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Ferien / Low-Budget

Budget-Ferien

Zwei Kinder sitzen auf einer Wiese

Trotz knapper Kasse ein paar Tage verreisen? Mit dem Zelt, in die Jugi, auf den Bauernhof? Ernüchternd: Mit weniger als 1000 Franken pro Woche kommt nur durch, wer sehr einfallsreich ist oder selber kocht.

Bauernhof im Schwarzwald: Ferien wie in Bullerbü

«Maaaamiii, i glaub d Änte send wach!». Aufgeregt gucken die Kinder aus dem Fenster des 200 Jahre alten Bauernhauses. Munter schnattern die Laufenten durch den hübschen Garten. Herzlich willkommen auf dem Strickerhof! Nach dem Frühstück (Holzofenbrot, Tannenhonig und Eier vom Hof) gehts nach draussen. Ob wohl Gertrud, das weisse Häschen, gut geschlafen hat? Die Kälbchen noch genügend Heu haben? Und lassen sich Rudi und Hugo, die Hängebauchschweine, heute vielleicht streicheln? Abenteuer für die Kleinsten, Entspannung für die Grossen: Neben dem Streichelzoo lockt ein toller Spielplatz mit Trampolin zum Austoben, ein Brunnen zum Füsschen baden. Beeindrucken grosse Traktoren und bei schlechtem Wetter eine geräumige Spielscheune mit riesigem Fuhrpark. Abends kann in einer der schönen Grillhütten beim Bauernhof angefeuert, grilliert und gegessen werden. Wer selber kochen möchte, kann dies in der modernen, komplett ausgestatteten Küche problemlos tun. Auch Wickeltisch, Babybett, Schoppenwärmer & Co. … alles vorhanden in der frisch renovierten Wohnung. Wenn man das weiss, beginnen die Ferien schon beim Packen und es bleibt Zeit für das, was im Alltag zu kurz kommt, für das Miteinander, für Gemütlichkeit, für Genuss.

Kosten für 6 Tage Ferien, 2 Erwachsene, 2 Kleinkinder: Fr. 985.–.

Reise Auto vorhanden, ab Aarau, 328 km, Fr. 235.–

Ferienwohnung «Waldblick» für 6 Nächte Fr. 400.– (inkl.Kurtaxe).

Essen Fr. 350.– (1x pro Tag im Restaurant, ansonsten eingekauft und selbst gekocht.)

Highlight Die Kinder und der Streichelzoo, ein Dauerbrenner.

Tiefpunkt Mami wird ausgerechnet dann krank, wenn sie mal entspannen könnte. Eignet sich für Familien mit Kleinkindern. Befreundete Familie(n) mitnehmen! Drei weitere, unterschiedlich grosse Ferienwohnungen können gemietet werden.

Tipps «Landhaus Hechtsberg», Hausach – wunderschöner Garten, Mittagsmenüs für 7 Euro.

«Musikcafe/Bistro/Bar Zum Raben», Haslach – hausgemachte Glace schlecken (1 Euro/Kugel).

«Bäckerei Waidele», Haslach – Kinderspielecke, grosse Frühstücksauswahl (ab Fr. 4.50), am Wochenende Frühstücksbuffet. Tolle Torten, Schwarzwälder unbedingt probieren.

Baden: 2 Freibäder in der näheren Umgebung. Spielplatz in Haslach mit hübschem Bach.

Öffentlicher Verkehr: Mit der Konus-Gästekarte fährt die ganze Familie gratis durch den Schwarzwald – und profitiert von vielen weiteren Ermässigungen, z.B. ins Schwimmbad.

www.schwarzwald-strickerhof.de

Getestet von Simone Vogel


Velo & Verwandte: Hallo, Nonna!

Onkel, Tante, Oma, Opa – wie Perlen aufgereiht, liegen unsere Verwandten auf der Velostrecke Zürich-Poschiavo. Wunderbar! Denn mit Familien-Hopping sind unsere Ferien nicht nur lustig, sondern auch günstig. Bei der Ankunft nach der ersten Etappe in Chur zittern unsere Beine, der Po ist vom Sattel wundgescheuert. Aber die Cousins der Kinder empfangen uns so überdreht, dass für Selbstmitleid kein Platz ist. Bei der Bergetappe am nächsten Tag kriecht Mama der Familie wie eine unterzuckerte Schnecke hinterher. Also setzen wir uns in die Rhätische Bahn und durchtunneln den Albula-Pass. Bei der Fahrt durchs Engadin und über den Bernina glänzen wir wieder mit Eigenleistung. Unvergleichlich fühlt es sich an, wenn Nonna und Nonno in Poschiavo die Hände über dem Kopf zusammenklatschen: vor Glück über die unfallfreie Fahrt und die kommenden Ferientage mit uns. Die von Nonna hergestellte Ringelblumensalbe heilt wunde Stellen schnell. Bei unseren jährlichen Velotouren gehts mittlerweile längst nicht mehr nur ums Geldsparen – sondern ums euphorisierende Gefühl, eine Strecke quer durch die Schweiz aus eigener Kraft bewältigt zu haben. Wenn es sich bei der Mischpoke vergnügt unterkommen lässt, warum nicht? Kleine Geschenke als Mitbringsel müssen aber sein!

