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Fuchsbandwurm

Die Gefahr lauert auch in der Stadt

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Der Fuchs hat seine Menschenscheu verloren. Ein Wildtierbiologe beruhigt besorgte Eltern.

wir eltern: Herr Dr. Hegglin, die Zeit der Tollwut ist vorbei – neu fürchten Eltern eine Ansteckung mit dem Fuchsbandwurm. Wie gross ist die Gefahr, daran zu erkranken?

Dr. Daniel Hegglin: Der Fuchsbandwurm ist zwar eine ernsthafte Erkrankung, stellt jedoch keine neue Gefahr dar. In weiten Teilen der Schweiz ist dieser Parasit schon seit Menschengedenken ein häufiger Bandwurm des Fuchses. Obwohl der Parasit mit der Zunahme der Fuchspopulationen häufiger geworden ist, ist eine Ansteckung zum Glück nach wie vor sehr selten. Aktuell erkranken in der Schweiz weniger als 30 Menschen pro Jahr. Entgegen den Befürchtungen vieler Eltern sind Kinder keine besondere Risikogruppe. Das Durchschnittsalter bei der Erstdiagnose ist 54 Jahre. Die Behandlungsmethoden haben sich zudem deutlich verbessert.

Der Fuchs scheidet die Eier des Parasiten mit dem Kot aus. Wie erkennt man Fuchskot im Garten oder Sandkasten?


Kot in Sandkästen und an trockenen Stellen mit lockerem Untergrund stammt meist von Katzen, die ihren Kot gewöhnlich vergraben. Da Füchse ihre Territorien markieren, wird der Kot oft an exponierten Stellen abgesetzt. Gerne markieren Füchse auch Orte, an denen sie Nahrung finden. Die drei bis acht Zentimeter langen Kotwürstchen sind meist an einem Ende in eine Spitze ausgezogen und enthalten oft gut sichtbare Nahrungsreste wie Kirschen- oder Zwetschgensteine, Mäusehaare, Knochenstücke oder Insektenreste. Diese Reste können allerdings auch in Marder- oder Dachskot auftreten. Marderkot ist mit einem Durchmesser von etwa 1 cm dünner und oft spiralig gedreht; Dachse setzen ihren Kot in kleinen, flachen Gruben, sogenannten Latrinen, ab.

Was tun mit Fuchskot im Garten?

Generell empfiehlt es sich, den Kot mithilfe eines umgestülpten Plastiksacks sauber aufzunehmen und verknotet der Kehrichtabfuhr mitzugeben. Findet man häufig Kot ums Haus, der von Füchsen stammen könnte, lohnt es sich zu prüfen, ob Futterquellen wie ungedeckte Komposthaufen oder gut geschützte Unterschlüpfe Füchse anziehen.

Was können Eltern gegen Fuchsbandwurm im Garten unternehmen? Und soll man Vorsichtsmassnahmen bei einem Spaziergang im Wald treffen?


Häufig sind die Probleme hausgemacht. Füchse werden aus falsch verstandener Tierliebe angefüttert. Dadurch verlieren sie die Scheu und kommen den Menschen sehr nahe. Wichtig ist deshalb, Distanz zu Füchsen zu halten. Wollen sich Füchse ums Haus herum installieren, lohnt es sich zu prüfen, wie solche Unterschlüpfe unzugänglich gemacht werden können. Das sollte unbedingt vor der Jungenzeit geschehen. Zudem muss man vorsichtig vorgehen, damit nicht versehentlich Tiere eingeschlossen werden. Im Wald sind keine besonderen Vorsichtsmassnahmen notwendig. Generell sollte man allgemeine Hygieneempfehlungen beachten und schmutzige Hände und rohe Nahrungsmittel vor dem Essen waschen.

Auch der Familienhund kann zum Überträger von Fuchsbandwurm werden. Wie schützt man sich und den Hund davor?


Der Fuchsbandwurm wird auf Füchse und Hunde übertragen, wenn diese mit Fuchsbandwurm infizierte Mäuse fressen. Kann man mit Sicherheit ausschliessen, dass der Hund Mäuse frisst, sind keine besonderen Vorkehrungen nötig. Andernfalls sollte der Hund monatlich mit einem gegen den Fuchsbandwurm wirksamen Mittel behandelt und davon abgehalten werden, sich in Tierkot zu wälzen.


Zur Person

Dr. Daniel Hegglin ist Wildtierbiologe bei der Forschungs- und Beratungsgemeinschaft SWILD (www.swild.ch) und am Institut für Parasitologie der Universität Zürich. Er forscht seit Jahren über Füchse und den Fuchsbandwurm.


Linktipp

Auf www.fuchsratgeber.ch sind jede Menge Tipps rund um den Fuchsbandwurm zu finden.

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