4. Monat (13. bis 16. Woche)
Grösse: 16 Zentimeter
Gewicht: 120 Gramm
Freuen Sie sich! Jetzt beginnt eine unbeschwerte Zeit. Für die meisten Schwangeren ists vorbei mit der Übelkeit, mit dem Müdesein. Die Abortgefahr ist jetzt nicht mehr so gross. Ihr Organismus hat sich hormonell umgestellt und stabilisiert. Jetzt können Sie sich bereits Gedanken machen, wie Sie sich auf die Geburt vorbereiten wollen. Das Kleine in Ihnen wächst kräftig weiter. Seine Sinnesorgane sind auf Empfang gestellt und verfeinern sich. Es ist ein sinnliches Wesen.
Natürlich ist es kein Zufall, dass der Tastsinn als erster da ist. Die berührungsempfindliche Umgebung des Mundes und die Lippen sind sozusagen das erste Sinnesorgan. Der Fötus führt seine Hände zum Mund, und schon bald beginnt er auch, die Nabelschnur und die Plazenta zu berühren. Bei Zwillingen beobachtete man, wie sie sich durch die Fruchtblase streicheln und sich aneinander kuscheln.
Bedeutsam ist auch das Gleichgewichtsorgan im Innenohr, mit dem das Kind schon in diesen Wochen auf Veränderungen seiner Lage und auf seine Bewegungen reagiert. Es lernt quasi über die Wahrnehmung seiner eigenen Motorik. Die Nervenzellen werden so stimuliert und können ihre Informationen weitergeben.
Da die Geschmacksknospen im Mund schon im dritten Monat ausgebildet sind, nimmt man an, dass der Fötus auch auf chemische Reize reagiert. Das Fruchtwasser verändert nämlich seinen Geschmack je nachdem, was die Schwangere isst oder trinkt. Der Fötus trinkt täglich Fruchtwasser. Man hat Versuche mit aromatisiertem Fruchtwasser gemacht und beobachtet, dass ihm gewisse Aromen besser schmecken als andere. Bittere sind unbeliebt. Hingegen gibt es eine Vorliebe für «süss». Das Fruchtwasser ist leicht süsslich.
Der Geruchssinn ist ebenfalls ausgebildet – also muss es auch im Mutterleib etwas zu riechen geben. Es ist das Fruchtwasser. Mit Experimenten hat man herausgefunden, dass der Geruch des Fruchtwassers unauslöschlich in Erinnerung bleibt. Schreiende Babys beruhigten sich am schnellsten, wenn man ihnen Fruchtwasser-Düfte vor die Nase hielt. Schneller jedenfalls als mit dem Geruch der Mutterbrust.








