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Guetzliteig unter der Lupe: Backe, backe Mailänderli 

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Was wäre die Adventszeit ohne Guetzlibacken? Wir sagen, weshalb sich die Arbeit lohnt und ob Fertigteige mit selbstgemachtem Teig mithalten können.

Kinder lieben es, mit ihren Eltern in der Küche zu stehen, Teigzutaten abzuwiegen, zu mischen und kneten. Und dann natürlich aus dem Teig verschiedenste Kreationen mit oder ohne Förmchen herzustellen. Das macht richtig Spass. Fakt ist: Es tut Kindern gut, mit den Eltern zusammen zu backen. «Sie lernen dabei die richtigen Handgriffe kennen und verbessern ihre motorischen Fähigkeiten», weiss der Kinderarzt und Buchautor Remo Largo. Das fördere das Interesse an der Zubereitung von Lebensmitteln, aber auch die Freude am Essen und am Genuss. «Das gemeinsame Tun lässt zudem die Bindung der Eltern zu den Kindern wachsen und unterstützt das soziale Lernen», sagt Largo. Wohl deshalb sind für die meisten Erwachsenen die Mailänderli aus der Kindheit immer noch die besten. Denn Emotionen sind eng mit Gerüchen verknüpft. «Ich rate allen Eltern, Kinder in Tätigkeiten wie Kochen, Backen oder andere Arbeiten im Haushalt mit einzubeziehen. Am schönsten wäre es, wenn der Papa guetzlen würde», so Largo. Weil: «Mütter machen noch eher etwas mit den Kindern, für die Beziehung zum Vater wäre das gemeinsame Kochen ebenso wichtig.»

Für den Teig sollten wirklich nur frische Zutaten zu verwendet werden. Selbst hergestellter Teig soll bis zu seiner Verwendung unbedingt kühl gestellt werden, denn Kinder naschen doch so gern. Ungebackener Teig jedoch ist ein gefundenes Fressen für darin vorhandene Bakterien. Es versteht sich deshalb von selbst, dass gewisse Hygieneregeln eingehalten werden müssen. Salmonellen werden in rohen Eiern beispielsweise ein Thema, wenn diese älter als zehn Tage sind. Fehlt jedoch die Zeit oder die Lust, um den Teig selber herzustellen, gibt es im Supermarkt mittlerweile eine grosse Palette von Fertigteigen. Darunter solche, bei denen es sich durchaus lohnt, aufs Selbermachen zu verzichten. Zum Beispiel der Brunsliteig, der im «wir eltern»-Test sehr gut abschneidet (siehe unten), in der Handhabung genauso wie in der Degustation.

Will man jedoch mehr Spass haben und «einfache» Mailänderli herstellen, ist das Selbermachen durchaus eine gute Variante. Denn der Teig ist schnell gemacht, in etwa 10-15 Minuten. Und er ist frei von Konservierungsmitteln, Aromen oder Feuchthaltemitteln. Und die selbstgemachten Guetzli schmecken einfach besser als diejenigen aus gekauftem Teig.



Bottas Mailänderli-Rezept

Es braucht:

500 g Butter, weich 500 g Zucker 1 Vanillestängel aus Tahiti oder Madagaskar 2 Prisen Salz 3 Bio-Zitronen, abgeriebene Schale 4 Eier, verquirlt 1 kg Weissmehl

Für die Glasur:

2 Eigelb 1 EL Rahm

Zubereitung: Butter mit Zucker in einer grossen Schüssel schaumig rühren. Zitronen waschen, mit Haushaltspapier trocken tupfen und mit einer feinen Raffel zur Buttermasse reiben. Achtung: keine weissen Schalenteile, sie schmecken bitter! Den Vanillestängel der Länge nach entzwei schneiden, das Mark herauskratzen und zusammen mit dem Salz ebenfalls in die Schüssel geben. Eier dazugiessen, alles gut rühren, bis die Masse schaumig ist. Das Mehl sorgfältig darunterziehen, und das Ganze zu einem feinen Teig kneten. Teig in Frischhaltefolie einschlagen und etwa 30 Minuten kühlstellen. Danach 7-10 mm dick auswallen, beliebige Formen ausstechen. Die Mailänderli auf einem mit Blechreinpapier belegten Blech verteilen, mit einer Mischung aus 2 verquirlten Eigelb und 1 Esslöffel Rahm bestreichen und je nach Grösse 9-12 Minuten im auf 200 Grad vorgeheizten Backofen backen.


GUETZLI-TEIG UNTER DER LUPE:


Butter-Mailänderli-Teig von Betty Bossi – Süsser Favorit

Hersteller: Coop Preis: 500 g à 4.25 Fr. Zutaten: Weissmehl, Butter 22%, Zucker, Eier aus Bodenhaltung, Weizenstärke, Kochsalz jodiert, Backtriebmittel (E 450, E 500), Feuchthaltemittel E 420 Aroma Handhabung: gut ausroll- und ausstechbar. Degustation gebacken: feines Mailänderli, Favorit der Testkinder, mürbe Konsistenz, recht süss, mit feinem Butteraroma Auch bereits ausgewallt erhältlich: Testkinder kneteten den Teig aber bald zu einem Ball zusammen, weil sie ihn selbst auswallen wollten Fazit (für beide Varianten): Gute Alternative zum hausgemachten Teig.


Mailänderliteig mit Butter von Migros – Klebrig mit Buttergeschmack

Hersteller: Migros Preis: 500 g à 4.- Fr. Zutaten: Weizenmehl, Butter 22%, Zucker, Vollei aus Bodenhaltung, Wasser, Kochsalz jodiert, Zitronenschalen, Aromen, Glucose-Fruktosesirup, Backtriebmittel E 503, natürliche Aromen, Säuerungsmittel Citronensäure, Konservierungsmittel E 202 Handhabung: gut ausroll- und ausstechbar. Degustation gebacken: etwas weniger typische Mailänderli, etwas klebrigere Konsistenz, feiner Buttergeschmack Fazit: Gute Alternative zum hausgemachten Teig.


Zitronen-Guetzli-Teig von Coop – Unnatürliches Aroma

Hersteller: Coop Preis: 500 g à 4.25 Fr. Zutaten: Mandeln 52 %, Zucker, Eiklar aus Bodenhaltung, Weissmehl, Butter, Zitronenschalen 2 %, Fructosesirup, Weizenstärke, Aroma, Kochsalz jodiert, Säuerungsmittel E330 Handhabung: klebriger Teig, dennoch recht gut verarbeitbar Degustation gebacken: zäh-klebrig, dominantes unnatürliches Zitronenaroma (Testkind: «Wie Spülwasser») Fazit: deutlich schlechter als selbst gemachte Zitronen-Guetzli, besser selber machen! Benötigen noch eine Zitronen-Puderzuckerglasur.


Brunsli-Teig von Betty Bossi – Dickes Lob

Hersteller: Coop Preis: 500 g à 3.95 Fr. Zutaten: Mandeln, Eier aus Bodenhaltung, Haselnüsse, kakaomasse, fettarmes kakaopulver, Weissmehl, Kirsch, Weizenstärke, Zimt Handhabung: Hier gibt’s ein dickes Lob: so einfach war Brunsli-Ausstechen noch nie! Degustation gebacken: feines Brunsli, fast wie selbst zubereitet Fazit: Hier lohnt sich der Fertigteig! Kleiner Aufwand, kein Ärger und trotzdem ein feines Weihnachtsguetzli!

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