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Alternative Heilmethoden

Alternative Heilmethoden, die Eltern kennen sollten

Homöopathie, Spagyrik, Aromatherapie, Kräuterheilkunde oder Schüssler Salze: Wie profitieren Erwachsene und Kinder von diesen alternativen Heilmethoden?

Mit Heilmethoden wie Homöopathie, Spagyrik, Aromatherapie, Kräuterheilkunde oder Schüssler Salzen können Eltern sich und ihre Kinder in Selbstmedikation behandeln. Gerade viele Eltern von jüngeren Kindern sind auf der Suche nach Alternativen zur Schulmedizin. Erfahren Sie hier mehr über die Ursprünge, Wirkung und die Einsatzmöglichkeiten von fünf Heilmethoden aus der Komplementärmedizin, die für Familien interessant sind. Immer gilt selbstverständlich: Bei schwerwiegenderen Problemen eine Kinderärztin konsultieren.

  1. Homöopathie
  2. Aromatherapie
  3. Kräuterheilkunde
  4. Schüssler Salze
  5. Spagyrik

1. Homöopathie

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Ursprung der Methode
Erste Aufzeichnungen zur Homöopathie wurden 1810 vom deutschen Arzt Samuel Hahnemann (1755–1843) veröffentlicht. Er entdeckte die für das Wirkprinzip der Homöopathie so zentrale Ähnlichkeitsregel. Das heisst, dass sich die Wahl des Heilmittels nach den individuellen Krankheitszeichen und prägnanten Persönlichkeitsmerkmalen der Patienten ausrichtet.

Wie wirkt die Homöopathie?
In der Homöopathie kommen pflanzliche, mineralische und tierische Substanzen zum Einsatz, die sehr stark verdünnt und verschüttelt werden. Auf diese Weise wirken die Heilmittel nicht mehr aufgrund ihrer Wirkstoffe, sondern auf einer energetischen Ebene.

Grundsätzlich gilt: Je stärker eine Substanz verdünnt und verschüttelt ist, desto besser lassen sich chronische Erkrankungen behandeln. Sie sind mit C200 und mehr bezeichnet. Akute Beschwerden können mit sogenannt «tiefen» Potenzen behandelt werden, die mit D6 oder D12 bezeichnet sind. Der Körper bekommt bei allen Verdünnungsbereichen einen Impuls, der seine Selbstheilungskräfte aktivieren soll.

So profitieren Kids und Erwachsene
Die Suche nach dem richtigen homöopathischen Heilmittel gleicht manchmal der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Gerade bei chronischen, wiederkehrenden Beschwerden wie Mittelohrenentzündungen, Bronchitis oder Neurodermitis ist es hilfreich, eine Fachperson zu konsultieren, die in einem ausführlichen Gespräch die Symptome und die Wesensmerkmale des Kindes analysiert.

Bei der Behandlung von akuten Befindlichkeiten wie Heuschnupfen, Zahnungsbeschwerden, Nervosität oder Verletzungen ist der Charakter nicht so relevant. Gearbeitet wird hier mit Kombinationsmitteln, die bis zu fünf verschiedene Einzelmittel enthalten.

Diese Breitbandheilmittel passen zu allen Kindern mit denselben Beschwerden und sind in Apotheken und Drogerien erhältlich. Meist in Form von Globuli, Tropfen oder Lutschtabletten.


2. Aromatherapie

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Ursprung der Methode
Die Gewinnung von ätherischen Ölen ist eine alte Herstellungsmethode. Archäologen fanden ein fast 5000 Jahre altes Destilliergerät, das zur Herstellung von ätherischen Ölen diente. Die Ägypter benutzten aromatische Öle zum Mumifizieren, zur Heilung und für die Kosmetik. Durch arabische Ärzte kam das Wissen über die duftenden Wässer nach Spanien und wurde später vom grossen Arzt und Alchemisten Paracelsus (1493–1541) stark beeinflusst. Als Vater der Aromatherapie gilt der französische Chemiker René-Maurice Gattefossé.

Wie wirkt die Aromatherapie?
Die meisten natürlichen ätherischen Öle aus duftenden Blättern, Blüten, Wurzeln, Hölzern und Rinden gewinnt man durch Wasserdampfdestillation von zerkleinerten Frischpflanzen. Zitrusöle werden in der Regel durch Auspressen gewonnen, stark duftende Blüten wie zum Beispiel Jasmin, mittels einer Duftübertragung auf Fett.

