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7. Monat (25. bis 28. Woche)

Grösse: 35 Zentimeter
Gewicht: 1100 Gramm

Der aktive Fötus: Wie sein Denkorgan funktioniert

Mit kräftigen Bewegungen meldet sich das Kind in diesen Wochen, bevor es langsam eng wird in der Gebärmutterhöhle. Es ist nicht nur gut spürbar, sondern auch sichtbar, wie sich seine Füsschen und Händchen gegen die Bauchdecke der Schwangeren stemmen. Zwischen der 25. und 28. Woche öffnen sich die Augenlider, die bis jetzt zugewachsen waren. Das Kind kann sehen. Zumindest kann es den Unterschied zwischen hell und dunkel wahrnehmen. Und das ist ein weiterer wichtiger Schritt für das Ausbilden eines Tag-Nacht-Rhythmus. Der Beginn eines langen Prozesses: Erst im Altern von drei Monaten sind Babys in der Lage, zwischen Tag und Nacht zu unterscheiden. Die Nervenstränge werden jetzt von einer leitfähigen Substanz umhüllt und stabilisiert. Damit wird das Nervensystem funktionsfähig. Übrigens ist dieser Prozess erst in der Pubertät abgeschlossen.
Das Gehirn entfaltet eine immer grössere Aktivität, die sich sogar mit einer EEG-Untersuchung nachweisen lässt. Das bedeutet auch, dass das Kind aktiv zu handeln beginnt. Am besten sieht man das am Daumenlutschen. Viele Föten tun das intensiv, und manche Babys kommen mit einem dicken Daumen oder Saugblasen an Händen und Armen zur Welt. Andere saugen auch an der Nabelschnur, spielen mit ihr und betten sich in die Plazenta. Bei Zwillingen beobachtete man, dass sie einander zu verstehen geben, wenn sie ihre Ruhe haben wollen! Auf der Haut, vor allem am Rücken und an den Extremitäten, wächst ein Flaum, die so genannte Lanugo-Behaarung. Sie verschwindet bis zur Geburt fast vollständig, erinnert uns aber daran, dass wir felltragende Verwandte haben.

Pränatale Psychologie: Erinnerungen an die Höhle

Das Wissen über die vorgeburtliche Entwicklung des Kindes hat sich in den letzten drei Jahrzehnten enorm erweitert. Man weiss nicht nur im Detail über das körperliche Entstehen und Wachsen des Babys Bescheid. Auch die seelische Entwicklung wird heute untersucht. Ein neuer Zweig hat sich dabei gebildet: die pränatale Psychologie. Sie befasst sich nicht nur mit dem seelischen Erleben des Kindes vor der Geburt, sondern bietet auch therapeutische Behandlungen an für Kinder und ihre Eltern, die rund um Schwangerschaft und Geburt seelische Verletzungen erlitten haben, oder für Babys, die ein Verhalten zeigen, das auf solche Traumata schliessen lässt. Schreikinder zum Beispiel oder Babys, die Schlafstörungen haben oder nicht gestillt werden wollen.
Haben Sie sich auch schon gefragt, warum die meisten Kinder Phasen haben, in denen sie ununterbrochen Höhlen bauen? Die pränatale Psychologie geht davon aus, dass vorgeburtliche Erfahrungen und die Geburt an sich prägende Erlebnisse für das ganze Leben eines jeden Menschen sind. Das müssen nicht Traumata sein. Aber jeder Mensch erinnert sich an seine Zeit im Bauch seiner Mutter und an die Umstände, wie er zur Welt gekommen ist. Diese Erinnerungen finden Ausdruck in Träumen und Spielen, in Verhaltensweisen (zum Beispiel Angst in kleinen Räumen), in Vorlieben und Abneigungen (zum Beispiel gegen bestimmte Nahrungsmittel) und auch im künstlerischen Schaffen.
Es ist auch möglich, dass während einer Psychotherapie, insbesondere bei einem Verfahren, das den Körper einbezieht, solche Erinnerungen auftauchen und dann verarbeitet werden können.

Die Erkenntnisse der pränatalen Psychologie finden zunehmend Eingang in die Betreuung Schwangerer, in der Frühgeborenenmedizin und in der Geburtshilfe. Wichtigstes Fazit der pränatalen Psychologie ist es, der Schwangerschaft und Geburt mehr Sorgfalt und Achtsamkeit zukommen zu lassen, werdende Mütter und ihre Partner zu unterstützen und keine Routineuntersuchungen und -eingriffe vorzunehmen. Jedes Baby braucht mit seinen Eltern zusammen einen geschützten und sicheren Raum.

 

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