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Ernährung

Nein, das ess' ich nicht!

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Was Eltern tun können, um aus ihren Kindern Tischgenossen zu machen, die kulinarisch interessiert sind und von allem probieren.

Wäre der Geschmack bei der Geburt unveränderlich festgelegt, hätten alle Menschen dasselbe Lieblingsgericht. Weil dem nicht so ist, sind Ernährungsvorlieben und -abneigungen eine Kombination aus Vererbtem und Erlerntem. Dennoch: Bestimmte Geschmacksrichtungen mögen weltweit alle Babys – zum Beispiel Süsses. Mit gutem Grund: Es gibt in der Natur kein einziges süss schmeckendes Lebensmittel, das gleichzeitig giftig ist. Auch salzige Lebensmittel haben Kinder gerne. Salz versorgt den Körper mit lebensnotwendigem Natrium. Weltweit lehnen Babys hingegen bittere Lebensmittel ab. Auch das macht Sinn, denn es gibt unzählige bittere und gleichzeitig giftige Pflanzen. Dafür bevorzugen bereits kleine Kinder fettige Lebensmittel. Die Erklärung: Fett ist ein Geschmacksträger und verführt dazu, mehr zu essen. Wer grössere Mengen verzehrt, ist besser gegen Hungersnöte gerüstet. Was aber, wenn ein Kind gesundes Essen verweigert? Nicht verzagen! Eltern können den Geschmack ihrer Kleinen mitprägen.

  • Geruchs- und Geschmackssinn gehören zu den am frühesten entwickelten Fähigkeiten. Fruchtwasser schmeckt – je nach Ernährung der werdenden Mama – immer wieder anders, ebenso die Muttermilch. Eine Studie konnte aufzeigen, dass Babys, deren Mütter in den letzten drei Schwangerschaftsmonaten Karottensaft getrunken hatten, später Karotten auf Anhieb mochten und gerne und viel davon assen. Dasselbe beobachtete man bei Babys, deren Mütter während der Stillzeit Karottensaft tranken. Tipp: Werdende und stillende Mütter sollten möglichst abwechslungsreich essen, um ihr Baby an viele verschiedene Geschmacksnoten zu gewöhnen.
  • Elterliche Vorlieben und Abneigungen prägen den Geschmack des Kindes bereits in frühester Kindheit. Dabei werden Abneigungen rascher und konsequenter übernommen als Vorlieben.
    Tipp: Eltern sollten selber von allem probieren und sich Abneigungen nicht allzu sehr anmerken lassen.
  • Werden Kinder mit etwas Essbarem belohnt, mögen sie dieses später besonders gerne.
    Tipp: Warum nicht einmal mit einer Frucht oder etwas anderem Sinnvollem belohnen? Oder noch besser: Kinder anders belohnen als mit etwas Essbarem.
  • Je häufiger ein Kind ein neues Lebensmittel sieht, umso besser kennt es dieses. Je häufiger es ein neues Lebensmittel kostet, umso lieber isst es davon.
    Tipp: Sollen Kinder etwas gerne essen, muss man es ihnen häufig anbieten. 2- bis 3-mal reicht nicht, es muss 10- bis 15-mal sein.
  • Kinder, die bereits in den ersten Lebensjahren sehr viele Fertiggerichte essen, fallen später durch, wenn sie den Geschmack von frischem Gemüse oder Salat identifizieren sollten. Weil sie ihn gar nicht kennen.
    Tipp: Bereits ganz kleine Kinder sind sehr geschmackssensibel. Deshalb lohnt es sich, abwechslungsreich, frisch und saisongerecht zu kochen.
  • Die Atmosphäre, die am Esstisch herrscht, und der Gesichtsausdruck, mit dem Erwachsene einem Kind ein Lebensmittel anbieten, entscheiden mit darüber, ob das Kind etwas mag oder nicht.
    Tipp: Achten Sie auf eine entspannte Atmosphäre am Familientisch. Machen Sie beim Probieren neuer Lebensmittel keinen Druck und lassen Sie sich nicht auf Machtkämpfe ein.
  • Kinder entdecken ihren Geschmack durch Ausprobieren und Mixen von verschiedenen Dingen.
    Tipp: Sinnerlebnisse befähigen zum Genuss. Deshalb auch mal über Ovomaltine auf dem Konfi-Brot oder Käse im Birchermüesli hinwegschauen!

Quelle: GuteKueche.ch

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