Sie wirken hauptsächlich über die Geruchsnerven auf das limbische System im Gehirn, wo sie Körper und Psyche positiv beeinflussen. Ätherische Öle dringen aber auch über die Haut und die Schleimhaut in den Körper, weshalb man sie nur in 100 Prozent natürlicher Qualität und mit wenigen Ausnahmen nur verdünnt mit Mandelöl anwenden sollte.

So profitieren Kids und Erwachsene
Ätherische Öle kann man in einer Aromalampe verdampfen, man kann selber ein Massageöl damit herstellen, Wickel zubereiten oder sie teilweise pur auf der Haut anwenden.

Lavendel etwa sollte in keinem Familienhaushalt fehlen. Das sehr milde Öl kann man zur Beruhigung auf einen Duftstein träufeln, pur anwenden bei Insektenstichen und Schnittverletzungen, bei Schlafstörungen einen Tropfen auf das Kissen geben oder dem Kind die Füsse damit einmassieren (10 Tropfen auf 50 ml Mandelöl).

Ein sehr gutes, schleimlösendes und antibakterielles Aromaöl ist Ravintsara, ein Öl aus dem Kampferbaum. Es eignet sich als Bronchialöl für Kinder ab zwei Jahren. Ebenfalls verdünnt mit Mandelöl.


3. Kräuterheilkunde

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Ursprung der Methode
Das Wissen über die Heilkraft der Kräuter ist uralt. Auf allen Kontinenten haben Heilkundige ihre Erkenntnisse mündlich an die nächsten Generationen weitergegeben. Die Basis für die heutige Pflanzenheilkunde legte der Arzt und Naturphilosoph Paracelsus (1493–1541). Auf seine Aufzeichnungen stützen sich viele naturheilkundliche Ausrichtungen. Die moderne Pflanzenheilkunde ist so weit fortgeschritten, dass sie mittels Studien die Wirkung von standardisierten Pflanzenpräparaten belegen kann.

Wie wirkt die Kräuterheilkunde?
Die traditionelle Kräutermedizin und Naturheilkunde geht das Thema ganzheitlich an. Im Zusammenspiel von Körper und Heilpflanze zählt die Komplexität einer ganzen Pflanze mehr als die Summe aller Einzelteile. Nicht ein isolierter Einzelwirkstoff, sondern sämtliche Mineralstoffe, Spurenelemente, Aromen, Farbstoffe und sekundären Pflanzenstoffe tragen zur Wirkung bei.

Von manchen Pflanzen verwendet man die Wurzel, von anderen das Kraut, die Blüten oder die Samenfrüchte. Denn nicht in jedem Teil der Pflanze befinden sich die gleichen Wirkstoffe.

Heilkräuter kauft man im Fachhandel in Form von Tee, Frischpflanzensaft, Tinkturen oder Kräutertabletten. Wer sich auskennt, kann Kräuter selber suchen gehen.

So profitieren Kids und Erwachsene
Viele nützliche Heilkräuter wachsen direkt vor unseren Füssen auf Wiesen, am Wegrand oder im Garten. Ein Tee aus frischen Melissenblättern hilft bei Einschlafschwierigkeiten. Kamillenblüten wirken bei Koliken, Krämpfen und Bauchschmerzen. Die Pfefferminze ist förderlich zum Abstillen und hilft bei Völlegefühl. Die Schafgarbe hilft bei Menstruationskrämpfen und der Spitzwegerich bei Husten.

Kräutertee sollte immer frisch zubereitet werden. Für die Zubereitung einer Tasse Tee übergiesst man einen Teelöffel (Kinder die Hälfte) der frischen oder getrockneten Pflanzen mit kochendem Wasser und lässt den Tee zugedeckt 10 Minuten ziehen. Danach die Kräuter abfiltern und den Tee am besten nach den Mahlzeiten trinken.


4. Schüssler Salze

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Ursprung der Methode
Jede menschliche Zelle benötigt Mineralsalze, damit sie alle Funktionen optimal ausführen kann. Auf dieser Erkenntnis basiert die Lehre der Schüsslersalze, die vom Oldenburger Arzt Dr. Wilhelm Schüssler (1821–1898) entwickelt wurden. Er hatte sich damals als Querdenker mit bekannten Krankheitsbildern auseinandergesetzt und diese statt mit den üblichen Heilmitteln, mit Mineralsalzen behandelt. Mit grossem Erfolg: Er erkannte, dass viele Krankheiten ihren Ursprung in einem Mangel an Mineralstoffen auf Zellebene haben. Dr. Wilhelm Schüssler würde 2021 Jahr seinen 200. Geburtstag feiern.

