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Ausbildung / Früherziehung

Welcher Kindergarten darfs sein?

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Welcher Kindergarten ist der beste fürs eigene Kind? Das Angebot ist verwirrend vielfältig. Ein Überblick.

Öffentlicher/städtischer Kindergarten

Motto

Kinder brauchen einen Spiel- und Erfahrungsraum mit Gleichaltrigen, der an die Familie anknüpft und auf die Schule vorbereitet.

Zentrale pädagogische Grundlagen

In der Schweiz ist der Kindergarten Teil der öffentlichen Schule. Er hat daher einen klar auf die 1. Schulklasse ausgerichteten Bildungsauftrag. Per Gesetz muss jedem Kind ab 4 Jahren ermöglicht werden, diesen für mindestens ein Jahr zu besuchen. Mädchen und Jungen sollen auf spielerische Art gefördert sowie schul- und gemeinschaftsfähig werden. Dabei wird mit unterschiedlichen pädagogische Konzepten gearbeitet: Es gibt Waldtage (vom Wald-Kindergarten), Epochenunterricht (aus der Waldorfpädagogik), spielzeugfreie Wochen.

Besonders geeignet für

alle Kinder

Infos www.kgch.ch (diverse Links zum Thema)


Montessori-Kindergärten

Motto

Hilf mir, es selbst zu tun!

Zentrale pädagogische Grundlagen

Das Kind ist der Baumeister seiner selbst. Die Aufgabe des Erziehers besteht darin, das Kind zu beobachten und eine sogenannte «vorbereitete Umgebung» mit ansprechenden Materialien zu schaffen, anhand derer das Kind aus eigener Motivation heraus lernen kann. Wichtiger als das Lernziel ist der Lernprozess. Daher ist äusserliche Motivation durch Noten und Belohnung unnötig. Zentral: die Konzentration. Sie ist unabdingbar, um Sachverhalte gedanklich zu durchdringen. Standardnormen sind unerwünscht. Selbstständigkeit wird gross geschrieben. Gelernt wird in recht grösseren, altersgemischten Gruppen.

Besonders geeignet für

alle. Besonders profitieren aber sicherlich Kinder, die spezielle Zuwendung brauchen, stillere und schüchterne, die schnell im lauten Massenbetrieb untergehen. Häufig zweisprachiges Angebot.

Infos www.montessori-ams.ch


Steiner/Waldorf-Kindergärten

Motto

Erziehung durch Kunst. Erziehen als Kunst.

Zentrale pädagogische Grundlagen

Begründer Rudolf Steiner geht von einer Theorie der vier Leiber aus: Der Mensch kommt als physischer Leib auf die Welt, im Ätherleib sind die Wachstumskräfte angesiedelt, im Astralleib das Seelenleben, im Ich, der höchsten Stufe, der unsterbliche geistige Kern des Menschen. Steiner legt einen inneren Bauplan des Menschen zugrunde, nachdem der Mensch in 7-Jahres-Schritten nicht nur seine physische Erscheinung ändert, sondern auch seine Art zu denken und die Art, wie er Informationen am besten aufnimmt. Da das Intellektuelle erst auf der allerhöchsten Stufe, dem Ich, zum Tragen kommt, spielen Künstlerisch-Kreatives und Handwerkliches eine wichtige Rolle. Theateraufführungen und Schulkonzerte sind zentraler Bestandteil des Schul- und Kindergartenlebens. Auch Gärtnern, Schreinern und Schneidern wird unterrichtet.

Besonders geeignet für

künstlerisch-kreative Kinder, deren Eltern die Theorie und Lebensweise aufgrund einer anthroposophischen Weltsicht mittragen. Kinder mit handwerklichen Interessen sind hier besonders gut aufgehoben.

Infos www.steinerschule.ch


Waldkindergarten

Motto

Kindergarten ohne Wände und Decke

Zentrale pädagogische Grundlagen

Ausgangspunkt ist die Erfahrung, dass Kinder sich gerne bewegen und die Überzeugung, dass sie eben dies am besten in freier Natur tun. Die Natur steht im Mittelpunkt. Umweltschutz, Naturerlebnis und Erfahrungen mit Wind, Regen, Hitze, natürlichen Materialien wie etwa rauem Holz und weichem Moos wird hoher erzieherischer Wert beigemessen. Die Überzeugung ist, dass Kinder erst frei und wild in der Natur herumtoben müssen, bevor sie viele Jahre lang auf kleinen Stühlchen in engen Klassenräumen hocken.

Besonders geeignet für

Kinder, die es lieben, draussen zu toben; motorische, unempfindliche Kinder, die Ruhiges, Feinmotorisches wie Weben und Prinzessinnenmalen nicht sonderlich vermissen. Unruhige Kinder fühlen sich hier oft wohler als im Stuhlkreis eines Kindergartenzimmers.

Infos www.waldkindergarten.ch

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