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Skifahren lernen

10 Tipps für Skiferien mit Kindern

Wie gelingen Skiferien mit kleinen Kindern? 10 Tipps und Erkenntnisse einer dreifachen Mutter, die schon mit drei Kindern unter fünf Jahren im Schnee war.

In diesem Artikel finden Sie Tipps, wie Skiferien mit Kleinkindern stressfrei gelingen. Zudem lesen Sie die Reportage von Nadine Chaignat über ihre Ferienwoche mit drei Kindern unter fünf Jahren. Springen Sie hier direkt zum Erlebnisbericht.

10 Tipps für Skiferien mit Kleinkindern

  1. Skifahren beginnt im Wohnzimmer. Bereits vor den Ferien den Kindern ab und zu Skischuhe anziehen. Üben, Schuhe in die Bindung zu drücken, mit den Skiern umhergehen. Auf der Piste sind diese ersten Erfahrungen Gold wert.
  2. Ausrüstung mieten ist zwar etwas teurer als kaufen. Dafür hat man jede Saison eine neue, passende Ausrüstung und muss das Ganze nicht im Keller horten.
  3. Unterkunft in Gehdistanz zur Piste buchen. Ausser, man möchte die Skiferien mit einer Schnupperlehre als Logistiker verbinden.
  4. Pausen einlegen. Mal einen Tag ins Hallenbad gehen oder sonst einen Ausflug machen. Oder einfach mal den Schnee geniessen.
  5. Ein, zwei Tage der Ferienwoche mit Grosseltern, Gotte, Götti, Freunden verbringen. Die Kinder freuen sich und die Eltern haben Gelegenheit, gemeinsam ein paar Kurven zu ziehen.
  6. Nur dann skifahren, wenn das Kind auch will (auch wenn man nach einer halben Stunde nur noch Schneeburgen baut).
  7. ZEN. Skifahren ist toll, aber nicht überlebenswichtig.
  8. Kind immer aufs Klo schicken, BEVOR man aus dem Haus geht.
  9. Kind immer anziehen, BEVOR man sich selbst anzieht.
  10. Skilehrern auf der Piste gute Tricks abschauen.
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Autorin Nadine Chaignat beim Schneesport in der Aletscharena mit ihren Kindern im Januar 2019.

Skiferien mit Kleinkindern: Geht das?

Autorin Nadine Chaignat hat mit ihrer Familie Ferientage im Schnee verbracht. Lesen Sie hier, wie erholsam die Tage im Wallis waren und was sie gelernt hat:

Die Temperatur steigt und steigt. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt: Wir sind unterwegs in die Skiferien – nun mit einer kranken Dreijährigen. Überhaupt: Mir schwant, das Unterfangen «Skiferien mit drei Kindern unter fünf» könnte womöglich leicht überambitioniert sein.

Auf dem Beifahrersitz schlafen meine Beine ein, abgedrückt von der Tasche mit Esswaren für die Fahrt, der Wickeltasche und einem Paar Winterstiefel. Anders platzieren kann ich nichts: Egal wohin ich meinen Kopf drehe, überall sind Ski- und Winterutensilien verstaut, jeder Winkel des Autos ist vollgestopft. Wie nur sollen wir das alles auf den Berg und in die Ferienwohnung bringen?

Die Sorge erweist sich als unbegründet. Im Parking zwei Gepäckwagen füllen, Kinder drauf. In die Gondel und hoch gehts ins autofreie Dorf Bettmeralp (VS). Oben angekommen, saust mein Mann mit unserem Fünfjährigen und Gepäck auf dem Schneemobil davon – Spassfaktor: extrem. Bei ihm. Mein Spassfaktor hält sich in Grenzen. Noch kenne ich das verschneite Bergdorf nicht und versuche, unser krankes Mädchen und unser müdes Kleinkind auf dem Schlitten mittels Google Maps durch die mir noch unbekannten Strassen und Steigungen zur Ferienwohnung zu bringen. Gelingt irgendwie. Aber ich schwitze. Und es wird nicht das letzte Mal sein in dieser Woche. Skiferien mit Kindern ist Leistungssport. Beispiele gefällig?