Wie wirkt die Kräuterheilkunde?
Die Mineralsalze nach Dr. Schüssler basieren auf biochemischem Wissen. Zu konzentrierte Mengen an Mineralsalzen werden von der einzelnen Zelle nicht ausreichend aufgenommen. Dr. Schüssler begann also, die Mineralsalze zu verdünnen und aus ihnen homöopathische Zubereitungen herzustellen. Auf diese Weise gelangen die Mineralsalze ungehindert in die Zellen und agieren dort als Türöffner oder Regulatoren.

Die Schüsslersalze aktivieren die Zellen, helfen Mineralstoffe aus der Nahrung oder als Nahrungsergänzungsmittel besser aufzunehmen und unterstützen die Selbstheilungskräfte des Körpers.

So profitieren Kids und Erwachsene
Schüsslersalze sind ideale Begleiter im Familienalltag. Man kann sie innerlich oder äusserlich anwenden, lutschen, in Wasser auflösen oder pulverisiert einem Säugling in die Wange streichen.

Eines der wichtigsten Mineralsalze ist Ferrum Phosphoricum (Nr. 3). Es hilft bei ersten Anzeichen einer Erkältung, indem es das Immunsystem aktiviert. Im Akutfall nimmt man eine Stunde lang alle 5 Minuten eine Tablette ein.

Kombiniert mit Natrium Chloratum (Nr. 8) setzt man Ferrum bei Sonnenbrand ein, zum Beispiel als kühlende Lotion. Zusammen mit Kalium phosphoricum (Nr. 5) und Magnesium phosphoricum (Nr. 7) dient Ferrum als Sportdrink, der mehr Sauerstoff in die Zellen bringt sowie Leistung und Regeneration nach dem Sport verbessert.


5. Spagyrik

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Ursprung der Methode
Die Philosophie der Spagyrik basiert auf der Erkenntnis, dass im Menschen wie auch in der Natur jede Materie aus den drei Hauptbestandteilen Sal, Sulfur und Mercurius besteht. Sal symbolisiert beim Menschen den Körper. Im Pflanzenreich die Mineralien. Sulfur widerspiegelt unsere Seele, bei der Pflanze die ätherischen Öle. Mercurius steht für den menschlichen Geist und bei Pflanzen für den Alkohol. Die Alchemie der Spagyrik trennt pflanzliche Substanzen, um sie später im Herstellungsprozess wieder zu vereinen.

Wie wirkt die Spagyrik?
Die Spagyrik gehört zur Erfahrungsheilkunde und entzieht sich objektiv naturwissenschaftlichen Erklärungen. Die Erfahrung zeigt jedoch durchaus ihre Wirkung. Die Essenzen regulieren die feinstofflichen Ebenen des Körpers und bringen dadurch viele organische Beschwerden ins Gleichgewicht.

Die Spagyrik wirkt auf Stoffwechselprozesse, das Nervensystem, das Immunsystem, das Hormonsystem und die Psyche. Gut bestückte Drogerien und Apotheken führen in ihrem Sortiment zum Teil mehr als hundert spagyrische Einzelessenzen, die individuell für die Kunden gemischt werden.

Spagyrikessenzen kauft man in Form eines Mundsprays. Derart fein versprüht nimmt der Körper die Essenzen über die Mundschleimhaut gut auf.

So profitieren alle
Spagyriksprays enthalten nur sehr wenig Alkohol und eignen sich deshalb auch für Kinder und schwangere Frauen. Da das System wie ein Baukasten aufgebaut ist, kann man sich für praktisch jedes körperliche, seelische oder geistige Ungleichgewicht eine passende Spagyrikmischung mischen lassen.

Bei Prüfungsangst, Heimweh, Ängsten beim Schulanfang oder der Angst vor Tieren hilft etwa eine Mischung aus Cuprum oxydatum, Pulsatilla, Piper methysticum, Aconitum und Gelsemium. Auch zur Stärkung des Immunsystems, zur Linderung von Heuschnupfen oder Behandlung von Zeckenbissen gibt es individuelle Mischungen.


Bilder: gettyimages.com

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