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Freizeit

Immer mehr Unfälle auf Kindertrampolinen – eine Mutter erzählt

Kidner auf dem Trampolin

Die Zahl der Kinder, die sich auf Trampolinen verletzen, nimmt rasant zu. Auch Gian (6) konnte sein neues Spielgerät nur kurz geniessen – wenig später landete er in der Notaufnahme. Ein Kinderchirurg sagt, wie gefährlich Trampolinspringen für Kinder ist.

Sie war in der Küche, als es passierte. «Ich hörte ihn weinen und wusste sofort: Da ist etwas passiert», erzählt Mutter Andrea Kuzma im Gesundheitsmagazin «CheckUp».

Kurz zuvor hatte ihr sechsjähriger Sohn ein Trampolin zum Geburtstag erhalten. Jetzt lag Gian am Boden und konnte nicht mehr auf sein Bein stehen.

Der Trampolin-Bruch

Für den Buben ein Schock, den er wohl nicht so schnell vergessen wird. Für den leitenden Arzt der Kinderchirurgie des Kantonsspitals Aarau, Peter Klimek, ein mittlerweile vertrautes Bild: Gian hat sich einen sogenannten «Trampolin-Bruch» zugezogen. Eine typische Kinderverletzung.

In den vergangenen Jahren haben die Unfälle auf Kindertrampolinen rapide zugenommen. Wurden 2003 noch 13 verletzte Kinder im Inselspital Bern behandelt, waren es 2009 86. Das sind mehr als sechsmal so viele.

Zu grosse Belastung für die Knochen

Zu einem Trampolin-Bruch kann es kommen, wenn zwei Kinder gleichzeitig auf einem Trampolin springen. Dieses passt sich immer der schwereren Person an.

Wenn ein grösseres Kind abspringt, während eine kleineres landet, kann der entstehende Schwung die Beine des kleineren Kindes derart belasten, dass sie brechen.

Risiko Folgeschäden

Das verzwickte an dem relativ neuen Phänomen: Die Brüche sind kaum oder erst nach Wochen auf Röntgenbildern sichtbar.

So kann es passieren, dass ein Kind lange Schmerzen hat und sich ohne Gips bewegt. «Dadurch sind Wachstumsstörungen nicht auszuschliessen», sagt Kinderchirurg Klimek.

Nie zu zweit

Trampolinspringen ist gesund für Kinder. Das sagt auch der Mediziner. «Es fördert die Koordination und stärkt die Muskelkraft», so Peter Klimek.

Doch der Spass kann gefährlich werden, wie der Fall von Gian zeigt. Deshalb rät der Kinderchirurg und auch die Beratungsstelle für Unfallverhütung, Kinder nur allein springen zu lassen.

Aus Kindersicht macht das natürlich wenig Spass. «Ich sage es immer wieder, aber ich muss ehrlich sagen, es klappt nicht», sagt Mutter Andrea Kuzma. (smo)

Ein Beitrag von «Nordwestschweiz».


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