Kosten für 6 Tage Ferien, 2 Erwachsene, 2 Kinder: Fr. 725.–.

Ausrüstung Trekkingvelos (vorhanden), Velotaschen: 3x geliehen.

Übernachten 1x bei Verwandten (gratis), 1x Trattoria Caroline in Alvaneu, (Familienzimmer Fr. 140.–), www.trattoriacaroline.ch, 4x bei Nonno und Nonna in Poschiavo (gratis).

Essen Kraftfutter und Isostar für unterwegs: Fr. 100.–. Selber kochen vor Ort: Fr. 200.–

Reisen 1x SBB Alvaneu-Samedan 4 Personen (2x Juniorkarten), inklusive Verlad 4 Velos: Fr. 70.–. SBB Samedan-Zürich, 4 Pers., inkl. 4 Velos: Fr. 121.–, Gepäckversand: Fr. 24.–,

Geschenke Fr. 70.–.

Highlight Berauschend ist die Talfahrt von 1200 m. ü. M. vom Bernina-Pass hinunter ins Puschlav. Auf der Bergetappe über den Bernina unbedingt einen Abstecher zum Morteratschgletscher einplanen!

Tiefpunkt Kalter Regen. Wer Pässe überquert, muss trotz Sommer an warme Kleidung denken. Eignet sich für sportaffine Eltern mit Kindern im Anhänger – oder Eltern mit topfitten Kids ab 9 Jahren. Besonders geeignet sind Veloferien für hormongebeutelte Teenager.

Tipps Das Val da Camp ob Poschiavo eignet sich für einen traumhaften Tagesausflug. Es müssen nicht immer Pässe sein.

Auf www.veloland.ch findet jede Familie eine geeignete Strecke.

Nur das Notwendigste mitnehmen, den Rest per SBB an den Zielort verschicken.

Getestet von Manuela von Ah


Basel: Per Schiff zum Städtetrip

Das Ziel heisst Basel. Doch erst gehts ab aufs Schiff. Wir fahren mit der MS Christoph Merian ab Kaiseraugst in die Stadt. Ein Abenteuer nicht nur für die Kinder, denn die Schleuse, die wir auf der rund zweistündigen Fahrt passieren, macht mächtig Eindruck. Übernachten wollen wir im Basel Backpack, Urban Hostel Culture. Das Hostel ist Teil einer 130 Jahre alten Maschinenfabrik, dem Gundeldinger Feld. Wir buchen ein gemütliches Achterzimmer, die Küche teilen wir uns mit Leuten aus aller Welt. Im Preis inbegriffen ist ein gratis Mobility Ticket für alle. Die sechs Tage Städtetrip finden auch die Kinder toll. Wir bestaunen den 13,4 Meter grossen Hammering Man auf dem Aeschenplatz, schlendern dem Rhein entlang zum Dreiländereck, füttern Enten am Ufer im Kleinbasel. Den Tinguelybrunnen finden die Kinder zwar auch spannend, besser aber noch die in Basel umstrittene Metallskulptur Intersection auf dem Platz vor dem Theater. Dort lässt es sich prima «Fangis» spielen und die Effekte beim «Durchklatschen» der Skulptur finden die Kids «Hammer».

Kosten für 6 Tage Ferien, 2 Erwachsene und 2 Kinder, 3 und 6 Jahre: Fr. 1329.–

Übernachten 6x im 8-Bettzimmer: Fr. 652.–, mit Frühstück Fr. 844.– inkl. gratis Mobility-Ticket. Kinder bis 2 Jahre gratis, bis 6 Jahre 30 Prozent Rabatt. Infos unter www.baselbackpack.com.

Reisen Benzinkosten: ca. Fr. 30.–, Schiffticket: Fr. 55.–

Essen ca. Fr. 400.–, zwei Abendessen im Restaurant, viermal selber kochen im Hostel, Eisessen und Picknick.

