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Schwangerschaftsbauch mit Smiley

Hirslanden-Ratgeber

Natürliche Geburt nach Kaiserschnitt?

Frage: Ich bin 29 Jahre alt und habe zwei Kinder per Kaiserschnitt geboren. Der Kaiserschnitt war beide Male gewünscht, da ich grosse Angst vor einer natürlichen Geburt hatte. Unsere Familienplanung ist noch nicht abgeschlossen und von der Frauenärztin habe ich das Okay für eine weitere Schwangerschaft bekommen, da meine Narbe super verheilt ist und es keine Komplikationen während der vorherigen Schwangerschaft und Geburt gab. Nun zu meinen Fragen: Irgendwie bereue ich es, meine Geburten nicht auf natürlichem Weg versucht zu haben. Deshalb würde ich mein drittes Kind gerne natürlich gebären. Die Ärzte im Spital meinten aber, dass nach zwei Kaiserschnittgeburten eine natürliche Geburt nicht möglich ist. Stimmt das und wieso ist das so? M.H.

Antwort von Dr.med Susanne Spoerri, Gynäkologin an der Klinik Hirslanden, Zürich

Nach zwei Kaiserschnitten ist es dringend empfohlen, weitere Kinder ebenfalls per Kaiserschnitt zu gebären. Denn nach einem doppelten Kaiserschnitt ist das Risiko deutlich erhöht, dass die Gebärmutter unter der Geburt reisst. Dies kann für Mutter und Kind sehr gefährlich werden. Mit jedem Kaiserschnitt steigt zudem das Risiko für Komplikationen. Eine dieser gefürchteten Komplikationen ist die Plazentaablösung. Das heisst, die Plazenta liegt zu tief und kann zudem mit der Gebärmuttermuskulatur verwachsen sein. Eine genaue Beurteilung der Plazenta nach vorangegangenen Kaiserschnitten ist deshalb wichtig. Besprechen Sie Ihre Wünsche bezüglich einer erneuten Geburt mit Ihrer Ärztin oder vereinbaren Sie einen Termin in der geplanten Geburtsklinik.


Zu diesem Beitrag hat ein Leserbrief die Redaktion erreicht:

Gerade habe ich den Beitrag «Einmal Schnitt, immer Schnitt?» gelesen. Leider musste ich sowohl beim ersten als auch beim zweiten Kind infolge Steisslagen einen geplanten Kaiserschnitt machen. Beim dritten Kind waren die Aussagen überall dieselben, die Sie aufführen. Ich habe dennoch gefragt und bin einfach zur richtigen Zeit an die richtige Ärztin (Kantonsspital Aarau) geraten: Es ist unter ganz bestimmten Voraussetzungen (Kind nicht zu gross – meine Tochter wog aber über 4 kg – keine Einleitung, kein Geburtsstopp, keinerlei andere Risiken etc.) auch nach 2 Kaiserschnitten recht gut machbar, sofern die Geburtshelfer über die notwendige Erfahrung verfügen und genau wissen, welche Anzeichen auf einen Gebärmutterriss hindeuten. Ich hatte eine harte 24-stündige Geburt inkl. Steissbein-Abbruch, der mich heute nach 2 Jahren noch schmerzt, aber es war ENDLICH eine richtige Geburt für mich und mein langjähriger Wunsch ging in Erfüllung. Meine Erkenntnis nach allem, was ich gelesen und vernommen hatte, war aber, dass ich dies in einer Privatklinik nie und nimmer hätte tun können. Das KSA (und hoffentlich inzwischen auch andere Spitäler) macht sich offenbar in letzter Zeit stark für natürliche Geburten und verfügt auch über das dazu notwendige Personal. Ich habe mich so sehr verstanden gefühlt, und alle auf der Station haben sich so sehr mit mir gefreut! Schade, dass die mehr als doppelt so hohen Kaiserschnitt-Kosten für Privatkliniken keine Anreize schaffen, auch in diese Richtung zu gehen. S.H.

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Lesen Sie hier Leserinnen-Fragen zu den Bereichen Schwangerschaft, Geburt, Stillen und Baby – und die Antworten dazu von Fachspezialisten der Hirslanden-Kliniken.

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