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Schwiegermütter und -töchter: Deshalb gibt es Konflikte

Die böse Schwiegermutter

«Sie fing an zu spinnen, als sie Grossmutter wurde». Dieser oft gehörte Satz wird nun von der Wissenschaft gestützt.

«Meine Schwiegermutter und ich verstanden uns eigentlich recht gut, bis auf ein paar Kleinigkeiten, welche ich aber problemlos übersehen konnte. Die Konflikte fingen an, als unser erstes Kind auf die Welt kam.» So die Schilderung einer Bekannten. Ähnliche Situationen werden mir sowohl im Blog als auch persönlich zu oft geschildert, als dass ich mir keine Gedanken darüber machen würde. Zumal ich selber Schwiegertochter bin.

Die Universität Turku in Finnland hat nun die Familienbeziehungen untersucht und bestätigt dieses Gefühl grundsätzlich. «Beziehungen innerhalb der Familie beinhalten zahlreiche Formen von Unterstützung und gegenseitiger Hilfe», so die Studienautoren. Doch dies führe unweigerlich auch zu Spannungen und Konflikten.

Die Autoren haben dazu 1200 Paare befragt, wobei sich eine zentrale Frage darum drehte, wie konfliktreich die Beziehungen zu den eigenen Eltern und jenen des Partners sind. Die Ergebnisse überraschen: Die meisten haben «mehr Auseinandersetzungen mit den eigenen Eltern als mit den Schwiegereltern». ABER: «Das ändert sich in dem Moment, in dem das Paar Nachwuchs bekommt.» Dann, so viele Befragte, verschlechtert sich ganz besonders die Beziehungen zwischen Schwiegertochter und Schwiegermutter.

Ha! Wussten wir’s doch! Das Cliché des Schwiegermonsters hat also weniger mit der eigentlichen Schwiegertochter zu tun, sondern viel mehr mit dem Umstand, dass diese nun ebenfalls Mutter geworden ist. Und die Schwiegermutter entsprechend Grossmutter.

Diese neue Situation bringt nämlich oft mit sich, dass das Grosi neu auch Babysitten darf oder gar muss. Und da kommt es: Die Erziehung gestaltet sich heute derart anders als noch vor 30 Jahren, dass die Meinungen unweigerlich auseinander gehen. Die Schwiegertochter kocht zu ungesund / zu bio. Sie erzieht zu streng / zu lasch. Das Kind ist zu verwöhnt / kriegt zu wenig Aufmerksamkeit. Je nach dem wie der Erziehungsstil der Grossmutter war, sind die Chancen gross, dass die Schwiegertochter (welche ja in den meisten Fällen den Grossteil des Alltags mit den Kindern meistert) einen anderen Stil pflegt. Und Bämm! Schon hat man Krach.

Nicht hilfreich sind dann natürlich Männer/Söhne, die keine Partei ergreifen wollen, weil sie entweder Angst vor Mami oder vor der Frau haben.

Als Mutter eines Sohnes ist es beruhigend zu wissen, dass meine Schwiegertochter mir nicht aus evolutionstechnischen Gründen per se auf den Keks gehen wird. Und wenn Grosskinder da sind, gehe ich sowieso davon aus, dass ich keine Lust und Zeit haben werde, diese regelmässig zu babysitten. Und wenn, dann werde ich versuchen meine grosse Klappe zu halten und die jungen Leute machen zu lassen. Drückt mir die Daumen!

Wie sieht euer Verhältnis mit der Schwiegermutter aus?


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