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Mann und Frau liegen auf dem Bauch im Bett. Sie haben eine dünne Bettdecke über sich.

Warum Sie bereits vor der Schwangerschaft an die Gesundheit Ihres Kindes denken müssen

Bekannt ist, dass Folsäure hilft, angeborene Fehlbildungen wie offener Rücken, Gaumenspalten und Herzfehler zu verhindern. Damit Folsäure aber optimal wirkt, ist sie auf weitere Vitamine im Körper angewiesen. Eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Vitaminen und weiteren Mikronährstoffen, und dies schon vor der Schwangerschaft, ist für die gesunde Entwicklung eines Kindes wichtig.

Eine aktuelle Schweizer Studie zeigt: 87 Prozent der befragten Frauen gaben an, dass sie während der Schwangerschaft Folsäure (Vitamin B9) eingenommen hatten. Der Anteil dürfte sogar noch etwas höher sein, da 96 Prozent der Frauen angaben, Supplemente in der Schwangerschaft eingenommen zu haben (darin kann auch Folsäure enthalten sein). Bei Frauen, die eine Schwangerschaft geplant hatten, nahmen 60 Prozent bereits vier Wochen vor der Empfängnis Folsäure ein. Somit kletterte die Zahl in den letzten zehn Jahren von 40 auf 60 Prozent. Diese Studie wird alle zehn Jahre durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) durchgeführt. Laut den Studienführern sind diese 60 Prozent noch ungenügend, weshalb das Thema Ernährung in der Vorsorgeberatung vermehrt thematisiert werden sollte.

Die Literatur zeigt zudem, welchen Einfluss vor allem die B-Vitamine auf den Stoffwechsel und das Wachstum eines Embryos haben. Vor allem die Entwicklung des Gehirns wird durch die Vitamine B6, B12 und B 9 (Folsäure), begünstigt. Diese B-Vitamine sichern ein optimales Funktionieren des Zentralnervensystems, indem sie im Körper eine Art Katalysator-Funktion übernehmen und das Zusammenspiel zwischen Rückenmark und Gehirn sicherstellen. Truthahnfleisch und Thunfisch liefern zwar die wichtigen B-Vitamine. Dennoch reicht die benötigte Menge durch eine gesunde Ernährung nicht immer aus, um Mutter und Kind optimal zu versorgen. Ein Multivitaminpräparat (MVP) inklusive Folsäure deckt den Bedarf an Mikronährstoffen besser ab. Zudem ist die Einnahme von MVPs mit Folsäure praktischer als ein Mono-Folsäurepräparat, da MVPs nach der 12. Schwangerschaftswoche ganz einfach weiter eingenommen werden können.

Paar mit Baby auf dem Bett

Darum ist es nach aktuellem Stand der Wissenschaft ratsam, frühzeitig an die Einnahme eines MVPs zu denken. So entwickelt sich zum Beispiel das Neuralrohr (das spätere Rückenmark) bereits zwischen der zweiten und der vierten Schwangerschaftswoche, d.h. zu einem Zeitpunkt, bei dem viele Frauen noch gar nicht wissen oder eben erst realisieren, dass sie schwanger sind. Bei ungenügender Vitaminversorgung, insbesondere bei Mangel an Folsäure, kann es zu einem unvollständigen Verschluss des Neuralrohrs und somit zu schweren Entwicklungsstörungen beim Embryo kommen. Neuralrohrdefekte sind die Folge, das heisst, die Kinder kommen mit einem «offenen Rücken» (Spina bifida) zur Welt, was meist zu lebenslanger Invalidität mit Lähmungen im Bereich der unteren Körperhälfte führt.

Hinzu kommt, dass der Körper oft mehrere Wochen Zeit braucht, um die essentiellen Nährstoffe aufzubauen, die er bei einer Schwangerschaft vermehrt benötigt. Leider können diese Mikronährstoffe über die Ernährung nicht immer in ausreichender Menge zugeführt werden. Wer zudem ein eher stressiges Leben führt, regelmässig raucht und/oder einen unausgewogenen Ernährungsstil pflegt und nur allzu gerne zu Fertigprodukten greift, könnte generell einen eher niedrigeren Vitaminstatus aufweisen. Davon betroffen sind vor allem junge Frauen. Eine gesunde Ernährungsweise mit reichlich Früchte und Gemüse reicht häufig nicht aus, um die nötige Menge an Nährstoffen aufzunehmen. Ein MVP mit Folsäure kann diesen erhöhten Bedarf decken.

Warum benötigt der Organismus Folsäure?

Folsäure braucht der Körper zur Bildung roter Blutkörperchen, zur Produktion der Hormone Noradrenalin und Serotonin (= chemische Komponenten im Nervensystem) aber auch für die Teilung und Funktion der Zellen. So ist Folsäure an der Zusammensetzung unseres Erbguts (DNA) beteiligt und unterstützt die Gehirnfunktionen. Der Körper ist bei schnellem Wachstum – wie dies bei einem Embryo in den ersten Wochen der Schwangerschaft der Fall ist – auf eine ausreichend hohe Menge an Folsäure angewiesen. Das Vitamin Folsäure wirkt hauptsächlich im Gehirn und Nervensystem, es ist dynamischer Bestandteil der Rückenmarksflüssigkeit. Für die Psyche ausgesprochen wichtig ist die Wechselwirkung zwischen Folsäure, Vitamin B12 und dem Eiweissbaustein Methionin, die gemeinsam eine zentrale Rolle für unser Wohlbefinden spielen. Denn: Vitamin B12 wandelt den Eiweissstoff Homozystein in Methionin um, das den Folsäuremolekülen beim Bau und Einbau von Nukleinsäuren in den Zellkern hilft. Dieser Vorgang spielt sich in unserem Blut bildenden Knochenmark ab. Folsäure, auch bekannt als Vitamin B9, ist wasserlöslich, licht- und hitzeempfindlich. Deshalb gehen beim Erhitzen von Lebensmitteln bereits rund 50 Prozent verloren. Leider kann der Mensch nur rund die Hälfte der Folsäure aus Nahrungsmitteln aufnehmen, während die synthetische Folsäure fast zu hundert Prozent resorbiert wird.

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