2. Monat (5.-8. Woche)
Grösse: 4 Millimeter
Gewicht: 1 Gramm
Nein, kein Bäuchlein weit und breit! Nach aussen ist noch gar nichts sichtbar, und auch Sie machen daraus noch ein Geheimnis. So neu ist es, das Wissen, dass Sie ein Kind erwarten. Es ist ja erst ein paar Tage her, dass der Test positiv war. Auch wenn Sie nichts spüren, tut sich in Ihrer Gebärmutterhöhle ganz viel. Der winzige Embryo wächst in atemberaubendem Tempo, entwickelt in diesem Monat alle seine Organe und wird am Ende der achten Woche eine menschliche Gestalt angenommen haben.
Die Entwicklung des Embryos
Fünfte bis achte Woche: Alles ist in Bewegung: Das Knospen, Krümmen und Einstülpen, das Öffnen, Falten und Schliessen dieses winzigen Organismus. Stündlich verändert er sich. Wie von unsichtbarer Hand formt sich nach bestimmten Gesetzen die Gestalt des Embryos aus. Diese vier Wochen sind in der Entwicklung entscheidend: In dieser Zeit stellt sich heraus, ob der Organismus vollständig und lebensfähig ist.
Hände und Füsse
Der 28. Tag beginnt damit, dass am Rumpf beidseits kleine Knospen sichtbar werden. Schon drei Tage später wachsen aus diesen Knospen flossenartige Gebilde. Sie sind gefurcht. Am 41. Tag sind daraus kleine Hände mit fünf Fingern und Arme geworden.
Etwas später knospen auch die Beine, die Füsse und die Zehen. Die Extremitäten, die Greifwerkzeuge, mit denen der Mensch die Welt begreift, und die Füsse, auf denen er stehen wird, sind also da.
Die Sinnesorgane
Das Auge: In der sechsten Woche ist die pigmentierte Netzhaut sichtbar. Eine Woche später beginnen die Augenlider darüber zu wachsen und verschliessen das Auge bis zum siebten Monat der Schwangerschaft. Dann lösen sich die Lider, und das Kind kann seine Augen öffnen und schliessen.
Der Mund: An dieser Stelle entsteht der erste unserer Sinne: der Tastsinn. Die allerersten taktilen Nervenzellen bilden sich, dazu diejenigen für den Geruchs- und Geschmackssinn.
Das Ohr: Noch in primitivem Stadium als Gleichgewichtsorgan hat es auch die ersten Nervenzellen.
Das Gehirn
Wie schon in den ersten Wochen wächst das Gehirn so stark, dass der Kopf nun doppelt so gross ist wie der übrige Körper. Darum krümmt sich der Embryo mit dem Gesicht zur Brustwand. Dass die Sinnesorgane entstehen, ist überaus sinnvoll. Die Informationen, die ihre Nervenzellen über die Nervenbahnen ans Gehirn leiten – die Leitfähigkeit beginnt in diesem Monat zu spielen – sind Nahrung für die Gehirnnervenzellen. Bereits in der siebten Woche entstehen die ersten Synapsen, d.h. die biochemisch-elektrischen Vermittlungsstationen zwischen den Gehirnnervenzellen! Früher glaubte man, dass dies erst nach der Geburt beginnt.
Am Ende der achten Woche sind alle inneren und äusseren Organe angelegt und einige schon recht weit entwickelt, zum Teil funktionieren sie bereits. Die Organanlage ist damit abgeschlossen. Von jetzt an wächst der Embryo und bekommt einen neuen Namen: Fötus.
Tanja Polli








