuch
♦ Gewichtskontrolle
♦ Lagebestimmung des Kindes
♦ Zwei Ultraschalluntersuchungen in der 10.–14 und der 20.–22. Woche.

Welche Faktoren gelten als Risikoschwangerschaft?

Früher waren es 17 Faktoren, heute sind es 52. Dazu gehören:

♦ Über 35 Jahre alt
♦ Unter 18 Jahre alt
♦ Übergewicht
♦ Untergewicht
♦ Bluthochdruck
♦ Mehrlingsschwangerschaft
♦ Frühere Fehlgeburten
♦ Frühere Frühgeburten
♦ Frühere Kaiserschnitte
♦ Allergien wie Heuschnupfen
♦ Seelische Belastungen
♦ Chronische Krankheiten

Treffen zwei der 52 Faktoren zusammen, gilt man als risikoschwanger. In Deutschland und Österreich sind die Faktoren im Mutterpass vermerkt. In der Schweiz gibt es keinen offiziellen Mutterpass, er kann jedoch bei der Hebamme oder dem Arzt verlangt werden.

Wie gehe ich damit um, wenn bei mir eine Risikoschwangerschaft diagnostiziert wurde?

Lassen Sie sich nicht verrückt machen. Fragen Sie bei Ihrem Arzt nach, wie es zu dieser Einstufung gekommen ist. Welche Risiken bestehen effektiv? Haken Sie nach, wenn Ihnen gewisse Antworten keine Klarheit verschaffen.

Kann die Einstufung Risikoschwangerschaft auch wieder zurückgestuft werden?

Ja, grundsätzlich ist das möglich, wenn sich Risikofaktoren gelegt haben. Wie viel Zeit habe ich, wenn eine Trisomie-Diagnose festgestellt wird und wir noch nicht genau wissen, ob wir das Baby behalten wollen? Wichtig ist: Keine überstürzten Entscheidungen treffen. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin oder Ihrer Hebamme. insieme.ch kann zudem Auskunft geben über das Leben mit Kindern mit Trisomie. appella vermittelt Kontakte zu Fachpersonen und betroffenen Familien.

Weitere Informationen:

appella Unabhängige und unentgeltliche Telefonund Online-Beratung. Von der Gesundheitsdirektion Kanton Zürich anerkannt.

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