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5. Monat (17. bis 20. Woche)

Grösse: 25 Zentimeter
Gewicht: 330 Gramm

Es ist wie die Berührung durch einen Schmetterlingsflügel. Unbeschreiblich zart und fein. Ist es das? Fühlt es sich so an, wenn ich das Kind spüre? Für jede Schwangere ist es ein wunderbares Ereignis und eine Freude, wenn sie zum ersten Mal die Bewegungen ihres Kindes wahrnimmt. Das ist bei den meisten Frauen ab der 18. Woche der Fall. Und das Kind? Es kann schon ganz viel in seinem zarten Alter von 17 bis 20 Wochen!

Der kompetente Fötus

Es ist noch nicht lange her, da behauptete die Wissenschaft, ein Neugeborenes sei wie ein unbeschriebenes Blatt, das mit der Geburt anfange, seine Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln. Es sei zum Beispiel auch taub und gefühllos. Die Forschung über vorgeburtliche Entwicklung hat diese Annahmen komplett widerlegt. Heute steht fest, dass die Geburt lediglich ein Markstein in einer Entwicklung ist, die mit der Befruchtung der Eizelle beginnt und schon in einem unglaublich frühen Stadium der Schwangerschaft den Embryo befähigt, Eindrücke zu sammeln und zu verarbeiten. Man spricht heute vom «kompetenten Fötus». Was kann er denn alles schon ab der 16. Woche?
Zum Beispiel hören! Über sein Ohr und den Gleichgewichtssinn nimmt er Töne und Geräusche wahr. Er reagiert auf Lärm mit einer Änderung seines Pulses. Er hört den Herzschlag seiner Mutter. Man hat beobachtet, dass Tonbänder mit dem mütterlichen Puls ein Neugeborenes sofort beruhigen. Der Pränatal-Forscher David Chamberlain nennt diese Hörfähigkeit «die private Telephonleitung, die lange vor der Geburt die Unterhaltung mit der Familie erlaubt.» Wenn der Fötus ein bestimmtes Musikstück immer wieder hört, kann er es nach der Geburt ohne weiteres wiedererkennen.

In der 15. bis 17. Woche breitet sich der Berührungssinn über den ganzen Körper aus. Ausgehend vom Mund über die Wangen, die Stirn, die Handinnenflächen und die Oberarme. Nachweislich kann der Fötus Schmerz empfinden. Man hat bei Bluttransfusionen und Fruchtwasserpunktionen Stressreaktionen beobachtet. Männliche Föten haben, wenn sie am Daumen lutschen, Erektionen.

Und schliesslich werden die Bewegungen immer graziöser und eleganter. Der Fötus stösst an der Gebärmutterwand mit Füssen und Beinen kräftig ab, um ans andere Ende zu schweben – schwerelos wie ein kleiner Astronaut im Weltall. Forscher glauben, dass wir diesen wunderbaren Zustand immer erinnern, und dass dadurch zum Beispiel unsere Sehnsucht nach dem Fliegen beeinflusst wird.

Schwangerschaft und Diabetes

Diabetes, die Zuckerkrankheit, erhält während der Schwangerschaft eine besondere Bedeutung. Zum einen können Frauen, die vollkommen gesund sind, in der Schwangerschaft einen Diabetes entwickeln. Nach der Geburt kann diese wieder verschwunden sein. Zum anderen bekommen auch Frauen, die zuckerkrank sind, Babys.

In beiden Fällen ist es wichtig, das Ungeborene vor zuviel Zucker zu schützen. Diabetes bedeutet ja, dass im Blut zuviel Zucker zirkuliert und nicht abgebaut werden kann. Ein hoher Blutzuckerspiegel bei der Schwangeren führt dem Kind zuviel Kalorien zu. Es wird gross und dick. Typisch sind deshalb Babys mit weit über vier Kilogramm Geburtsgewicht. Gewisse Komplikationen sind bei Zuckerkrankheit in der Schwangerschaft häufiger: Fehl- und Frühgeburten, Missbildungen, schwierige Geburten, Tod des Kindes.

Diabetikerinnen wissen, wie sie ihren Blutzucker kontrollieren und im Gleichgewicht halten können. Sie stellen ihn mithilfe von Insulinspritzen optimal ein. Allerdings benötigt dieses Einstellen in der Schwangerschaft vermehrten Aufwand und häufigere Kontrollen beim Spezialarzt.

Sie können einer Schwangerschaftsdiabetes vorbeugen mit viel Bewegung, Sport, einer ausgewogene Ernährung und ein Vermeiden einer starken Gewichtszunahme.

 

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