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Stark durch den Winter: So schützen Sie Ihre Kinder vor Erkältungskrankheiten

Schnupfen, Husten, Hals- und Ohrenschmerzen sind in vielen Familien ein Dauerthema. Eine frühzeitige Prävention mit gesunder Ernährung, ausreichend Schlaf und viel Bewegung an der frischen Luft hilft, Atemwegsinfekte vorzubeugen.

Sobald die Temperaturen sinken, beginnen Kindernasen zu laufen. Im Durchschnitt sind Babys und Kleinkinder sechs- bis zehnmal jährlich erkältet (Erwachsene, deren Immunsystem viele Viren schon kennt, trifft es noch zwei- bis dreimal pro Jahr).

Weshalb Erkältungen vermehrt in der nasskalten Jahreszeit auftreten, ist wissenschaftlich noch nicht ganz geklärt. Sicher ist, dass in einem unterkühlten Körper die Schleimhäute weniger gut durchblutet und deshalb für Erreger leichter angreifbar sind.

Sanfte Linderung

Atemwegsinfekte dauern etwa eine Woche und können mit Hilfe von Hausmittelchen gelindert werden. Wohltuend sind beispielsweise Inhalationsbäder mit Koch- oder Meersalzwasser (Babys und Kleinkinder dürfen keine ätherischen Öle inhalieren). Das genaue Vorgehen sollte jedoch zuerst mit der Kinderärztin / dem Kinderarzt besprochen werden.

Bei Halsschmerzen hilft ein Wickel aus Mager- oder Speisequark, der auf ein feuchtes Haushaltspapier aufgetragen, vorne am Hals aufgelegt und mit einem Baumwolltuch befestigt wird.

Feingeschnittene Zwiebelstücke können Ohrenschmerzen stoppen, wenn man sie in eine Kindersocke gibt, leicht quetscht, in ein erwärmtes Tuch einwickelt und auf das Ohr legt.

Wichtig ist, dass erkältete Kinder viel Flüssigkeit bekommen. Kräutertees aus Holunder- oder Kamillenblüten wirken schleimlösend, schweisstreibend und entzündungshemmend. Hühnersuppe wird eine ähnliche Wirkung nachgesagt.

Auch sollte auf eine vitaminreiche Ernährung geachtet werden. Viel frisches Obst und Gemüse, frisch gepresster Orangensaft und ein paar Spritzer Zitrone im Wasser oder Tee unterstützen die Abwehrkräfte.

Ein gutes Raumklima hilft ebenfalls beim Heilungsprozess. Es wird empfohlen, täglich mehrmals Stoss zu Lüften und darauf zu achten, dass es im Kinderzimmer nicht zu warm oder trocken ist. Gut sind Luftbefeuchter oder nasse Tücher auf der Heizung. Sobald das Kind fieberfrei ist, darf es warm eingepackt nach draussen an die frische Luft gehen.

Und natürlich benötigen kranke Kinder besonders viel Liebe: Händchen halten, über den Kopf streichen, sanfte Massagen, Vorlesen oder gemeinsames Spielen wirken beruhigend und helfen beim Gesundwerden.

Komplikationen vorbeugen

Schnupfen, Husten, Hals- und Gliederschmerzen sind unangenehm, doch in den meisten Fällen harmlos. Im Zusammenhang mit einer bakteriellen Superinfektion können jedoch Komplikationen wie eine Mittelohr-, Stirnhöhlenentzündung oder Bronchitis auftreten.

Starke Abwehrkräfte helfen, Erkältungskrankheiten und die damit verbundenen Zweitinfekte vorzubeugen. Während der kindlichen Entwicklung kommt das Immunsystem mit einer Vielzahl an Viren, Bakterien und Pilzen in Berührung und lernt, gefährliche von harmlosen zu unterscheiden. Bei einem erneuten Kontakt werden Eindringlinge sofort erkannt. Dadurch entsteht ein Schutz gegen spezifische Erreger. Da jedoch mehr als 200 Erkältungsviren existieren, kann sich das Immunsystem nur an die jeweils saisonal vorherrschende Variante anpassen. Deshalb sind Erkältungen, Atemwegsinfekte, aber auch Mittelohrentzündungen oder Magen-Darm-Infekte bei Kindern häufig anzutreffen – vor allem, weil sie täglich mit anderen Kindern zusammen sind, was eine Übertragung erleichtert.

Die kindlichen Abwehrkräfte sollten deshalb gezielt unterstützt werden. Empfehlenswert ist viel Bewegung draussen und bei jedem Wetter, denn so kann der Wärmehaushalt reguliert werden. Schmutz und Mikroben dienen als weiteres Training für das Immunsystem.

Auch Kneipanwendungen mit kaltem Wasser oder Warm-Kalt-Wechselduschen machen die Abwehrkräfte fit.

Ebenfalls wichtig sind 10 bis 11 Stunden Schlaf pro Nacht, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine ausgewogene Ernährung.

Heilpflanzen wie der aus Nordamerika stammende Rote Sonnenhut (Echinacea purpurea) helfen ebenfalls bei der Stärkung des Immunsystems (siehe Box).

Ausserdem sollte Stress so gut wie möglich vermieden werden: Glückliche Kinder und Erwachsene haben meist ein besseres Immunsystem als unglückliche.