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Endloser Spass im Schnee, nur das Interesse am Skifahren selbst hält sich in Grenzen.

Wie motiviert man Kinder zum Skifahren?

Erste Disziplin: Kinder einkleiden. Etwas, was man am besten selbst in Unterwäsche erledigt. Um die eigene Körpertemperatur im Normbereich zu halten und zu verhindern, dass man bei den vielen Schichten und den mehrfachen Durchgängen von «Arm hier durch, Bein da durch» nicht zusammenklappt. Kaum hat man alles am richtigen Ort, tönt es: «Mama, bisle.»

Zweite Disziplin: Laufmüde Kinder und Ski zur Piste befördern. Ein paar Hände und eine Schulter für die eigenen Ski fehlen, sobald sich mehr als ein Kind weigert, zu gehen. Noch Fragen? Wir sind die weinenden Eltern mit den genervten Kindern am Strassenrand – oder umgekehrt.

Dritte Disziplin: Kinder zum Skifahren motivieren. Hui, was haben wir unternommen, um unseren beiden älteren Kindern das Skifahren schmackhaft zu machen. Eins-zu-eins-Zeit mit Papa, ehemals Skilehrer. Bestechungsversuche mit Gummibärchen. Drohungen mit iPad-Entzug. Cheerleaden am Pistenrand. Nichts. Sohnemann bleibt unmotiviert, Tochterkind geschwächt von den Viren. Sie lassen sich zwar von einer Skilehrerin in entsprechendem Tenü kurzfristig animieren. Aber kaum ist die Stunde fertig, werden die Ski abgeschnallt. Beide Kinder weigern sich hartnäckig, dieselbe Freude am Skifahren zu empfinden wie wir.

Da stehen wir nun. In einem traumhaften Skigebiet. Top ausgerüstet. Aber so richtig will das mit dem Skifahren nicht gelingen. Die Stimmung ist am Boden, das Stresslevel hoch. Ein Plan muss her. Einer, der unseren verrückten Versuch, Skiferien mit Kleinkindern zu machen, rettet.

Alternativen zum Skifahren

Plan B ist schnell gefunden: Wir ändern den Titel der Skiferien in Schneeferien und passen das Programm entsprechend an. Frühstück auf dem Gipfel – etwas fürs Elternherz, das zwar beim Gondeln über die Skipiste etwas schmerzt. Aber so ein Gipfeli auf dem Gipfel mit Aussicht auf den Aletschgletscher trägt massiv zum elterlichen Glücksempfinden bei. Die Kinder sind ebenfalls happy.

Am nächsten Tag ersetzen wir Skifahren durch Snowtubing – und haben plötzlich schneesportbegeisterte Kinder. Die Stimmung steigt, während die Temperatur unserer Tochter wieder sinkt. Wir bauen Tunnel und Rutschbahnen in den meterhohen Schnee. Geniessen den Whirlpool im Hallenbad, während die Kinder im Becken plantschen. Fahren einzeln über die perfekt präparierten Pisten, während die Kinder Mittagsschlaf machen. Decken uns im Dorf mit Raclettekäse, Wurst und heimischem Brot ein und schaffen uns so unsere vielen kleinen Berg-Highlights.

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Snowtubing mit Papa David weckt bei den Kindern die Begeisterung für Schneesport.

Skiferien mit Kindern: das Fazit

Skiferien mit kleinen Kindern können gut gehen. Das Investment ist gross. Aber wenn das Kind am letzten Tag doch noch wie ein Betrunkener ohne Technik aber mit viel Freude den Hang runterbrettert und der Papa über beide Ohren grinsend hinterherrennt im Versuch, das Schlimmste zu verhindern, dann hat sich unser «elterlicher Wintersport» in allen vorgängig aufgeführten Disziplinen definitiv gelohnt.

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