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Schule

Im Team mit der Lehrperson

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Eltern sollten um eine gute Beziehung zur Lehrperson bemüht sein. Wie pflegt man den Kontakt und was tun bei Konflikten?

Die Dreiecksbeziehung Eltern-Kind-Lehrperson ist ausgesprochen heikel und fragil. Im besten Fall verstehen sich alle gut, unterstützen und helfen sich gegenseitig, begegnen sich mit Respekt. Diese Idylle über neun Pflichtschuljahre und je nachdem noch drei weitere Jahre hinweg zu erleben, ist jedoch den wenigsten Schülern vergönnt. In den meisten Fällen versteht man sich mal mit dem einen, mal mit dem anderen Teil des Gespanns weniger gut. Mal finden die Eltern, die Lehrperson verteilt zu strenge Noten, dann wieder finden sie, der Sohn oder die Tochter könnte sich wirklich mehr anstrengen.

Wie in vielen Dreierkonstellationen kommt es zu Bündnissen, zwei gegen einen. Eltern und Kind finden die Lehrerin unmöglich oder Eltern und Lehrer setzen gemeinsam das Kind unter Druck. Auf jeden Fall ist in Sachen Schule Unfrieden eher anzutreffen als eitel Sonnenschein. Was in den einzelnen Familien abläuft, spiegelt aber auch die Stimmung ganz allgemein zwischen den verschiedenen «Lagern»: Die Eltern schimpfen über schlechte Lehrpersonen, langweiligen Unterricht, das Schulsystem grundsätzlich; die Lehrer beklagen sich über schlecht erzogene Schüler, ihre immer anspruchsvollere Arbeit und immer mehr Papierkram. Bei allen Vorurteilen, Schuldzuweisungen und Ressentiments geht oft vergessen, dass in der Mitte des Spannungsfeldes das Kind steht. Dabei sollte es eigentlich um sein Wohl, seine Entwicklung und sein Vorwärtskommen gehen. Ähnlich wie wenn sich die Eltern ständig um Erziehungsfragen streiten, leiden Kinder unter Loyalitätsproblemen und der Sorge, vom einen oder anderen fallengelassen zu werden.

Wenn Sie Ihr Kind in der Schule unterstützen wollen, ist der Kontakt zur Lehrperson deshalb besonders wichtig. Sich nur auf die Aussagen der Tochter zu verlassen, die schimpft, sie könne aufstrecken, soviel sie wolle, die Lehrerin nehme sie nie dran, bringt nichts als eine grundsätzlich negative Einstellung. Besser ist, Sie fragen nach. Und zwar mit Respekt: «Unsere Tochter empfindet es so und so. Wie sehen Sie das?» Vielleicht wird die Lehrerin aufmerksam oder es stellt sich ein ganz anderes Problem heraus, das im Gespräch geklärt werden kann.

Zeigen Sie Interesse

Beklagt sich der Sohn, immer schimpfe der Lehrer mit ihm, dabei würden die anderen viel mehr schwatzen und Unsinn machen, sollten Sie nicht gleich von Ungerechtigkeit und systematischem Fertigmachen ausgehen. Wer weiss, was sich herausstellt, wenn der Lehrer von der Wahrnehmung des Kindes erfährt. Egal, ob zu Unrecht oder zu Recht, wenn Ihr Kind sich von der Lehrperson nicht geschätzt, ungerecht behandelt, zurückgewiesen fühlt, sollten Sie dies ernst nehmen und in einem Gespräch klären, was los ist.

Selbstverständlich müssen Sie nicht wegen jeder Lappalie ins Schulhaus rennen. Aber die Lehrperson sollte auf jeden Fall wissen, dass Sie am Austausch interessiert sind. Nur so werden Sie über Veränderungen im Verhalten, über Leistungen und Probleme informiert. Erhalten Sie nie die Einladung für ein Gespräch von der Lehrperson, werden Sie selbst aktiv. Mindestens einmal pro Semester sollten Sie sich über den Stand der Dinge schlau machen. Erstens, um Überraschungen zu vermeiden, zweitens, um Interesse zu zeigen.

Gut vorbereitet ins Gespräch

Um Überraschungen zu vermeiden, sollte man vor dem Gespräch mit dem Kind sprechen. Wie schätzt es sich selber ein und wie hat es sich in letzter Zeit gefühlt. Folgende Fragen helfen, um sich ein Bild von Ihrem Kind in der Schulsituation zu machen:

  • Wie ist die Arbeitshaltung meines Kindes?
  • Arbeitet es genau und eher schnell oder langsam?
  • Kann es sich gut konzentrieren oder lässt es sich leicht ablenken?
  • Braucht es oft Hilfe oder arbeitet es selbstständig?
  • Muss man ihm viel extra erklären?
  • Ist es grundsätzlich eher unter- oder überfordert?
  • Wo liegen seine Stärken bzw. Schwächen?
  • Sollte ich mein Kind beim Lernen unterstützen? Wenn ja, wie?
  • Fühlt sich mein Kind in der Schule wohl?
  • Hält es sich an die Regeln?
  • Wie verhält es sich in der Klasse?
  • Kommt mein Kind gut aus mit den anderen Kindern?
  • Ist es hilfsbereit?

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