zur Hauptnavigation
Direkt zum Hauptinhalt

 

3. Monat (9. bis 12. Woche)

Grösse: 5-8 Zentimeter
Gewicht: 30 Gramm

Der bewegte Däumling

Im Dunkel seiner Höhle wächst ein Wesen heran, das jetzt schon wie ein Mini-Mensch aussieht. Man kann seine Gesichtszüge erkennen, die Augen und Ohren, Nase, Lippen, die Zunge und die Anlagen für die Milchzähne im Kiefer. Hände mit allen Fingern, mit den Daumen, die Füsse samt Ferse sind sichtbar.

Und nun fängt der Fötus an, sich zu bewegen. Werden seine Lippen, wo die ersten Tastsinneszellen liegen, berührt, bewegt er seinen ganzen Körper. Schon in der zehnten Woche hat man beobachtet, wie der Fötus seine Hand zum Gesicht führt! Langsames Beugen und Strecken der Wirbelsäule «übt» er seit mehreren Tagen. Nun werden diese Bewegungen immer feiner. Und er öffnet den Mund zu einem Gähnen, bewegt seine Zunge. Streckt seine Arme und Beine. Ende dieses Monats übt er bereits das Saugen und Schlucken!

Jeder Fötus bildet in dieser Zeit ein individuelles Aktivitätsrepertoire aus, und das behält er bei bis zur Geburt und danach. Es gibt keine Bewegungen und Aktivitäten, die erst mit der Geburt beginnen. Im Gegenteil: Es besteht eine Kontinuität der vorgeburtlichen und nachgeburtlichen Zeit. Es gibt ein paar Bewegungsmuster, die nur während einer bestimmten Phase der Entwicklung zu beobachten sind, zum Beispiel ruckartige Bewegungen zwischen der neunten und fünfzehnten Woche. Wie häufig sich ein Fötus bewegt, wird in der neunten und zehnten Woche «festgelegt», im Durchschnitt mindestens alle zehn Minuten. Bis zum sechsten Monat ändert sich daran nicht viel.

Von der zehnten Woche an wird die Atemfunktion und -muskulatur richtiggehend trainiert, die regelmässigen Atembewegungen kann man im Ultraschall sehen. Dieses frühe Üben hat seinen Grund: Atmen ist etwas sehr Komplexes. Und vom Moment der Geburt, bei der Durchtrennung der Nabelschnur, muss das Neugeborene ja selbständig atmen können.

Die Motorik des Föten ist ausserordentlich wichtig für seine Entwicklung, weil dadurch die Bildung und das Wachstum von Nervenzellen, vor allem auch im Gehirn, angeregt werden. Das Zentrum der Informationsverarbeitung kann so immer weiter wachsen.

 

Quick-Navigation



Der schwangere Mann

Hat der Mann mit der Zeugung seinen ganzen Beitrag zur Schwangerschaft geleistet? Mitnichten! Neue Untersuchungen haben ergeben, dass auch der werdende Vater «schwanger» geht. Und das lässt sich sogar messen! Die Werte verschiedener Hormone verändern sich beim Mann auf ähnliche Weise wie bei der Frau, nur weniger stark. Aber immerhin erhöhen sich bis zur Geburt des Kindes die Spiegel von Prolaktin (setzt bei der Frau die Milchbildung in Gang), Cortisol (Stresshormon) und Testosteron (männliches Sexualhormon). Und nach der Geburt sinken diese Werte wiederum drastisch – ganz ähnlich wie bei der Frau! Das Testosteron zum Beispiel um einen Drittel.

Wird so das fürsorgliche Verhalten des Vaters beeinflusst? Die Forscher vermuten es. Sie berichten auch von Männern, die während der Schwangerschaft ihrer Frau an Gewicht zulegten, ausgesprochen müde waren und sogar unter Übelkeit litten! Die Psychologie nennt dieses Phänomen «Co-Bodying», auf deutsch etwa «Mit-Körpern». Es tritt zwischen Menschen auf, die auf besondere Weise miteinander verbunden sind. Und das ist bei einer Schwangerschaft durchaus sinnvoll.

Baby des MonatsPresent ServiceSchwangerschaftskalender