Highlights Der Flüsterbogen beim Portal des St. Georgsturms beim Basler Münster: In die Mauerrinne entlang dem Tor reinflüstern, der Ton geht der Rinne entlang hinauf und kommt auf der anderen Seite unten an. Wer dort steht und sein Ohr an die Rinne hält, kann das Geflüsterte gut hören. Das Gundeldinger Feld, wo das Hostel einquartiert ist, ist super für Familien. Hier gibts Restaurants, Spielplätze, Werkstätten und Ateliers, eine Kletterhalle, eine Brauerei, ein Tango-Studio, eine Bibliothek und vieles mehr.

Tiefpunkt wegen Wetterglück keinen.

Tipps Flusspiraten auf dem Rhein, Infos unter: www.bpg.ch.

Wanderung auf dem Rheinpfad.

Eisessen im Eiscafe Acero, Rheingasse 13.

Pizzaessen in der Pizzeria Picobello am Blumenrain 12.

Gesunder Fastfood im Takeaway Hitzberger, Aeschenplatz 7.

Eignet sich für Städtetriper.

Getestet von Anita Zulauf


Disentis (GR): Zeltwoche in den Alpen

Kaum auf dem Campingplatz in Disentis angekommen, springen unsere Kinder aus dem Auto und zum kleinen Badesee mit der Fähre, wo sie sich im vergangenen Sommer tagelang von einer Seeseite zur anderen gezogen haben. Ich checke derweil an der Rezeption ein, wir nehmen einen Platz auf der Zeltwiese – hier sind die unkomplizierten Camper, die Familien. Und wer sein Zelt neben einer Feuerstelle hat, kann den Tag gemütlich am Feuer ausklingen lassen. Anzünden müssen wir das Feuer nie selber, unsere Kinder machen das noch so gerne. Am Rand der Wiese trennt ein Damm den Zeltplatz vom Vorderrhein. Wenn nicht gerade ein starkes Gewitter den Fluss anschwellen lässt, ist der Rhein hier ein knietiefer Fluss in einem Kiesbett, den die Kinder an der Hand von Papa zu Fuss durchqueren können. Unsere Jungs graben in den Sandbänken und bauen kleine Staudämme, während unsere Zeltnachbarn mit Schaufel und Schürfpfanne ausrücken: Sie suchen Gold. Am Abend zeigen sie uns tatsächlich ein kleines Gläschen mit Goldflitter.

Kosten für 6 Tage Ferien, 2 Erwachsene, 2 Kinder: Fr. 740.–

Ausrüstung Campingausrüstung: Zelt, Schlafsack, Mätteli und Kocher waren bereits vorhanden.

Übernachten 6x Campingplatz Disentis Fr. 420.–.

Essen Selber kochen vor Ort: Fr. 240.–, Snacks und Glace am Kiosk: Fr. 30.–.

Reisen Benzinkosten für 320 km Fr. 50.–.

Highlight Badelandschaft in der ehemaligen Fischzucht, bereits für kleinste Kinder geeignet. Abenteuerwanderung im Flussbett des Vorderrheins. Kristallsuchen in den Bergen oberhalb von Disentis.

Tiefpunkt Wenn es regnet, ist es hier auf 1100 Meter ü. M. rasch kalt. Ein Regentag lässt sich im Hallenbad von Sedrun überbrücken, dauert das Hudelwetter an, hilft die Flucht über den Lukmanier ins Tessin. In einer Stunde ist man im Camping von Aquarossa.

Eignet sich für Familien mit Kindern von 0–10 Jahren. Wenn die Kinder Gold schürfen, auch für ältere Jugendliche.

Tipps Ferienaktivitäten vom Campinglatz, z.B. Holzhütte bauen für die Kleinen, Goldwaschen, Kristall suchen für die etwas älteren Kinder.

Abenteuer-Seilpark in der Schlucht oberhalb des Campingplatzes. Alle Schweizer Campingplätze auf www.camping.ch.

Ausflüge Alp Pertusio (gleich nach Lukmanierpass), Wandern im Val Sumvitg (Parkplatz nach dem Stausee).

Getestet von Guido Santner


Jugendherberge Le Bémont (JR): Töggele ja, Hagebuttentee nein

«Die hohen Schuhe kannst du getrost wieder aus der Reisetasche nehmen, wir gehen in eine Ju-gend-her-be-rge!», ruft die Teenie-Tochter durch die geschlossene Tür und man fragt sich doch, wie sie wissen kann, dass die Mutter gerade dabei war, nur dieses eine winzige und nur ganz wenig hochhackige Paar neben die Badetücher zu quetschen? Dann eben nicht! Finster werden stattdessen Flipflops aus Gummi reingestopft. Für die Dusche. Massendusche, wahrscheinlich. So sind Jugendherbergen. Spartanisch, müffelig, ungeheizt und ständig gibt es Hagebuttentee. Woher ich das weiss? Damals, im Sommer 79, war ich schon mal in einer. Im Zillertal. Das war da, als das Waschbecken aus der Wand brach, weil ich mich drauf gesetzt hatte, aber das ist eine andere Geschichte. Kurz: Der Gedanke, Urlaub in einer einfachen Jugendherberge im Jura zu machen, sorgte nicht gerade für gute Laune. Zumindest nicht bei allen. Mann und Tochter flöten beim Packen. Wilde, allesamt! Schnell noch einen Weisswein im Koffer versteckt, denn Alkohol – das weiss man ja aus dem Zillertal – gibts nicht. Nur Hagebuttentee. Ankunft: Die Sonne scheint über Le Bémont, das Zimmer ist hell, die Matratze fest, die Heizung an. Im Garten blühen Blümchen, Kinder schaukeln, wippen, spielen Fussball. Die Duschen sind sauber, funkelnagelneu und nur für einen. An der Rezeption kann man Wein kaufen. An den Tischen würfeln Familien. Velotouristen spielen Karten. Nur Jugend ist keine zu sehen. Die mitgebrachte Jugendliche allerdings ist begeistert. Weil Mama beim Kickern haushoch verliert, obwohl sie doch behauptet, damals 79 die Jugi töggelemässig gerockt zu haben, von der Lasagne, und auch davon, dass der mitreisende Mann – von der Tochter für gewöhnlich herzlos der Kategorie «greiser Gruftie» zugeordnet – sich beim Tischtennis erstaunlich sportlich ins Zeug legt. Abends setzt sich die Familie auf die Terrasse. Blick auf Hügel und Butterblumen: Der Mann liest, die Mutter liest – Unaussprechliches an den Füssen –, die Tochter: schaukelt. Weil man hier ja nicht cool sein muss und auch nicht schick. Nur relaxt. Und morgen gehen wir Trottifahren. Aber abends wird getöggelet. Wie im summer of 79.

Kosten für 6 Tage, 2 Erwachsene, 2 Kinder über 6 Jahren: 1379 Franken

Unterkunft Fr. 900.–, inkl. Billett fürs Jura-Bähnchen, exkl. Kurtaxe Fr. 1.20, p. P. pro Tag. Preis pro Bett ab 6 Jahren Fr. 37.50 Kinder 2–6 Jahre halber Preis, unter 2 gratis.

Essen Fr. 420.–, Abendessen: Fr. 17.50. pro 3-Gang-Menü, Preisstaffelung s.o. Mittagessen Picknick.

Reisen Auto Benzin Fr. 59.–

Highlight Trottinett-Tour. Von Saignelégier gehts fünf Stunden (meist) bergab über Wildpferdeweiden, durch Schluchten und Wälder bis Glovelier. Retour mit dem Bähnchen. Kosten: Fr. 44.– pro Fahrzeug. Halbtax, GA, unter 16: Fr. 39.–.

Tiefpunkt Wer nachts muss, muss eine Treppe höher. Eignet sich für Familien, Velofahrer, Pferdeverrückte, Ruhe Suchende

Tipps

1) Spaziergang rund um den schwarzen Moorsee, Etang de la Gruère. Es darf gebadet werden.

2) Ausflug ins zauberhafte, mittelalterliche Städtchen St. Ursanne am Doubs.

Getestet von Caren Battaglia


Budget-Tipps

Naturfreundehäuser: Schlichte aber schön gelegene Unterkünfte, gekocht wird in der Gemeinschaftsküche, manche der insgesamt 70 Häuser sind bewartet. 1 Übernachtung (Erw.) ab Fr. 18.–, Mitglieder noch günstiger.

www.naturfreunde.ch

Tauschen statt mieten: Mit einem Haus- oder Wohnungstausch werden Ferien unschlagbar günstig. Tausende von Objekten auf der ganzen Welt stehen zur Verfügung. Das eigene Profil kostet bis zu Fr. 140 im Jahr.

www.haustauschferien.com, www.tauschdeinhaus.com, www.homelink.ch, www.knok.com, www.intervac-homeexchange.com

Fremdwohnen: Zimmer und Wohnungen von privaten Anbietern – unkompliziert und zum Teil sehr günstig.

www.airbnb.com, www.wimdu.ch

Bauernhofferien: Ob Schlafen im Stroh oder in einer Wohnung, Stallluft schnuppern oder Tiere füttern gehört vielerorts dazu.

www.myfarm.ch

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